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Viel Kritik an Ladekonzept für E-Autos

E-Mobilität Viel Kritik an Ladekonzept für E-Autos

In ihren Sonntagsreden loben Unternehmen und Verbände gerne, wie fortschrittlich und bequem Elektromobilität heute sei. Betroffene sehen das zuweilen ganz anders - vor allem, wenn sie Hannover besuchen.

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Kein Strom an dieser Säule: Auswärtige Autofahrer verzweifeln zuweilen an der Hannoverschen Technik. Die Stadtwerke versprechen Verbesserungen.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Im Internet gibt es auf den einschlägigen Seiten viel Kritik an nicht oder schlecht funktionierenden Ladestationen speziell in Hannover. „Das Angebot ist peinlich für eine Landeshauptstadt und unwürdig für eine Region, die sich mit dem Titel Schaufenster Elektromobilität schmückt und dafür Unterstützung aus Steuergeld erhält“, sagt Reinhard Siekemeier. Der ­E-Autofahrer wohnt im südwestdeutschen Böblingen, ist aber in Hannover aufgewachsen, wo er häufig seine Mutter besucht. „Wenn man viel in Deutschland unterwegs ist, erlebt man viel Unerfreuliches - aber was in Hannover los ist, ist besonders schlimm.“

17 Stromtankstellen gibt es im Kerngebiet von Hannover. Das ist nicht viel - in Dortmund stehen 40, in Frankfurt ­etwas mehr, in Stuttgart allein im ­Kernbereich 64, wie sich im Stromtankstellenverzeichnis GoingElectric.de nachvollziehen lässt, mit dem Nutzer von Elektroautos ihre Fahrtrouten planen. „Wenn man dann aber von München an die Nordsee fährt und in Hannover Strom tanken will, ist es umso ärgerlicher, wenn nichts so recht funktioniert“, sagt Siekemeier.

Zunächst habe er an der Georgstraße sein Fahrzeug nachladen wollen - ohne Erfolg. Dann sei er zum Rathaus gefahren - Ladung unmöglich. Weil wegen der vielen Versuche schon Zeit vergangen sei, habe die Station am Südstädter Edeka-Center An der Weide („Eine sehr gute Einrichtung, die gut gepflegt ist“) nicht mehr angefahren werden können - Ladenschluss. Schließlich habe man Nothilfe am Wirtschaftsministerium erhalten: Auch dort sei die Ladestation zwar nicht betriebsbereit für Auswärtige gewesen, aber der Pförtner habe zufällig eine Ladekarte gehabt, die er ausgehändigt habe. „Wir E-Autofahrer sind Pioniere, die mit viel Geduld eine neue Technik zu etablieren versuchen“, sagt Siekemeier, „aber in Hannover werden einem wirklich große Hürden in den Weg gelegt.“

Problem ist, dass die meisten Ladestationen in Deutschland für codierte RFID-Karten optimiert sind, die man wie eine Magnetkarte an das Gerät hält, um sich zu identifizieren. Leider hat sich noch kein einheitlicher Standard durchgesetzt, sodass E-Autofahrer mit einer ganzen Palette von Karten durch die Republik fahren müssen. „Und in Hannover ist der Gipfel, dass hier die Karten auswärtigen Besuchern nicht auf Wunsch zugeschickt werden“, ärgert sich Siekemeier. Dadurch müssen diese auf eine Identifizierung mit SMS-Codes zurückgreifen, die aber als umständlich und - wie sich jetzt zeigt - auch störungsanfällig gilt.

Service noch nicht ausgereift

Die Stadtwerke bestätigen, dass der Service derzeit noch nicht ausgereift sei. Man habe wegen der neuen Technik zunächst Innovationen abwarten müssen. „Aktuell prüfen wir die Zusammenarbeit mit einem europaweit tätigen Fahrstrom-anbieter und werden voraussichtlich zum Ende des Jahres eine Umstellung vornehmen“, sagt Sprecher Carlo Kallen. Dann könnten E-Autofahrer mit einer Karte an bundesweit 12 000 Stationen Strom tanken - auch in Hannover. Auch verschicke Enercity seit wenigen Monaten RFID-Karten an auswärtige Nutzer - Kunde Siekemeier hatte offenbar zu früh angefragt und war noch im Herbst darauf verwiesen worden, dass für Auswärtige nur SMS-Laden möglich sei. Die Defekte an den Stationen, über die im Netz viele E-Auto-Nutzer klagen, seien auf „Probleme mit dem SMS-Server“ zurückzuführen gewesen, die aber inzwischen behoben seien. Insgesamt sei man „der Meinung, in Hannover aktuell gut aufgestellt zu sein“, heißt es bei den Stadtwerken.

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