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Aus der Stadt Verwüstete Sporthalle bringt Vereine in Bedrängnis
Hannover Aus der Stadt Verwüstete Sporthalle bringt Vereine in Bedrängnis
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00:15 11.11.2017
Von Andreas Schinkel
„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Schäden zu reparieren“: Die Halle der BBS 14 war beliebt bei Badminton-Spielern (Archivbild, links) - nun muss das Training ausfallen, weil unter anderem der Hallenboden zerstört wurde. Fotos: Schaarschmidt/Privat Quelle: Tim Schaarschmidt
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Weil auch die Schlösser ausgewechselt werden müssen, droht den sieben betroffenen Sportvereinen eine längere Zwangspause - möglicherweise bis ins neue Jahr hinein. „Wir fürchten, dass wir unsere Badminton-Sparte schließen müssen“, sagt Thomas Riebe, Sportwart beim TuS Bothfeld. Zwar habe ein befreundeter Verein in Döhren angeboten, dass Sportflächen mitgenutzt werden können. „Aber für Kinder ist die Fahrt nach Döhren zu weit“, sagt Riebe.

Ersatzhalle ist auch geschlossen

Auch für die Badminton-Spieler des MTV Groß-Buchholz fällt das Training aus. „Erschwerend kommt hinzu, dass eine Sporthalle der IGS Roderbruch ebenfalls gesperrt ist wegen Umbauarbeiten“, sagt der Vereinsvorsitzende Arne Borstelmann. Er ärgert sich über die spärlichen Informationen vonseiten der Regionsverwaltung, die für die Berufsschulen zuständig ist. „Keiner kann uns genau sagen, wann die Halle wieder öffnet“, sagt Borstelmann. Er wünsche sich mehr Flexibilität von der Verwaltung.

Die Regionsverwaltung betont, dass alles getan werde, um die Vereine möglichst schnell wieder in die Halle zu lassen. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Schäden zu reparieren“, sagt Regionssprecherin Carmen Pförtner.

Zwei Wochen vor den Herbstferien waren Unbekannte in die Halle eingedrungen. Die Täter hinterließen eine Spur der Verwüstung. Lampen wurden zertrümmert, Geräte beschädigt, der Hallenboden malträtiert. „Es ist schwierig, Ersatzteile für die alten Leuchten zu bekommen“, sagt Pförtner. Wenn das bis Ende des Monats nicht funktioniere, werde man auf LED-Beleuchtung umstellen. Das dauere dann aber bis Ende des Jahres. „Wenn die Leuchtstoffröhren ungeschützt unter der Decke hängen, dürfen keine Ballsportarten in der Halle betrieben werden“, erklärt Pförtner. Ohnehin lasse die Verwaltung derzeit in einem Teil der Halle die Oberlichter erneuern. Die Sanierung werde aber kommende Woche abgeschlossen.

Täter hatten Schlüssel

Verzögert wird die Eröffnung der Halle vor allem dadurch, dass neue Schlösser eingebaut werden müssen; und das hat ebenfalls mit dem Einbruch zu tun. Nach Informationen der HAZ hatten die Täter beim Eindringen weder Fenster noch Türen beschädigt, sie verfügten also über einen Schlüssel. Die Schlösser der Hallentüren sind baugleich mit denen im restlichen Schulgebäude. Die Region überlegt jetzt, einen Wach- und Schließdienst zu organisieren, der den Vereinen aufschließt. „Wir wollen, dass die Sportler so schnell wie möglich wieder Zutritt bekommen“, verspricht Pförtner.

Der TuS Bothfeld geht auf Nummer sicher und schaut sich bei anderen Vereinen um. „Wir haben im Sportpark Isernhagen angefragt, ob es Kapazitäten gibt“, sagt Sportwart Riebe. Das Problem sei, dass die Hallenmieten dort deutlich höher liegen. Er hofft, dass sich seine Vereinsmitglieder noch ein wenig gedulden. Im Grunde brauche Hannover mehr Hallenkapazitäten, meint er.

Ständiger Kampf um Hallenzeiten

Eine freie Sporthalle zu bekommen, ist in Hannover nicht leicht. 166 Schulturnhallen stehen zur Verfügung, die meisten sind eng belegt: vormittags mit Schulgruppen, nachmittags und abends mit Sportlern aus Vereinen. Seit einem Jahr lassen sich freie Hallenzeiten über ein Internetportal unter der Adresse www.hannover.de/Sporthallenvermietung herausfinden.

Zudem will die Stadt die Vergabe von festen Trainingszeiten jetzt über ein Punktesystem organisieren. Dabei soll ermittelt werden, wie dringlich der Bedarf für einen Verein und für eine Sportart ist. Kriterien sind unter anderem die Anzahl der Sportgruppen, die Zugehörigkeit zu einer Spielklasse, die Altersstruktur der Trainingsgruppen und die Möglichkeit, vereinseigene Sportflächen zu nutzen.

Das neue Vergabesystem soll jetzt Schritt für Schritt eingeführt werden. Das bedeutet aber nicht, dass alle Hallenzeiten komplett neu vergeben werden.

asl

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