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Schwangere Frau im Ihme-Zentrum vergewaltigt

Brutale Attacke Schwangere Frau im Ihme-Zentrum vergewaltigt

Zwei Jahre nach der Vergewaltigung im Ihme-Zentrum steht ein 27-jähriger Marokkaner vor Gericht. Das Martyrium des damals 20 Jahre alten Opfers dauerte fast zwei Stunden. Sie war damals im 7. Monat schwanger. Das ungeborene Kind überlebte die brutale Attacke nahe einem Fahrstuhlschacht.

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Die Tat ereignete sich in einer Nacht im Juli 2015 im Ihme-Zentrum. 

Quelle: Michael Thomas/HAZ-Archiv

Hannover. Das Martyrium der jungen Frau, im Juli 2015 gerade einmal 20 Jahre alt, dauerte fast zwei Stunden. So lange wurde die im siebten Monat schwangere Frau laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Hannover vergewaltigt. Im Erdgeschoss des Ihme-Zentrums, in einer Nische nahe einem Fahrstuhlschacht. Schwer verletzt konnte sich das Opfer an jenem frühen Mittwochmorgen gegen 5 Uhr auf die Blumenauer Straße schleppen, wurde - völlig verstört, blutüberströmt und nur mit einem rosa Oberteil bekleidet - in einem Hauseingang kauernd von einem Zeitungsausträger entdeckt. Verantworten vor der 18. Großen Strafkammer muss sich nun Nori N., ein 27-jähriger Flüchtling aus Marokko.

Faustschläge aus dem Nichts

Die Frau, die 2015 als Prostituierte arbeitet und im Ihme-Zentrum wohnt, kommt vom Steintor und betritt den Wohnkomplex kurz nach 3 Uhr morgens von der Flussseite her. Nah einem Hauseingang, völlig unvermittelt, bekommt sie zwei Schläge auf den Hinterkopf. Dann schmettert ihr ein Mann von dunkler Hautfarbe, so schildert sie es später, mehrfach seine Faust ins Gesicht. Redet in englischer Sprache auf sie ein. Schleift sein Zufallsopfer Richtung Fahrstuhlschacht. Und vergewaltigt die Frau, immer wieder, ungeschützt.

„Sorry Baby, I love you“ ist einer der Sätze, den sich die Frau merkt. Irgendwann gibt der Mann der 20-Jährigen eine seltsame Anweisung: Sie solle mit ihrem Handy die Polizei anrufen. Als sie diese Gelegenheit zur Flucht nutzen will, schlägt der Täter erneut zu und setzt den Missbrauch fort. Erst nach zwei Stunden kann die Frau entkommen. Im Krankenhaus diagnostizieren die Ärzte bei ihr diverse Gesichtsverletzungen sowie Wunden an Hüften und Beinen.

Die körperlichen Verletzungen der Frau sind zwei Jahre nach der Tat verheilt, die seelischen Wunden nicht. Schon vor dem Gerichtsgebäude weint die heute 22-Jährige viel. Auch bei der - nicht öffentlichen - Befragung vor Gericht, so ihre Anwältin Elif Gencay, sei deutlich geworden, dass die Frau die psychischen Folgen der Tat keineswegs überwunden hat. Immerhin überstand das ungeborene Kind die Vergewaltigung unversehrt, kam zwei Monate nach der Tat gesund zur Welt. Die Mutter hat noch ein weiteres, vierjähriges Kind, das bei Pflegeeltern lebt.

DNA-Spuren führten zu N.

Nori N.s Verteidiger Philipp Kaiser verlas vor Gericht eine Erklärung. Sein Mandant könne sich nicht mehr an die Vergewaltigung erinnern, habe 2015 täglich anderthalb bis zwei Liter Wodka getrunken und auch Marihuana geraucht. Bestreiten wolle er aber nicht, die Tat begangen zu haben. Dies dürfte auch schwierig werden, wurde doch die DNA des 27-Jährigen am blutverschmierten Tatort gefunden. Ein Abgleich dieses genetischen Materials mit Proben, bei der N. als Opfer eines Messerangriffs aktenkundig geworden war, führte die Polizei auf seine Spur. Ende 2016 wurde er in Belgien verhaftet.

Nach eigenen Angaben war N. über Libyen nach Europa gereist. Nach einer Abschiebung wurde der Marokkaner, der auch mit Aliasnamen unterwegs war, 2015 in Bayern wegen illegaler Einreise zu einer Geldstrafe verurteilt. Später folgte eine Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung und unerlaubten Waffenbesitzes. Nächste Woche wird eine der wichtigsten Aufgaben des Landgerichts sein, mit Gutachtern die Schuldfähigkeit des Angeklagten zur Tatzeit zu klären.

Zahl der Vergewaltigungen hat zugenommen

Laut polizeilicher Kriminalstatistik ist die Zahl von Vergewaltigungen und Fällen sexueller Nötigung 2016 im Vergleich zum Vorjahr bundesweit um 12,8 Prozent gestiegen. Die Polizeidirektion Hannover registrierte im vergangenen Jahr 148 Vergewaltigungen, das war nur ein derartiges Delikt mehr als 2015. Vor wenigen Wochen erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière, dass der bundesweite Anstieg von Gewalt- und Sexualdelikten auch auf das Konto von Flüchtlingen und Asylbewerbern gehe. Experten warnen allerdings davor, frauenfeindliche Einstellungen und das Risiko einer sexuellen Gewalttat bei Migranten stets auf ihren ethnischen Hintergrund zu schieben, während bei deutschen Delinquenten angeblich immer nur individuelle Probleme dahinterstecken sollen. Generell gelte, dass junge, frustrierte Männer ohne Job und Perspektive verstärkt anfällig für das Begehen von Sexualstraftaten seien – und das unabhängig von ihrer Herkunft.

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