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Aus der Stadt „Backpfeife war Teil des erotischen Spiels“
Hannover Aus der Stadt „Backpfeife war Teil des erotischen Spiels“
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00:23 10.12.2015
Von Michael Zgoll
Wie Roland S. (l.) aussagte, hat er daheim einen Käfig für Sexspiele.  Quelle: Nigel Treblin
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Hannover

„Ich war nicht so sensibel, wie ich hätte sein sollen“ - der 54-jährige Arzt, der ein 15-jähriges Mädchen in einem hannoverschen Luxushotel mehrere Stunden missbrauchte, gab sich am Montag vor der Jugendkammer 3 des Landgerichts betont reumütig. Doch was ist sein ausführliches Geständnis wert? Einen Verhandlungstag, nachdem das Opfer vor Gericht aussagte? Offenbar wollte Roland S. mit aller Macht verhindern, dass sich die fünf Berufs- und Laienrichter die von ihm im Hotel gedrehten Filmaufnahmen anschauten. Doch damit hatte er keinen Erfolg: Zumindest ausschnittsweise wurde gezeigt, wie der mit Berufsverbot belegte Schönheits­chirurg die Jugendliche missbrauchte.

Wie S. erklärte, habe er sich vor den Sexspielen mit dem Mädchen per Viagra in Stimmung gebracht. Dass er die 15-Jährige, die ihm als Prostituierte angedient wurde, fesselte und peitschte sowie ihr Knutschflecken am Hals verpasste und sie auf vielerlei Weise erniedrigte, seien „spielerische Momente“ gewesen: „Auch eine Backpfeife war Teil des erotischen Spiels.“ Erst nach der Zeugenvernehmung des Opfers habe er erkannt, dass sie alles nur „über sich ergehen ließ“; er habe allerdings schon mehrfach Sado-Maso-Sex mit Frauen gehabt, die „das wirklich gut fanden“. Irgendwann habe ihm die Achtklässlerin auch erzählt, dass sie unter Magersucht leide, in einem Heim wohne und therapiert werde.

S. muss sich wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen sowie Vergewaltigung verantworten. Der schon mehrfach vorbestrafte Mediziner, der nahe Hamburg lebt und einen Zweitwohnsitz in Königstein (Taunus) hat, zahlte nach eigenem Bekunden bis zu 3000 Euro pro Sexorgie mit möglichst jungen Mädchen. Die Ausgaben in fünfstelliger Höhe für diese „Dienste“ stammen aus seiner Tätigkeit in einer Apotheke sowie aus Ersparnissen. Das meiste Geld steckte der 26-jährige Imad M. ein, der dem Arzt die Mädchen über einschlägige Internetportale zuführte und nun wegen gewerbsmäßigen Menschenhandels vor Gericht sitzt. Wie M. zugab, hatte er am Tattag Anfang Juni selbst zweimal ungeschützten Sex mit dem Opfer: Auf der Hinfahrt zum Hotel und auf der Rückfahrt.

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