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Mieterin zahlt 743 Euro nach Schlüsselverlust

Rechtsstreit Mieterin zahlt 743 Euro nach Schlüsselverlust

Richter gibt Vermieterin recht: Das Einbehalten von 743 Euro Kaution war rechtens. Der Mieterin wurde angeblich einige Monate vor ihrem Auszug ihre Handtasche samt Schlüsseln geklaut. Deshalb musste sie nun den Einbau neuer Schließzylinder bezahlen.

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743 Euro kostete die Mieterin der Verlust ihrer Wohnungsschlüssel.

Quelle: dpa

Hannover. Der Streit zwischen einer Vermieterin und einer Mieterin um ein Paar verschollener Schlüssel hat jetzt das Amtsgericht beschäftigt. Der Mieterin wurden nach dem Auszug aus ihrem Südstadt-Domizil 743 Euro von der Mietkaution abgezogen. Weil bei der Wohnungsübergabe ein Haustür- und ein Wohnungsschlüssel fehlten, hatte die Eigentümerin einen Schlüsseldienst mit dem Einbau neuer Schließzylinder beauftragt. Die Mieterin sagt nun, der Verlust sei nicht ihre Schuld, die Schlüssel seien ihr bei einem Handtaschendiebstahl abhanden gekommen. Doch da die 49-Jährige dies nicht beweisen konnte, wies Amtsrichter Marcus Hettig ihre Klage auf vollständige Rückzahlung der Mietsicherheit ab.

Die 49-Jährige hatte seit Sommer 2014 ein knappes Jahr in der 72-Quadratmeter-Wohnung nahe der Sallstraße gewohnt. Etwa vier Monate vor dem Auszugstermin, so ihre Angaben vor Gericht, sei ihr im April 2015 aus dem Fahrradkorb heraus ihre Handtasche gestohlen worden, auf der Georgstraße nahe dem Aegi. Die Frau ging zur Polizei, meldete den Diebstahl. Doch die Vermieterin argumentierte in dem Rechtsstreit, es sei keineswegs sicher, dass die Handtasche tatsächlich von einem Dieb entwendet wurde. Auch könne die Mieterin nicht belegen, dass sich Haus- und Wohnungsschlüssel in der besagten Tasche befunden hätten. Außerdem habe die Frau - falls es den Diebstahl überhaupt gab - gegen ihre Sorgfaltspflicht verstoßen, weil sie die Handtasche lose in den Fahrradkorb legte.

In Paragraf 8 des von den beiden Parteien unterzeichneten Mietvertrags steht, dass ein Vermieter bei „schuldhaftem Verlust“ berechtigt ist, auf Kosten des Mieters neue Schlösser einbauen zu lassen, wenn dies die Sicherheit des Hauses erfordert. Die 49-Jährige jedoch bestreitet, die Schlüssel „schuldhaft“ verloren zu haben. Das Bürgerliche Gesetzbuch sagt dazu in Paragraf 280, dass ein Gläubiger - in diesem Fall die Vermieterin - bei einer Pflichtverletzung des Schuldners Schadensersatz verlangen kann. Hier steht aber auch der Satz: „Dies gilt nicht, wenn der Schuldner die Pflichtverletzung nicht zu vertreten hat.“

Richter Hettig machte zunächst den Vergleichsvorschlag, sich finanziell auf halbem Weg zu treffen, doch die Vermieterin bestand auf einem Urteil. Dies fiel dann zu ihren Gunsten aus. Die frühere Mieterin habe den Diebstahl der Schlüssel nicht zweifelsfrei belegen können, so Hettig. Darum sei es gerechtfertigt, dass sie von ihrer Mietsicherheit in Höhe von 1185 Euro nur 442 Euro erstattet bekomme. Ausgestanden ist die Sache damit jedoch nicht: Die Mieterin, die inzwischen in Süddeutschland lebt, hat bereits Berufung eingelegt.

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