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Zehntausende bei „Klasse! Wir singen“-Festival

Tui-Arena Zehntausende bei „Klasse! Wir singen“-Festival

Das große Singen: An drei Tagen haben Zigtausende Kinder, Eltern und Lehrer am „Klasse! Wir singen“-Festival in der Tui-Arena Hannover teilgenommen. Allein beim großen Abschlussfest am Sonntag waren mehr als 30.000 Schüler dabei.

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Mehr als 30.000 Schüler treten beim großen Abschlussfest von „Klasse! Wir singen“ in der Tui-Arena auf.

Quelle: Wallmüller

Hannover. Das macht Gänsehaut. Wenn 6000 Kinder in der Tui-Arena mit heller Stimme „Morning Has Broken“ und „Der Mond ist aufgegangen“ singen, ist das ein ganz besonderer Moment. „Klar ist man da als Vater richtig stolz“, sagt Sebastian Rogal aus Beedenbostel bei Celle. Sein Sohn Justin (9) hat bislang noch nicht in einem Chor gesungen, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Alle Bilder zu: „Klasse! Wir singen!“ in der Tui-Arena.

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„Noch nie wurde so viel Musik gehört und zugleich so wenig selbst gesungen wie heutzutage“, sagt der Braunschweiger Domkantor Gerd-Peter Münden, der das Liederfest „Klasse! Wir singen“ 2007 aus der Taufe gehoben hat. Am Wochenende steht er mitten in der Tui-Arena und führt gut gelaunt durchs Programm. Siebenmal hintereinander. Denn insgesamt mehr als 30 000 Kinder treten beim großen Abschlusskonzert auf. Sie singen lustige Lieder wie „Hab ne Tante aus Marokko“ oder „Meine Biber haben Fieber“, aber auch klassische Volksweisen wie „Alle Vögel sind schon da“ und „Kein schöner Land“.

Wer nicht textsicher ist, kann Laufbänder auf den großen Monitoren mitlesen. Denn nur zuhören geht bei diesem Kinderkonzert nicht. Die gut 35 000 Zuschauer, meistens Eltern, Großeltern und Geschwister, müssen auch eifrig mitmachen. Und zwar mit ganzem Körpereinsatz. „Wer von 8 bis 16 Uhr stillsitzen muss, sollte beim Singen nicht nur den Mund bewegen“, sagt Münden. Also wird getanzt, geklatscht und sich gedreht.

Die Texte der Lieder kennt Karolina Staron im Schlaf. Manchmal hat ihr Sohn Jannik (8) schon morgens um 4 Uhr für seinen großen Auftritt geübt. Jetzt steht der Drittklässler aus Hemmingen-Westerfeld endlich im Rampenlicht. Pia-Marie, Zweitklässlerin aus Barsinghausen, habe das Singfieber längst gepackt, erzählt ihr Vater Maik Zschoche. Wie lange es halten werde, sei allerdings unklar: „Sie ist sehr schnell von etwas begeistert.“

Domkantor Münden, ist davon überzeugt, dass die Lust am Singen nicht vergeht. „Die Stimme ist ein Instrument, das nichts kostet,“ sagt er, „und so viel üben wie mit anderen Instrumenten muss man damit auch nicht.“
Nach 2011 wird das Projekt „Klasse! Wir singen“ jetzt zum zweiten Mal in Niedersachsen umgesetzt. Es ist längst ein Exportschlager, auch in Berlin und Nordrhein-Westfalen hat Münden schon Erst- bis Siebtklässler singen lassen. Der evangelische Pfarrerssohn aus dem Hunsrück sagt, er habe mit den Großkonzerten eine Art Gegenbewegung zu „Deutschland sucht den Superstar“ starten wollen.

„Es geht nicht um den Einzelnen, der gewinnt, bei uns geht es um die Gruppe, ums Gemeinschaftsgefühl.“ Man singt zusammen, Grund- und Förderschüler, Hauptschüler und Gymnasiasten, Behinderte und Nichtbehinderte, Deutsche und Migranten, Jung und Alt.

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