Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Verzögerungen bei Sanierung am Südschnellweg
Hannover Aus der Stadt Verzögerungen bei Sanierung am Südschnellweg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 19.02.2017
Von Michael Zgoll
Nach dem Ende des Frosts wurden die Arbeiten an der Schnellwegbrücke Hildesheimer Straße wieder aufgenommen. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Dass die Frostperiode in Hannover vorerst Geschichte ist, hört niemand lieber als die Bauleute am Südschnellweg. Jüngst noch war in einem Ricklinger Teich der Ponton festgefroren, von dem aus eine Fachfirma die Tiefenbohrungen zur Baugrunderkundung steuerte. Lange genug mussten die Arbeiten an den Betonkonsolen eingestellt werden, die das bestehende Brückenbauwerk über die Hildesheimer Straße bis 2023 ertüchtigen sollen - unter fünf Grad ist Betonieren nicht möglich. Heißt: Der Zeitplan für eines der größten hannoverschen Verkehrsprojekte bis ins nächste Jahrzehnt, die Erneuerung der maroden Südschnellwegbrücken, ist aus den Fugen geraten. Doch jetzt geht es weiter, mit Riesenschritten.

Noch laufen die Arbeiten zur Stabilisierung der Brücke über die Hildesheimer Straße. Dazu werden Betonkonsolen gegossen, im Juni werden die Stahlverstrebungen gespannt.

2017 wird es eine ständige Abfolge neuer Bauabschnitte auf dem Südschnellweg geben, die die Geduld der Autofahrer oft auf eine harte Probe stellen werden. Fachleute sprechen wegen mangelnder Umleitungsstrecken von einer „Operation am offenen Herzen“. Aber immerhin gewinnen die beiden Top-Varianten rund um den Neubau von vier Brücken zwischen Döhren und Ricklingen jetzt schärfere Konturen.

Variante 1: Der Tunnel

Favorit von Stadt und Land ist nach wie vor die Tunnellösung unter der Hildesheimer Straße hindurch. Doch Geldgeber ist der Bund - und das Bundesverkehrsministerium muss in diesem Sommer davon überzeugt werden, dass die teuerste Variante die beste ist. „Eins aber ist sicher: Wenn der Südschnellwegtunnel kommt, wird er einen Deckel haben“, sagt Projektleiter Jens Hanel von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Ein Trog ist ausgeschlossen, die Konstruktion wäre also auf jeden Fall aufwendiger als am Pferdeturm.

Zum Thema

Diese Sperrungen kommen auf Autofahrer zu

Bei der bevorzugten Variante wird zunächst eine zweispurige Röhre unter der nördlichen Willmerstraße gebaut, also in unmittelbarer Nachbarschaft zu McDonald’s, Car Union und Autovermietung Buchheister. Darüber ständern die Bauarbeiter eine Behelfsbrücke auf, über die der Autoverkehr nach Fertigstellung auf jeweils einer Spur fließt. Im nächsten Schritt wird die bestehende Brücke demontiert, darunter wird eine zweite Röhre angelegt. Ist diese fertig, nimmt sie vorübergehend den Zwei-Richtungs-Verkehr auf, während die Behelfsbrücke abgebaut und die Nordröhre endgültig fertiggestellt sowie angeschlossen wird.

Der Tunnel würde im Osten nahe der Einmündung Zeißstraße beginnen und im Westen nahe der Schützenallee enden. „Bei dieser Lösung müssten keine Gebäude abgerissen werden, allerdings benötigen wir einige Grundstücksflächen von Anliegern“, sagt Hanel.

Die Südschnellweg soll aus- und umgebaut werden. Dafür wurde ein Ideenwettbewerb ausgerufen. Von 14 eingereichten Entwürfen wurden zwei mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Davon kommt einer aus Hannover und einer aus Berlin. Beide sehen eine Tunnellösung für den Südschnellweg vor. Den zweiten Platz belegt eine Bürogemeinschaft aus Hamburg und Berlin, die ebenfalls eine kombinierte Brücken-Tunnel-Lösung vorsieht. 

Variante 2: Die Brücke

Die Tunnellösung würde deutlich mehr als 300 Millionen Euro kosten, ein Brückenneubau läge unter diesem Betrag. Allerdings müssten dabei einige Gebäude nahe der Schützenallee abgerissen werden, um Platz für Zu- und Abfahrten zu schaffen. Die zeitliche Abfolge sähe so aus, dass zunächst - ähnlich wie beim Tunnelmodell - eine Behelfsbrücke über die nördliche Willmerstraße gebaut wird, die je eine Fahrspur pro Richtung aufweist. Dann demontieren die Arbeiter das bestehende Betonband, anschließend bauen sie an der Südseite - also vis-à-vis der langgestreckten Häuserzeile an der Willmerstraße - eine erste neue, zweispurige Brückenhälfte. Erst wenn die Behelfsbrücke abgerissen ist, kann man die zweite Brückenhälfte bauen, die abschließend den Verkehr Richtung Landwehrkreisel aufnimmt.

Egal welche Variante letztendlich kommt: Der neue, rund 3,5 Kilometer lange Abschnitt des Südschnellwegs vom Eisenbahntrog Höhe Waldheim bis zur Ihme-Brücke kurz vor dem Landwehrkreisel wird je zwei Fahrstreifen in beide Richtungen aufweisen, die breiter sind als die bisherigen. Außerdem wird es beidseits einen Standstreifen geben.

Die Vorplanungen für die Erneuerung der vier Brückenbauwerke des Südschnellwegs sollen dieses Jahr abgeschlossen sein, erläuterte Sebastian Tacke von der Landesbaubehörde in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Döhren-Wülfel. Bis 2019 reicht die Entwurfs- und Genehmigungsphase, dann schließt sich das Planfeststellungsverfahren bis 2021 an. Nach der Klärung, welche Firma welchen Auftrag bekommt, sollen die Arbeiten 2023 beginnen. Die Brückenlösung könnte 2026 fertiggestellt sein, die Tunnelvariante 2028.

Voraussichtlich am Mittwoch, 29. März, wird es im Freizeitheim Döhren einen „Infomarkt“ geben. Dort wollen die Planer neue Details zu den favorisierten Varianten präsentieren - und die jeweils erwarteten Kosten präzisieren.

Marode Schnellwegbrücke über die Hildesheimer Straße: Favorisieren Sie eine Tunnellösung oder einen Brückenneubau?
Ergebnis ansehen
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.
Marode Schnellwegbrücke über die Hildesheimer Straße: Favorisieren Sie eine Tunnellösung oder einen Brückenneubau?
So haben unsere Leser abgestimmt
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.

Dekoration aus Beton, Füller aus Patronenhülsen und eine Formelsammlung für das Handy: Bei der „Junior Messe Nord“ haben 13 Schülerfirmen aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg gestern ihren Unternehmergeist gezeigt.

16.02.2017

Für Feinmotorik und soziale Kompetenz: Die „Windelflitzer“ werden bei der Tanzschule Bothe gefördert und gefordert. Wir haben die Kleinen und ihre Eltern besucht.

19.02.2017
Aus der Stadt Modell nach Garbsener Vorbild - Berufsagentur für Jugendliche startet

In Hannover geht Anfang März die zweite Jugendberufsagentur in der Region an den Start. Die Idee dahinter: Menschen im Alter von bis zu 25 Jahren sollen alle Informations-, Beratungs- und Hilfsangebote unter einem Dach finden, statt wie bisher oft zu unterschiedlichen Dienststellen laufen zu müssen.

Bernd Haase 16.02.2017