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Hightech für die Blumen

Versuchsanstalt Ahlem entwickelt neuartiges Niedrigenergie-Gewächshaus

Von Bärbel Hilbig

Mitten im heißen Sommer denkt wohl keiner mehr an den harten Winter. Die Forscher der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Ahlem aber erinnern sich noch immer an die lange Kälteperiode, die ihnen so manche schlaflose Nacht bereitet hat. Denn der Bau ihres neuen Niedrigenergie-Gewächshauses kam wegen der Witterung zu langsam voran.
Ein Warmwasser- und ein Kaltwassertank sorgen im neuen Niedrigenergie-Gewächshaus der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau für den Wärmeaustausch.

Ein Warmwasser- und ein Kaltwassertank sorgen im neuen Niedrigenergie-Gewächshaus der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau für den Wärmeaustausch.

© Nico Herzog

„Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte eine Frist gesetzt, wann alle Rechnungen bezahlt sein müssen – andernfalls wäre das Fördergeld weg gewesen“, sagte Prof. Bernhard Beßler, Leiter der Versuchsanstalt. Gestern bei der Feier zum offiziellen Start des Modellprojekts waren er und seine Kollegen froh, solche Widrigkeiten doch noch glücklich überwunden zu haben.

„Wir hatten den Traum von einem Gewächshaus, das mit sehr wenig Energie auskommt und den Restbedarf mit alternativen Energieträgern deckt“, erklärte Prof. Hans-Jürgen Tantau von der Leibniz-Uni. Der Traum ging in Erfüllung: Das Gebäude ist bereits seit Februar fertig, den ersten Pflanzenversuch haben die Gärtner abgeschlossen. Zurzeit werden in dem Gewächshaus Sonnenblumen unterschiedlichen Wachstumssituationen ausgesetzt. Bis 2014 haben die Forscher Zeit, das Gebäude zu verbessern und optimale Aufzuchtbedingungen für verschiedene Zierpflanzen zu testen.

„Es gibt auf der ganzen Welt kein ähnliches Projekt“, betonte Arendt Meyer zu Wehdel, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, zu der die Ahlemer Versuchsanstalt gehört. In einem Forschungsverbund will die Kammer mit dem Projekt die Vorarbeit für professionelle Pflanzenzuchtbetriebe leisten. Das Versuchsgebäude ist voller neuer Materialien, die noch nicht serienreif sind. So besteht das Dach aus neuartigem Isolierglas, das die Wärme im Gebäude hält und dennoch stark lichtdurchlässig ist. Bisher eignete sich dieses Glas nicht für Gewächshäuser – die Pflanzen bekamen zu wenig Licht. Tagsüber erhitzt die warme Luft im Gebäude Wasser, das durch Röhren in einen Warmwassertank geleitet wird. Nachts wird bei Bedarf das erwärmte Wasser durch das Gewächshaus geführt und dann im Kaltwassertank gespeichert. Jalousien regeln ebenfalls Licht- oder Wärmezufuhr.

Die Fachleute versprechen sich eine Ersparnis an Gas und Heizöl von 90 Prozent im Vergleich zu konventionellen Gewächshäusern. „Der Preis für fossile Energie wird angesichts zurückgehender Fördermengen steigen“, sagte Tantau. Das werde auch den Gartenbau vor Probleme stellen. Andreas Kröger, Präsident der Landwirtschaftskammer Hamburg und Zierpflanzengärtner, ist noch aus anderen Gründen von der Zukunft des Niedrigenergie-Projekts überzeugt: „Der Kohlendioxidausstoß im Gartenbau wird kritisch diskutiert.“ Wenn regionale Pflanzenproduzenten trotz der Anzucht im Gewächshaus mit einer guten CO2-Bilanz werben könnten, verschaffe ihnen das einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Importeuren.

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  • DANKE! Begeisterter – 13.07.10
    Sehr gut! Weiter so! Hoffe die Dinger können bald serienreif exportiert werden und damit global CO2 sparen.

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