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Aus der Stadt Hannoveraner in den Alpen in Not
Hannover Aus der Stadt Hannoveraner in den Alpen in Not
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00:15 05.09.2014
Von Rüdiger Meise
Das leichtsinnige Duo konnte letztlich gerettet werden und blieb laut Polizei unverletzt. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Nach einer riskanten Aktion wurde ein hannoverscher Bergsteiger in den Stubaier Alpen in der Nacht zu Dienstag gerettet: Um den Einsatzkräften den Weg zu weisen, zündete er in knapp 3000 Metern Höhe im Schneetreiben seine Kleidung an. Der Student hatte sich in Begleitung eines Freundes aus Ludwigshafen am 3016 Meter hohen Sulzkogel in den Stubaier Alpen verirrt. Zur Identität der beiden machten die örtlichen Behörden keine Angaben.

Mit Halbschuhen und „völlig unzureichender Ausrüstung“ seien die Studenten im Alter von 21 und 20 Jahren von Kühtai aus zum Sulzkogel aufgebrochen, sagte Stefan Kluibenschädel von der Polizeiinspektion Oetz. In der Nähe eines Stausees wurden sie am Abend von Schneetreiben überrascht und verbrachten die Nacht von Sonntag auf Montag im Schutzraum einer Hütte. Von hier aus wollten sie eine weitere Hütte erreichen, die rund zwei Wegstunden entfernt liegt. „Vielleicht haben die beiden ihre Karte falsch gelesen – jedenfalls gingen sie in die falsche Richtung“, sagt Kluibenschädel. Um sich im Schneetreiben aufzuwärmen, verbrachten die Verirrten zwei Stunden in einem Zelt und wechselten dann erneut die Richtung, um einen Weg zu erreichen, der ins Tal führt. „Einen Weg gibt’s da aber nicht“, sagt der Polizist.

Am Montagabend um 22.30 Uhr setzen die beiden mit dem Handy einen Notruf ab – konnten aber nicht erklären, wo sie sich befanden. 22 Bergretter machten sich unter schwierigen Bedingungen auf die Suche. Um auf sich aufmerksam zu machen, zündeten die beiden schließlich ihre Kleidung an. „Immerhin: Ihre Halbschuhe behielten sie an“, frotzelt ein Sprecher der örtlichen Behörden – und nennt die beiden Bergsteiger „Flachlandtiroler“.

Als die Retter sie erreichten, liehen sie den Frierenden zunächst Bergschuhe für den Abstieg. Am frühen Dienstagsmorgen kamen die beiden Freunde unterkühlt, aber unverletzt bei der Bergwacht in Gries im Sellrain an. Inzwischen sollen sich die Verirrten auf den Heimweg gemacht haben.

Auf die Frage, was die beiden falsch gemacht hätten, sagte Kluibenschädel von der Polizeiinspektion Oetz: „Es gibt eigentlich nichts, was sie richtig gemacht haben.“ Die Ausrüstung sei mangelhaft gewesen, ebenso die Ortskenntnis und die Fähigkeit zu Navigation. Zudem seien die beiden bei schlechtem Wetter aufgestiegen. Immerhin habe der riskante Einfall, die Kleidung zu verbrennen, zur schnellen Rettung beigetragen. Zur Nachahmung sei die Methode jedoch nicht zu empfehlen.

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