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"Zeitungen sind systemrelevant"

Verlegertreff am Maschsee "Zeitungen sind systemrelevant"

Monatelang standen auch Zeitungen in der Kritik wegen ihres Umgangs mit dem Flüchtlingsthema. Medienforscher Bernhard Pörksen forderte die Verleger am Donnerstagabend in Hannover auf, entschleunigteren und hintergründigeren Journalismus zu fördern - denn Zeitungen seien wichtig für die Demokratie.

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"Wir brauchen starke Verlage": Madsack-Chef Thomas Düffert (v. li.) mit dem VNZV-Vorsitzenden Ewald Dobler und und Geschäftsführer Stefan Borrmann am Maschsee.

Hannover. Alle zwei Jahre lädt der Verband Nordwestdeutscher Zeitungsverleger (VNZV) zum Treffen nach Hannover ein - Standortbestimmungen in einer unruhigen Welt. Diesmal gab Medienwissenschaftler Prof. Bernhard Pörksen aus Tübingen Denkanstöße, die den rund 100 Gästen reichlich Gesprächsstoff boten. Als "Spagat-Medium" bezeichnete er die Tageszeitungen. Sie müssten Milieus und Perspektiven verbinden, sich vor allem aber der "erregten Überhitzung und der Total-Kommerzialisierung des öffentlichen Raums entgegenstellen - gerade in Zeiten der Selbstisolation in den Echokammern der Sozialen Netzwerke". Tageszeitungen seien "systemrelevant für die Demokratie". Mit HAZ-Autorin Ulrike Simon diskutierte er anschließend seine Thesen von der notwendigen Entschleunigung des Journalismus. Der VNZV-Vorsitzende Ewald Dobler aus Alfeld lobte anschließend: "Natürlich brauchen wir auch die schnelle Nachricht - vom Tempo können wir uns ja nicht abkoppeln. Zugleich sind aber Hintergrundwissen und Wahrhaftigkeit genau das, was das Medium Zeitung am besten bieten kann."

Beim abendlichen Medientreff im Pier 51, zu dem neben zahlreichen Verlegern und Chefredakteuen, Intendanten und Radiochefs auch die niedersächsischen Landesministerinnen Frauke Heiligenstadt (Kultus) und Cornelia Rundt (Soziales) kamen, bestätigte Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok in einem Grußwort den Wert der Zeitungen. In der Flüchtlingskrise seien auch regionale Medien mit Schimpfworten wie "Lügenpresse" teilweise heftig angefeindet worden. "Sie haben Selbstreflexion betrieben, und sie haben sich behauptet", sagte Schostok. Zeitungen seien notwendig gegen antipluralistische Tendenzen im Internet, deshalb gelte: "Wir brauchen nicht vereinzelte Akteure, wir brauchen starke Verlage." Das nahmen die Gäste gern aus Hannover mit.

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