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Aus der Stadt Zwei der letzten Videotheken in Hannover schließen
Hannover Aus der Stadt Zwei der letzten Videotheken in Hannover schließen
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00:15 20.11.2016
Von Karsten Röhrbein
Räumungsverkauf in der Videothek Empire. Quelle: Villegas
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Hannover

Rund 10 000 DVDs, Blu-Rays und Videospiele stehen in den Regalen der Empire-Videothek in Döhren: Ab Sonnabend (19. November) ab 10 Uhr muss alles raus. Dann beginnt Inhaber Andreas Schwarz mit dem Räumungsverkauf. Die 500-Quadratmeter-Filiale am Südschnellweg rechne sich einfach nicht mehr, sagt der Unternehmer. Weil immer weniger Kunden gekommen seien, um Filme zu leihen oder zu kaufen, gibt er den Standort an der Zeißstraße 14 nach zweieinhalb Jahren auf. „Natürlich blutet mir das Herz“, sagt Inhaber Schwarz, der in Döhren zwei feste Mitarbeiter und vier Aushilfen beschäftigt. Aber angesichts hoher Mieten, Mindestlohn und gestiegener Kosten für die Verleihrechte bleibe ihm keine Wahl. Ende November sollen die Regale geräumt und die Kundendaten vernichtet sein.

Es sind schwere Zeiten für Videotheken: 2006 gab es bundesweit rund 4300 Verleihe, 2015 waren es laut Branchenverband nur noch 1200 - Tendenz stark sinkend. Im Mai erst hat die letzte Hannover-Filiale des einstigen Marktführers Video Buster an der Davenstedter Straße dichtgemacht, Anfang November gab die Videothek Nr. 1 in Garbsen auf. Nicht neue Online-Film-Portale wie Amazon oder Netflix sind für Empire-Chef Schwarz der Hauptgrund für das bundesweite Videothekensterben, sondern illegale Streamingportale und Raubkopien. Dennoch steigt Schwarz, der auch Immobilienmakler und -verwalter ist, nicht komplett aus dem Videogeschäft aus: Seine beiden Empire-Videotheken in Braunschweig etwa laufen gut, genau wie die Filiale in Magdeburg.

Auch Florian Stammen, der seit 2005 mit der Cinebank Hannover 24 an der Hildesheimer Straße 88 die letzte Automatenvideothek der Stadt betreibt, gibt in der kommenden Woche auf - wenn auch aus anderen Gründen als Schwarz: Der 36-Jährige übernimmt das Juweliergeschäft seines Vaters und ist deshalb aus der Südstadt nach Celle gezogen. Jeden Abend nach der Arbeit nach Hannover zu fahren, um neue Kunden aufzunehmen und Filme in die Automaten zu sortieren, sei zeitlich nicht mehr zu machen, sagt Stammen. Er verhandele zurzeit mit zwei Interessenten, die die Videothek fortführen wollten. „Am 21. November ist für mich aber definitiv Schluss“, sagt der gelernte Bankkaufmann.

Zwei Videotheken bleiben

Die anderen beiden Videotheken der Stadt wollen weitermachen: „Wir leben noch“, sagt Evgenia Ladwig vom Vahrenwalder Video-Eck. Bei ihr gibt es zwar keine neuen Videospiele mehr, doch Filme und Serien will sie weiter verleihen. Vor Kurzem hat sie den Mietvertrag für die kleine Eck-Videothek verlängert: „Ich ziehe das so lange durch, wie es geht!“

Das will auch Dieter Kiedrowski, der seit 1993 das Videoland hinter dem Hauptbahnhof betreibt. Allerdings sei die Videothek inzwischen viel zu groß. „200 Quadratmeter reichen völlig, zurzeit haben wir 600.“ Wegen der vielen Pendler, die oft auch Filme kauften, komme er dennoch über die Runden. „Wir machen weiter“, sagt er kämpferisch, „mindestens bis 2022.“ So lange läuft der Mietvertrag für die neue, kleinere Immobilie in der Nachbarschaft, in die Kiedrowski im März 2017 mit dem Videoland umziehen will.

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