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Mildes Urteil für Prügelangriff im Drogenrausch

Versuchter Totschlag Mildes Urteil für Prügelangriff im Drogenrausch

Eine Stunde lang hat ein 35-Jähriger Deutsch-Türke seine Freundin mit Schlägen und Tritten gequält und ins Koma geprügelt. Jetzt hat das Schwurgericht geurteilt: Bei guter Führung muss er noch ein Jahr im Gefängnis verbringen und anschließend in einen zweijährigen Entzug. Dann könnte er entlassen werden.

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Der Angeklagte Aytac C. beim Auftakt des Prozesses.

Quelle: Ditfurth

Hannover. Der 35-jährige Deutsch-Türke, der gestanden hat, im Drogen- und Alkoholrausch seine Freundin über eine Stunde lang mit Schlägen und Tritten malträtiert und dabei fast getötet zu haben, könnte bereits in drei Jahren wieder auf freiem Fuß sein. Das Schwurgericht verurteilte Aytac C. am Mittwoch zwar wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu sieben Jahren Haft. Doch diese Strafe muss er, darauf machte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch in seiner Urteilsbegründung aufmerksam, möglicherweise nur zur Hälfte verbüßen. Seit sechs Monaten sitzt der 35-Jährige in Untersuchungshaft. Diese Zeit wird auf die Gesamtstrafe angerechnet. Geht C. nicht gegen den Urteilsspruch des Schwurgerichts vor, wird er noch ein Jahr im Gefängnis verbringen müssen. Dann erwartet ihn ein zweijähriger Entzug. „Wenn Sie dort gut mitarbeiten, werden Sie anschließend entlassen“, sagte Rosenbusch im Gerichtssaal. Käme das so, hätte C. von den sieben Jahren insgesamt nur drei Jahre und sechs Monate verbüßt.

Das Urteil löste Bestürzung bei den Angehörigen des Opfers aus, die im Saal das Verfahren verfolgten hatten. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Haft für Aytac C. gefordert. Der Angeklagte habe sein Opfer als „menschlichen Sandsack“ behandelt, erklärte der Vertreter der Strafverfolgungsbehörde in seinem Schlussvortrag. Eine Stunde und 20 Minuten lang hatte der 35-Jährige nach Überzeugung des Gerichts am 18. Dezember auf seine damalige Freundin eingeprügelt. Zum Einsatz kamen auch ein Besenstiel und ein Wäscheständer. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass der 35-Jährige seine Lebensgefährtin mit den bloßen Händen gewürgt hat. Die Rechtsmediziner konnten keine eindeutige Diagnose dazu fällen. Das Opfer fiel ins Koma und wachte erst Mitte Januar wieder daraus auf.

Strafverteidiger Holger Nitz, der Verteidiger von Aytac C., sprach sich in seinem Plädoyer dennoch dafür aus, seinen Mandanten nicht wegen versuchtem Totschlags sondern nur wegen gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren Haft zu verurteilen. Sein Mandant habe nicht nur ein umfassendes Geständnis abgelegt, er habe sich auch bei dem Opfer entschuldigt und die Zahlung von 10 000 Euro Schmerzensgeld angeboten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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