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Kaufleute tricksen Verdi bei Sonntagseinkauf aus

Verkaufsoffener Sonntag Kaufleute tricksen Verdi bei Sonntagseinkauf aus

Der verkaufsoffene Sonntag in Altwarmbüchen wird wohl ein juristisches Nachspiel haben. Die Gewerkschaft Verdi verdächtigt die Geschäftsleute im Norden Hannovers, der Öffentlichkeit gezielt das Vorliegen einer finalen Genehmigung zur Sonntagsöffnung verschwiegen zu haben, um Einsprüche zu verhindern.

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Hat tatsächlich am Sonntag geöffnet: das A2-Center.

Quelle: Archiv

Hannover. Verdi will den Vorgang juristisch prüfen lassen. Gewerkschafts-Sekretärin Juliane Fuchs sagte, man suche die Auseinandersetzung.

Nach juristischem Hickhack um den verkaufsoffenen Sonntag haben die Geschäfte am A2-Center in Altwarmbüchen am Sonntag legal geöffnet.

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Der Konflikt zwischen Gewerkschaft und Geschäftsleuten um den Altwarmbüchener Shoppingsonntag schwelt schon ein paar Tage. Noch am Freitag hatte das Verwaltungsgericht nach einem Eilantrag von Verdi signalisiert, dass die Genehmigung durch die Gemeindeverwaltung Isernhagen rechtlich wackelig sei – denn als Begründung wurde das Davis-Cup-Tennisturnier in Hannover genannt. Danach haben die Geschäftsleute des Gewerbegebiets, zu dem das A 2-Center, Porta-Möbel und Möbel Höffner gehören, den Antrag öffentlich zurückgezogen, aber stillschweigend einen neuen Antrag eingereicht, in dem sie den Altwarmbüchener Volkslauf als Anlass für die Sonntagsöffnung nannten.

Die Gemeinde genehmigte diesen Antrag, kommunizierte das aber ebensowenig wie die Unternehmer. Weil Verdi davon nichts wusste, konnte man auch keinen Verbotsantrag gegen die Sonntagsöffnung einreichen.

Tatsächlich hatte Centermanager Christian Danne am Freitag verkündet, die Unternehmer würden den verkaufsoffenen Sonntag auch ohne Genehmigung der Gemeinde durchführen. Noch am frühen Abend hatte eine Anwältin der Geschäftsleute gegenüber der HAZ erklärt, dass man den ursprünglichen Genehmigungsantrag zurückgezogen habe und dass es keinen neuen gebe.

„Uns wurde gesagt, dass es keinen neuen Antrag geben wird“, sagte Verdi-Sekretärin Juliane Fuchs Sonntag. Darauf habe sich die Gewerkschaft verlassen, auch wenn bereits am Freitag erste Gerüchte über einen neuen Antrag laut wurden. Sie beruhten wahrscheinlich auf Gesprächen zwischen dem Rathaus Isernhagen und den Händlern.

Aus dem Isernhagener Rathaus äußerte sich bislang niemand zu dem Vorgang. „Auch wir haben seit Freitagnachmittag vergeblich versucht, dort jemanden zu erreichen“, sagt Juliane Fuchs. Die Gewerkschaft werde Montag über das weitere Vorgehen beraten.

Ob die Kunden das rechtliche Kräftemessen beeinflusst hat? Nach offiziellen Angaben kamen rund 13 000. Händler sagen, es sein etwas weniger gewesen als an anderen Sonntagen – vielleicht habe sich der Streit ja doch ausgewirkt.

Von Antje Bismark 
und Michael Zgoll

Kommentar: Raffiniert – 
aber nicht klug

Es war schon ein raffinierter Schachzug, mit dem die Geschäftsleute aus Altwarmbüchen die Gewerkschafter von Verdi ausgetrickst haben. Weil Verdi Einspruch gegen den verkaufsoffenen Sonntag eingelegt hatte und den Kaufleuten vonseiten des Verwaltungsgerichts ein Verbot drohte, zogen sie ihren Antrag zurück – und beantragten klammheimlich eine neue Genehmigung. Und um Verdi nicht erneut auf den Plan zu rufen, verschwieg man auch, dass dem zweiten Antrag von der Kommune stattgegeben wurde. Die Gewerkschaft hatte das Nachsehen.
Dass die Auseinandersetzung um die verkaufsoffenen Sonntage mit derartigen Tricksereien geführt wird, ist ganz sicher keine gute Entwicklung. Und klug ist es auch nicht. Denn nun dürfte in Isernhagen ein Hickhack um jeden weiteren verkaufsoffenen Sonntag programmiert sein – was früher oder später auch die Kunden verwirren dürfte. Die hannoverschen Geschäftsleute haben gezeigt, wie’s geht: Sie haben die Terminierung ihrer vier Sonntage schon im Vorfeld mit Stadt und Verdi abgestimmt. Hier herrscht Ordnung statt Wildwest.

Von Michael Zgoll

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