Dieses Mal also die niedersächsische Vielfalt. Ein schönes Leitthema für ein Fest in der Landeshauptstadt, das sich jedes Jahr ein neues Motto gibt und Gäste aus allen Bereichen von Politik und Wirtschaft über Kultur und Medien bis hin zu Sport und Gesellschaft versammelt. Die Organisatoren des Sommerfestes des Instituts der Norddeutschen Wirtschaft (INW), das am Donnerstagabend zum zehnten Mal im Garten des Wilhelm-Busch-Museums gefeiert wurde, erwarten von ihren Gästen aber stets ein wenig mehr, als das Motto bloß zur Kenntnis zu nehmen: „Es wäre schön, wenn Sie Ihre persönliche Vielfalt zum Ausdruck bringen“, hieß es in der Einladung des INW-Vorsitzenden Werner Michael Bahlsen und der Geschäftsführer Volker Müller und Thomas Koch.
Viele kennen das nette Spielchen inzwischen und bringen zu den Festen ein passendes Accessoire oder kleines Präsent mit. Doch am Donnerstag ging die Idee nicht ganz auf: Präsente gab es von den 750 Gästen eher für Koch persönlich, der seinen 65. Geburtstag feierte. Die Vielfalt lässt sich halt am besten ohne Requisiten durch die eigene Person darstellen, dachten sich wohl die meisten.
„Ich bin doch selbst die Vielfalt“, meinte grinsend Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, der vietnamesische Wurzeln hat. Kollegin Ursula von der Leyen aus dem Arbeitsressort, in den vergangenen Jahren immer ideenreich bei der Umsetzung des Festmottos, schien es ein wenig vergessen zu haben, und der neue Ministerpräsident David McAllister verwies scherzhaft auf seine Frau Dunja: „Sie ist aus Nordrhein-Westfalen, das ist niedersächsische Vielfalt.“ „Und mein Rock hat auch viele Falten“, meinte sie schlagfertig. Dennoch hinterließen die Gäste neben einem guten Eindruck noch ein bisschen mehr: Bahlsen, Koch und Müller hatten um eine Signatur auf besonderem Untergrund gebeten – einem drei Meter hohen Niedersachsenross.
Ihr erstes INW-Sommerfest als Mitglieder des Landeskabinetts erlebten nicht nur die erst seit April amtierenden Minister Johanna Wanka (Wissenschaft), Bernd Althusmann (Kultus) und Astrid Grotelüschen (Landwirtschaft), sondern auch Wirtschaftsminister Jörg Bode, der im Oktober 2009 die Nachfolge Röslers angetreten hatte. Althusmann hatte sich drei bunte Sticker in Form eines Schulranzens, einer Zuckertüte und einer Tafel ans Revers geheftet und drückte damit zwar nicht unbedingt Vielfalt, aber immerhin seine Profession aus. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Patrick Döring zeigte am Kragen das Logo der Bruchmeister und eine goldfarbene Lüttje Lage. Politik und Schützenwesen, das sei doch Vielfalt genug, meinte er. Im Büfett spiegelte sie sich auf jeden Fall wider: Da gab es Wildschweinschinken und Welfenspeise ebenso wie Pasta und Sushi.
Schmecken ließen sich das aus der Wirtschaft unter anderem Wolfram von Fritsch und Raoul Hille, Geschäftsführer von Messe und Flughafen, Madsack-Chef Herbert Flecken und der VHV-Vorstandsvorsitzende Uwe Reuter. Den Sport als Wirtschaftsunternehmen vertraten der ehemalige Springreiter Paul Schockemöhle, Inhaber einer Marketingfirma in Südoldenburg, Scorpions-Geschäftsführer Marco Stichnoth und 96-Chef Martin Kind. Die Medienlandschaft repräsentierten indessen der aus Hamburg angereiste NDR-Intendant Lutz Marmor und die Geschäftsführer von Radio ffn und Radio 21, Harald Gehrung und Nora Köhler.
Und sie alle konnten am späteren Abend auch noch aufs richtige Pferd setzen: Da wurde das große Niedersachsenross zugunsten des Wilhelm-Busch-Museums versteigert.
Stefanie Kaune
HAZ.de Anmeldung
Kommentare
Wirtschaft tesa – 06.08.10
Soll denn etwa die HAZ die Norddeutsche Wirtschaft brüskieren, durch Ignorierung? Wenn in Hannover deren Jahresfest stattfindet, die Presse naheliegenderweise eingeladen ist und soll dann nicht berichten - verstehe wer will.Glashäuser Klirr! – 06.08.10
@ gusto: Im ganzen Kommentar kommt er sogar auf 3. Hübsches Glashaus.@Allner Gusto – 06.08.10
Yo, Herr Allner, zwei Fehler in einem Satz, das sieht bei so einem Gepöbel dann doch nicht so elegant aus.Sommerparty der Wirtschaft Heinrich – 06.08.10
Fred hat ganz Recht, eine königliche SpeisenfolgeKorrigiert Sascha Aust | HAZ.de – 06.08.10
@ webvan @ Jörg Allner: Sie haben natürlich recht, Philipp Rösler ist natürlich – wie auch in der Bildunterschrift richtig gestanden hat – Bundesgesundheitsminister, im Text ist der Kollegin da offenbar ein Lapsus unterlaufen, den wir inzwischen korrigiert haben. Vielen Dank für die Hinweise.Party bei Häppchen und Sektchen Heinrich – 06.08.10
Die Fräuleinwunder treffen sich... schwimmt sogar in Milch Jörg Allner – 06.08.10
Wieder einmal ein HAZ-Artikel, der in die Regenbogenpresse à la Gala gehört: absolut kein Inhalt, ausser Promigeschreibsel über Nichtigkeiten. Volksverdummung pur. Das eine HAZ-Autorin nicht einmal weis, welcher Bundesminister welches Ressort führt, lässt tief blicken. Ab ins Altpapier damit.Party der Niedersachsen Fred – 06.08.10
SushiWirtschaftsminister webvan – 06.08.10
Ist da jetzt etwas an mir vorbeigegangen. Jedenfalls stand heute morgen in der HAZ nichts davon, dass Herr Rösler jetzt das Bundeswirtschaftsministerium übernommen hat.Prommi Fete Emma – 06.08.10
Wie bekommt frau eine Einladung? Wo kann ich Karten kaufen? Meine familie macht jeden Tag eine Wirtschaft zu Hause.Reicht das als Entree?Die Selbstwahrnehmung der Teilnehmer Bürger – 06.08.10
Die "Vielfalt" bleibt erhalten, die Beliebigkeit auch. Wenn das heute kommunizieren darstellt, wo sich alle Beteiligten nach den gleichen Standards der „Qualität“ richten, wird Folglich diese "Vielfalt" nicht durchhaltbar sein. Verstanden? Ich glaube nicht. Frau Kaune, Sie sollten zur „Bunten“ wechseln.