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Aus der Stadt Marathon-WM der Treppenläufer in Hannover
Hannover Aus der Stadt Marathon-WM der Treppenläufer in Hannover
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21:28 19.02.2016
Jede Stufe zählt: Gabi Hirsemann (r) aus Hildesheim hofft beim Treppenhaus-Marathon auf den Titel. Quelle: dpa
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Hannover

Ein Hochhaus in Hannover wird am Sonnabend Schauplatz einer ungewöhnlichen Extremsportart. Bei der Weltmeisterschaft im Treppenhaus-Marathon treten 15 Männer und eine Frau gegeneinander an. 13 Stockwerke müssen sie knapp 200 Mal hoch- und runterlaufen, um die Marathonstrecke von 42,195 Kilometern zu bewältigen: Das macht am Ende 83 808 Stufen.

Belastung vier mal so hoch wie bei üblichem Marathon

Die Belastung sei ungefähr vier Mal so hoch wie bei einem üblichen Marathon, sagt die Pressesprecherin und Rennärztin der Veranstaltung, Michaela Serttas. Die Zweitplatzierte vom vergangenen Jahr schreckt das nicht. "Es ist ein wunderbarer Konditionssport", schwärmt die 54 Jahre alte Physikingenieurin Gabi Hirsemann. Die Athletin aus Hildesheim, die phasenweise bis zu fünf Stunden pro Tag trainiert, fühlt sich gut auf den Wettbewerb vorbereitet. "Ich strebe einen Sieg an", sagt sie. Aber: Da sie die Konkurrenz nicht einschätzen könne, wolle sie nicht zu viel erwarten und hoffe zunächst einmal auf einen Platz unter den ersten Fünf.

Dass sie bei der international ausgeschriebenen Veranstaltung die einzige Frau ist, erklärt sich die promovierte Ingenieurin mit der Distanz. "Lange Strecken sind für Frauen abschreckend." Für Hirsemann ist Ausdauersport eine große Leidenschaft. Seit Jahrzehnten sammelt sie Erfahrungen etwa im Radrennsport, bei Langstreckenläufen und im Triathlon. Treppensport betreibt sie seit rund drei Jahren und fährt dafür auch in andere Städte, um in besonders geeigneten Treppenhäusern zu trainieren.

Treppensport ist noch unbekannt

"Ich habe das Bedürfnis, meine Leistungsreserven zu erhalten", erklärt sie. "Treppensport ist ein sehr kreislaufintensives und muskelintensives Training." Genau diese Botschaft hat auch der Initiator der Weltmeisterschaft Horst Liebetruth. "Wir wollen das Thema Treppensport in Deutschland neu positionieren. Die Treppe als Sportgerät ist hier noch unbekannt", sagt der 51-Jährige, der als Business-Coach und Personal Trainer ausgebildet ist. Mit der richtigen Technik und einem guten Trainingsplan sei Treppenlaufen ein idealer Sport. Er selbst habe lange unter Rücken- und Knieproblemen gelitten. Seit er Treppen laufe, gehe es ihm gesundheitlich deutlich besser.

Der von ihm erfundene Treppenhaus-Marathon sei einmalig. "Wir sind weltweit die Einzigen, die die klassische Marathondistanz vertikal in einem Treppenhaus laufen." Auf die Weltmeisterschaft freut sich Liebetruth, der im vergangenen Jahr den dritten Platz belegte, auch als Teilnehmer.

Zweite Weltmeisterschaft in Hannover

Zur zweiten Weltmeisterschaft haben sich neben Hirsemann und Liebetruth Sportler aus Deutschland und Luxemburg angemeldet. Die Altersspanne reicht den Veranstaltern zufolge von 30 bis 60 Jahren. Der Sieger vom vergangenen Jahr, Jan Bergmann, ist aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei. Er schaffte die Marathondistanz über knapp 84 000 Stufen in elf Stunden und 38 Minuten. Eine ähnliche Zeit - rund zwölf Stunden - peilt in diesem Jahr auch Hirsemann an. Bei der Weltmeisterschaft im Treppenhaus-Marathon im Annastift in Hannover treten 15 Männer und eine Frau gegeneinander an.

Von Helen Hoffmann

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