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Braucht der Maschsee mehr Gastronomie?

Viele Hannoveraner wünschen sich mehr Angebote Braucht der Maschsee mehr Gastronomie?

Viele Hannoveraner wünschen sich mehr gastronomische Angebote am Maschsee. Doch die Gastronomen sind sich uneins, ob das nötig ist. Einige können sich neue Betriebe vorstellen, andere nicht. Und auch die Stadt zeigt sich zurückhaltend.

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„Es gibt ja nicht nur Sonnentage“: Malisa Schmidt (von links), Franziska Pauls und Jessica Krück genießen bei Tapas und kühlen Getränken die Stimmung am See.

Quelle: Eberstein

Hannover. Das letzte Maschseefest-Wochenende steht bevor, am See wird es ab Montag wieder ruhiger zugehen – zu ruhig meinen manche. "Es ist schade, dass der Maschsee den Rest des Jahres brach liegt, hier könnte es mehr gastronomische Angebote geben", sagt Stefan Hasemann, der mit seiner Familie gern Ausflüge zum Maschsee unternimmt. "Außerhalb der Festzeit sind die Angebote am See rar", sagt eine Hannoveranerin. Hannovers Gastronomen sind sich aber uneins, ob der City-See mehr Biergärten, Restaurants und Imbisse verträgt – und ob eine weitere Gastronomie wirtschaftlich überleben kann. "Es gibt ja nicht nur Sonnentage", sagt Rainer Aulich, Chef des Brauhauses Ernst August. Die Stadtverwaltung gibt sich zurückhaltend, ebenso Hannovers Tourismus Chef Hans Nolte, zugleich Maschseefest-Veranstalter. "Es ist sehr schwierig, ein Gartendenkmal zu kommerzialisieren", sagt er. Zwar seien weitere Gastronomien am Maschsee aus touristischer Sicht interessant, aber die Chancen auf Realisierung dürften sich in Grenzen halten.

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Der Maschsee steht unter Denkmalschutz. Zum Gesamtensemble des Sees zählen mehrere historische Gebäude, etwa der Musikpavillon am Nordufer und der Kioskpavillon nahe dem Fackelträger. Für die Westseite, gegenüber dem Rudolf-von-Bennigsen-Ufer, gelten zudem Naturschutzbestimmungen. Ein Bauvorhaben am See müsste eng mit dem Denkmal- und Naturschutz abgestimmt werden.

Die Stadtverwaltung ist der Ansicht, dass es rund um den Maschsee schon verschiedene Gastronomien gebe, etwa den Seebiergarten am Nordufer, nebenan das Courtyard Hotel mit seiner Terrasse und das Pier 51 am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer. "Es gibt Ideen von Interessenten, das gastronomische Angebot am Kioskpavillon auszuweiten", sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Wie berichtet, endet im nächsten Jahr die Pacht für den Kiosk, der Vertrag wird neu ausgeschrieben. Ob der Kiosk mehr als eine Imbissbude sein darf, will die Stadt im Zuge der Ausschreibung prüfen.

"Der Maschsee ist gastronomisch bereits gut versorgt", sagt Brauhaus-Chef Aulich. Für ein Naherholungsgebiet müsse es weiterhin viele nicht-kommerzielle Flächen geben. "Bei schlechtem Wetter herrscht in den Biergärten und auf den Terrassen am Maschsee gähnende Leere", sagt Aulich. Die Tage, an denen es in den Biergärten wirklich brummt, schätzt er auf maximal 50 im Jahr. "Besser wäre es, ein gastronomisches Gegengewicht zum Maschsee zu schaffen, etwa im Georgengarten", schlägt Aulich vor.

Gosch-Chef Peter Schöftner ist anderer Ansicht. Zwar betont auch er, dass man mit dem Maschsee als Gastro-Standort sensibel umgehen müsse. Aber Platz gebe es durchaus für eine weitere Gastronomie."Stadtverwaltung und Ratspolitik müssen nur ihre Bereitschaft signalisieren", sagt Schöftner. Der Gosch-Chef denkt dabei durchaus an einen eigenen, dauerhaften Stand am Seeufer. Zu den Maschseefesten ist er am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer regelmäßig mit seinem Gosch-Stand vertreten. Er könne Gäste gut verstehen, die sich jetzt nach mehr Möglichkeiten für kulinarische Genüsse am See sehnen. "Aber das Maschseefest ist wie Weihnachten, nur einmal im Jahr", sagt Schöftner.

Winfried Kirchner, Betreiber des Seebiergartens am Nordufer, glaubt, dass eine weitere Gastronomie am Maschsee ihr Publikum finden wird. "Die Menschen würden ein neues Angebot gezielt aufsuchen", sagt er. Grundsätzlich meint er aber, dass ein weiterer Biergarten nicht notwendig sei. Auch Michael Lohmann, Mitinhaber des Pier 51 und damit wie Kirchner einer der Gastro-Betreiber am Maschsee, kann sich keinen zusätzlichen Betrieb vorstellen. "Das macht wirtschaftlich keinen Sinn und ist auch nicht erforderlich", sagt Lohmann. Nach jedem Maschseefest komme die Diskussion auf, und immer werde er gefragt, ob an der Löwenbastion nicht ein Biergarten eröffnet werden sollte. "Das funktioniert leider nur bei schönem Wetter", sagt er.

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