Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Mildes Urteil für Prügelangriff im Drogenrausch
Hannover Aus der Stadt Mildes Urteil für Prügelangriff im Drogenrausch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:19 01.06.2016
Von Tobias Morchner
Der Angeklagte Aytac C. beim Auftakt des Prozesses. Quelle: Ditfurth
Anzeige
Hannover

Der 35-jährige Deutsch-Türke, der gestanden hat, im Drogen- und Alkoholrausch seine Freundin über eine Stunde lang mit Schlägen und Tritten malträtiert und dabei fast getötet zu haben, könnte bereits in drei Jahren wieder auf freiem Fuß sein. Das Schwurgericht verurteilte Aytac C. am Mittwoch zwar wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu sieben Jahren Haft. Doch diese Strafe muss er, darauf machte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch in seiner Urteilsbegründung aufmerksam, möglicherweise nur zur Hälfte verbüßen. Seit sechs Monaten sitzt der 35-Jährige in Untersuchungshaft. Diese Zeit wird auf die Gesamtstrafe angerechnet. Geht C. nicht gegen den Urteilsspruch des Schwurgerichts vor, wird er noch ein Jahr im Gefängnis verbringen müssen. Dann erwartet ihn ein zweijähriger Entzug. „Wenn Sie dort gut mitarbeiten, werden Sie anschließend entlassen“, sagte Rosenbusch im Gerichtssaal. Käme das so, hätte C. von den sieben Jahren insgesamt nur drei Jahre und sechs Monate verbüßt.

Das Urteil löste Bestürzung bei den Angehörigen des Opfers aus, die im Saal das Verfahren verfolgten hatten. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Haft für Aytac C. gefordert. Der Angeklagte habe sein Opfer als „menschlichen Sandsack“ behandelt, erklärte der Vertreter der Strafverfolgungsbehörde in seinem Schlussvortrag. Eine Stunde und 20 Minuten lang hatte der 35-Jährige nach Überzeugung des Gerichts am 18. Dezember auf seine damalige Freundin eingeprügelt. Zum Einsatz kamen auch ein Besenstiel und ein Wäscheständer. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass der 35-Jährige seine Lebensgefährtin mit den bloßen Händen gewürgt hat. Die Rechtsmediziner konnten keine eindeutige Diagnose dazu fällen. Das Opfer fiel ins Koma und wachte erst Mitte Januar wieder daraus auf.

Strafverteidiger Holger Nitz, der Verteidiger von Aytac C., sprach sich in seinem Plädoyer dennoch dafür aus, seinen Mandanten nicht wegen versuchtem Totschlags sondern nur wegen gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren Haft zu verurteilen. Sein Mandant habe nicht nur ein umfassendes Geständnis abgelegt, er habe sich auch bei dem Opfer entschuldigt und die Zahlung von 10 000 Euro Schmerzensgeld angeboten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl sind am Mittwoch knapp 120 Kinder und ihre Begleiter zu einem Erholungsaufenthalt in Niedersachsen eingetroffen. Sie machen vier Wochen lang Urlaub in der Region. Die hannoversche Landeskirche startet die Ferienaktion zum 26. Mal.

01.06.2016

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Dresden haben rund 80 Beamte mutmaßliche Schleuserwohnungen in Hannover, Langenhagen, Berlin und Essen durchsucht. Die Unterkünfte gehörten laut Polizei einer Gruppe Syrer, die Kurden nach Deutschland geschleust haben sollen - für 8000 Euro pro Fall.

01.06.2016

Am Wochenende einmal Elefanten bestaunen oder im Kleintiergehege Ziegen den Rücken streicheln? Dafür müssen die Hannoveraner tief in die Tasche greifen. Die Berufsakademie Eisenach hat die Eintrittspreise von Zoos in ganz Deutschland verglichen. Der Erlebniszoo Hannover ist mit Abstand am teuersten.

Bernd Haase 01.06.2016
Anzeige