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Versicherung stellt sich nach Unfall quer

Teilerfolg vor Gericht Versicherung stellt sich nach Unfall quer

Wer bezahlt den Blechschaden, wenn von einem Pritschenwagen eine Schaufel auf die Fahrbahn fällt und ein nachfolgendes Auto durch ein Ausweichmanöver und einen daraus resultierenden Unfall schwer beschädigt wird? 

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Nach dem Crash blockierte der demolierte Seat den Südschnellweg.

Quelle: privat

Hannover. Der Fall ist klar, möchte man meinen: Die Haftpflichtversicherung des Lieferwagenfahrers muss die Rechnung begleichen. Doch das sah ein Versicherer, der für Reparaturkosten in Höhe von 3440 Euro geradestehen sollte, anders. Er wollte der Fahrerin eines Seat Toledo nur 25 Prozent ihres Schadens, also 860 Euro, erstatten. Begründung: Sie hätte ausreichend Zeit und Gelegenheit gehabt, der Schaufel auszuweichen. Die 32-Jährige klagte vor dem Amtsgericht – und steht seit Freitag wesentlich besser da.

Der Unfall ereignete sich vor einem Jahr auf dem Südschnellweg, Höhe Anderten. Der Pritschenwagen hatte unter einer Plane Laub, Gartenabfälle und -geräte deponiert. Doch offenbar war die Ladung nicht vernünftig gesichert: Eine Schaufel rutschte heraus und polterte auf die rechte Fahrbahn. Immerhin konnte das direkt nachfolgende Auto noch ausweichen, der Fahrer hatte die von der Ladefläche rutschende Schippe kommen sehen.

Doch die mit einer Geschwindigkeit zwischen 80 und 100 Kilometern fahrende Seat-Besitzerin hatte diesen Vorlauf nicht. Sie war völlig überrascht, als ihr Vordermann urplötzlich nach links ausscherte und sie eine Schaufel vor sich liegen sah. Panisch riss sie das Steuer herum, touchierte erst die Betonwand in der Schnellwegmitte, dann beim Zurückschleudern die Leitplanke zur Rechten. Zum Glück blieb die Frau – bis auf einen kleinen Schock – unverletzt. Ihr Auto allerdings, quer auf dem Südschnellweg stehend, war arg ramponiert: an Kühler, Heck, Kotflügeln und Türen.

Ärgerlich genug, dass die Fahrerin Opfer eines Unfalls wurde – doch wenig später stellte sich auch noch die gegnerische Versicherung quer. Bei angemessener Geschwindigkeit und aufmerksamer Fahrweise hätte die 32-Jährige unfallfrei ausweichen können, argumentierte der Konzern. Ein anderes Auto habe die Schaufel schließlich auch umkurvt, und zudem sei der Seat nicht beim Ausscheren nach links, sondern erst beim Zurücklenken auf die rechte Spur ausgebrochen. Darum wolle man nur 25 Prozent des Schadens begleichen.

Amtsrichterin Dagmar Frost bezeichnete dies als eine „sehr mutige Regulierungspraxis“ und signalisierte, dass sie die Klage der 32-Jährigen für sehr Erfolg versprechend halte. Um den Sachverhalt endgültig zu klären, hätten aber noch vier Zeugen vernommen werden müssen – die gestern schon Gewehr bei Fuß standen. Außerdem wäre ein Unfallrekonstruktions-Gutachten vonnöten gewesen, das sich mit Autoabständen und Reaktionszeiten der Seat-Fahrerin beschäftigt hätte. Um einem noch Monate währenden Gerichtsverfahren auszuweichen, stimmte die 32-Jährige schließlich einem Vergleich zu: Nunmehr bekommt sie 75 Prozent ihres Schadens erstattet, also wenigstens 2580 von 3440 Euro.

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