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Viel Prominenz beim Sommerbiwak in Hannover

„Orient und Okzident“ Viel Prominenz beim Sommerbiwak in Hannover

Fest mit Prominenz: 5.500 Gäste feierten beim Sommerbiwak in Hannover. Das Motto der Veranstaltung „Orient und Okzident“ war angesichts des Einsatzes in Afghanistan mit Toten und Verwundeten umstritten.

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Gut gewählt oder geschmacklos? Als Motto des Sommerbiwaks war „Orient und Okzident“ umstritten.

Quelle: Steiner

Hannover. Um „Mut zum Hut“ hatte die 1. Panzerdivision gebeten, nach guter Tradition, wie in all den vergangenen Jahren. Doch auf diesem Sommerbiwak spielten die Kreationen auf den Köpfen der Damen nur eine Nebenrolle. Die Aufmerksamkeit für Strohkrempen und Seidenschleifen wurde zumindest zeitweise in den Hintergrund gedrängt – von der Realität des Krieges. „Viele von Ihnen, und dazu gehöre ich auch, sind heute nach den jüngsten Ereignissen in Afghanistan noch nicht ganz auf Dur gestimmt“, sagte Brigadegeneral Heinz Georg Wagner, stellvertretender Kommandeur der 1. Panzerdivision, bei der Begrüßung der rund 5500 Gäste im Stadtpark Hannover. Unter ihnen waren auch Ministerpräsident David McAllister, Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Philipp Rösler, Oberbürgermeister Stephan Weil und zahlreiche andere Vertreter aus Politik und Wirtschaft.

Der Stab der 1. Panzerdivision habe es sich mit der Entscheidung, auch in diesem Jahr zum Sommerbiwak zu laden, nicht leicht gemacht, sagte Wagner. „Vor wenigen Wochen haben wir in der Epiphanias Kirche hier in Hannover unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit unsere gefallenen Kameraden geehrt und betrauert.“ Trotz des schwierigen und lebensbedrohlichen Einsatzes habe er letztlich dennoch entschieden, das Fest im Stadtpark stattfinden zu lassen. „Unser Leben konfrontiert uns manchmal mit schwersten Prüfungen, aber es muss dennoch weitergehen“, begründete Wagner diesen Schritt. Mit der Veranstaltung wollten die Soldaten auch zeigen, dass sie auch in Zeiten des Einsatzes selbstverständlich Teil der Gesellschaft blieben. In einer Schweigeminute gedachten die Gäste der gefallenen Soldaten.

Das Motto der Veranstaltung „Orient und Okzident“ war angesichts des Einsatzes in Afghanistan mit Toten und Verwundeten nicht zuletzt aufseiten der afghanischen Zivilbevölkerung von Gegnern der Veranstaltung wie der Bundestagsabgeordneten Heidrun Dittrich (Die Linke) als „zynisch“ wahrgenommen worden. Auch manchem Stabsoffizier erschien es etwas unsensibel, dass die 1. Panzerdivision „Orient Acts“ auf das Programm setzt und zur Wasserpfeife in die „Sisha Lounge“ einlädt, während die Kameraden am Hindukusch gegen die Taliban kämpfen. Dabei war genau das Gegenteil die Intention gewesen. „Orient und Okzident – zwei Begriffe, die auf den ersten Blick vermeintlich mehr trennt als verbindet. Aber der Eindruck ist nur vordergründig“, sagte Brigadegeneral Wagner. Der Orient sei in der Geschichte der Nationen und Kulturen lange Zeit Motor für Innovationen in Wissenschaft und Philosophie gewesen. Das Motto „Orient und Okzident“ entlehnte die 1. Panzerdivision Goethes „West-Östlichem Divan“. „Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht zu trennen“, heißt es in der Gedichtsammlung, die Goethe 1819 veröffentlichte.

So lud die Bundeswehr für Freitag zu einer Art Schnupperstunde für Tausendundeinenacht und empfing ihre Gäste mit Kamelen und Bauchtänzerinnen im Stadtpark. Für musikalische Unterhaltung sorgte neben zahlreichen anderen Künstlern unter anderem die hannoversche A-cappella-Gruppe „5 vor der Ehe“, poppige und rockige Klänge gab es von der Coverband „Steam“, und am Plattenteller stand DJane Ghia. Das Heeresmusikkorps 1 aus Hannover und das Bundespolizei-Orchester spielten unter freiem Himmel zum Platzkonzert auf.

Zum Einbruch der Dunkelheit zogen Soldaten mit Fackeln zur Serenade durch den Stadtpark, während ein Feuerwerk den Himmel erleuchtete. Dann wurde es musikalisch traditionell: Der offizielle Teil des Abends endete mit der Nationalhymne.

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