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Aus der Stadt Vergewaltigung: Verfahren gegen Orthopäden eingestellt
Hannover Aus der Stadt Vergewaltigung: Verfahren gegen Orthopäden eingestellt
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16:01 14.10.2016
Quelle: Symbolfoto
Hannover

Der Angeklagte bestreitet das, spricht von einvernehmlichem Geschlechtsverkehr. Gestern entschied das Amtsgericht Hannover, dass das Verfahren eingestellt wird. Die Beweise seien nicht ausreichend und die Aussagen der Frau nicht überzeugend genug für eine Verurteilung, begründete Amtsrichter Ulrich Kleinert. Die Einstellung des Verfahrens steht aber unter der Auflage, dass der Angeklagte 7000 Euro zahlt, 3000 Euro davon an die Frau, die als Nebenklägerin auftrat. Deren Prozesskosten muss der Angeklagte außerdem tragen.

Der Orthopäde, der im vergangenen Jahr schon wegen Betruges und Nötigung verurteilt wurde, und die Frau kannten sich nur flüchtig. Sie aßen vor der betreffenden Julinacht des Jahres 2011 gemeinsam in einem Restaurant und nahmen danach ein Getränk an der Hotelbar. Dann gingen Sie auf ein Zimmer, das sie nach Angaben des Nachtportiers auch gemeinsam aussuchten. Was dann passierte, bleibt unklar. Die Frau sagt, der Mann sei gewalttätig geworden, sie habe ich gewehrt. 30 Wundmale wurden später auf ihrem Körper festgestellt. Dazu zählen Bisswunden an der Brust und am Nacken, blaue Flecken und Schürfwunden. Der Mann sagte, beide hätten den Geschlechtsverkehr gewollt.

Damit stand Aussage gegen Aussage. Ein Barmann erklärte, dass er dem Orthopäden und der damals 43-Jährigen kurz nach der Zimmerbelegung Champagner gebracht habe. Beide seien nackt gewesen, aber angstvolle Blicke der Frau habe er nicht beobachten können. Die Frau sagte aus, sie hätte sich wehrlos gefühlt und „wie eine Puppe“. Sie vermutete, dass der Orthopäde ihr K.o.-Tropfen verabreicht hatte - die waren aber mehr als 12 Stunden nach der Tat nicht mehr nachweisbar.

Kurz vor dem Ende der Verhandlung rief der Anwalt der Frau noch überraschend einen weiteren Zeugen auf. Einen alten Freund des Orthopäden, selbst Physiotherapeut, allerdings seit einiger Zeit mit dem Angeklagten verstritten. Diesem gegenüber hätte der Orthopäde die Tat zugegeben. „Ich hab ihn gefragt, hast du das gemacht, was da in der Zeitung steht? Und da hat er gesagt, natürlich habe ich das gemacht“, so der Zeuge.

Dem Gericht reichte diese Aussage aber nicht. „Entscheidend ist, ob der Geschlechtsverkehr einvernehmlich war oder nicht“, sagte Amtsrichter Kleinert. Zur Beantwortung dieser Frage könne die pauschale Aussage nicht beitragen. Außerdem fehle es den Schilderungen der Frau an Kontinuität. Bei einer Verurteilung wegen Vergewaltigung dürften aber keine Zweifel bleiben. Es bestehe aber durchaus der Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, deshalb müsse ein Betrag gezahlt werden, der im angemessenen Verhältnis zu den Verletzungen stehe, so der Richter. Die 7000 Euro muss der Orthopäde nun innerhalb von zehn Tagen bezahlen, dann ist das Verfahren endgültig abgeschlossen.

Der 28-jährige Benjamin M. macht seit Jahren keinen Hehl aus seiner Haltung gegenüber der Staatsgewalt. Regelmäßig beleidigt der gebürtige Hannoveraner Polizisten auf übelste Art und Weise.

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