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Aus der Stadt Shopping am Sonntag – auch ohne Genehmigung
Hannover Aus der Stadt Shopping am Sonntag – auch ohne Genehmigung
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00:15 07.03.2016
Verkaufsoffen trotz fehlender Genehmigung: Geschäftsleute in Lahe-Altwarmbüchen proben den Aufstand. Quelle: Archiv
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Hannover

Der Verkaufsoffene Sonntag beginnt in allen unten genannten Adressen um 13 Uhr und endet um 18 Uhr.

  • Die Marktschreier sind auf dem Steintorplatz. Sie heißen Aal-Axel oder Wurst-Achim und überbieten sich darin, lautstark und schlagfertig ihre Waren anzupreisen. 
  • Auch rund um den Hauptbahnhof und die Kröpke-Uhr sind die Geschäfte offen: Sowohl die Ernst-August-Galeriedie Galerie Luise, wie auch die Shops in der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade.
  • Ob Möbel- oder Autohaus, Baumarkt oder Mode - das Leine Center, Albert-Schweitzer-Straße 10, in Laatzen hat geöffnet.
  • Auch in Buchholz kann geshoppt werden: Die Geschäfte im Einkaufspark Klein-Buchholz, Sutelstraße 8, sind am Sonntag offen.

Auch die Geschäfte im Gewerbegebiet Lahe-Altwarmbüchen wollen trotz fehlender Genehmigung am Sonntag ihre Türen öffnen. Zumindest die Möbelhäuser Höffner und Porta sowie das A2-Center mit dem Elektronikhändler Saturn und weiteren Geschäften wollen in jedem Fall den lange geplanten Shopping-Sonntag durchziehen. Das bestätigte deren Anwältin Katy Ritzmann von der Berliner Sozietät FPS. "Es handelt sich um eine unternehmerische Entscheidung, die getroffen wurde", erklärte sie. Ärger droht in jedem Fall - zum einen wegen der fehlenden Genehmigung, zum anderen, weil Verdi-Sekretärin Juliane Fuchs angekündigt hat, juristisch gegen die Initiatoren vorzugehen.

"Wir werden am Sonntag auf jeden Fall vor Ort sein, um die mögliche Öffnung der Läden zu dokumentieren“, erklärte Fuchs am Sonnabend. Es übersteige ihr Vorstellungsvermögen, dass sich die Geschäftsleute überhaupt nicht an geltende Gesetze hielten und ohne jegliche Genehmigung gegen das grundsätzliche Ladenöffnungsverbot an Sonntagen verstießen.

Verwaltungsgerichts-Sprecher Burkhard Lange bestätigte, dass hier ein klarer ordnungsrechtlicher Verstoß vorliege. Die Frage sei, ob sich die Gemeinde Isernhagen dies gefallen lasse oder ob sie versuche, am Sonntag um 13 Uhr das Öffnen der Ladentüren zu verhindern – im äußersten Notfall mithilfe der Polizei.

Den verkaufsoffenen Sonntag hatte zunächst die Gewerkschaft Verdi mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Hannover bekämpft. Sie bezweifelt, dass es einen gesetzlich geforderten Anlass gibt, der über das wirtschaftliche Interesse der Kaufleute hinaus geht. Diese hatten den Shopping-Sonntag mit einem Rahmenprogramm zum Thema Tennis versehen, weil am Wochenende der Davis-Cup der Männer in der TUI-Arena in Hannover stattfindet. Die zuständige Gemeinde Isernhagen erteilte daraufhin die Genehmigung.

Das Verwaltungsgericht musste am Freitag gar keinen Spruch fällen, weil der ursprüngliche Genehmigungsantrag kurzfristig ersatzlos zurückgezogen wurde. Die 11. Kammer des Verwaltungsgerichts hatte allerdings den Beteiligten zuvor mitgeteilt, dass sie erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Genehmigung hege: "Die Verknüpfung mit dem Davis-Cup erscheint nicht gerechtfertigt, weil es dafür an der örtlichen Nähe und einer ausreichenden Ausstrahlungswirkung fehlt."

Das Gericht ging davon aus, dass die Veranstaltung im Gewerbegebiet ausfällt und teilte dies am Mittag auch so mit. Die Händler berieten sich, machten weiter Werbung und trieben auch ihre sonstigen Vorbereitungen weiter. Sie kritisieren vor allem das Vorgehen von Verdi: "Für das gesamte Stadtgebiet Hannover wird ein verkaufsoffener Sonntag in Verbindung mit Tennis ohne juristische Schritte akzeptiert, bei uns aber nicht, obwohl wir direkt angrenzen. Einige Geschäfte in der Landeshauptstadt, die öffnen dürfen, liegen weiter entfernt von der TUI-Arena als wir."

Das Gewerbegebiet in Lahe-Altwarmbüchen liegt zum Teil auf Isernhagener, zum Teil auf hannoverschem Gebiet. Das hatte in der Vergangenheit bei Genehmigungen für Shopping-Sonntage zu Verwirrungen geführt. Um das zu vermeiden, ist nun die Gemeinde Isernhagen für das gesamte Gebiet zuständig. Stress, das steht fest, gibt es weiterhin.

Von Bernd Haase und Michael Zgoll

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