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Viele Schulen streichen die Klassenfahrten

Zu kleines Budget Viele Schulen streichen die Klassenfahrten

Für Klassenfahrten an Hannovers Gymnasien sieht es nicht gut aus: 85 Prozent haben Probleme mit der Finanzierung, wie eine Umfrage zeigt. Das Budget der Schulen ist nicht hoch genug, um die Reisekosten der Lehrer erstatten zu können. Der Landesschülerrat zeigt sich kämpferisch, das Kultusministerium wiegelt ab.

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Klassenfahrten sind auch immer Horizonterweiterungen – viele Schulen aber streichen das Angebot.

Quelle: Zucchi Uwe

Hannover. Immer mehr Schulen haben offenbar Probleme, ihre Klassenfahrten zu finanzieren - und müssen viele davon streichen. Der Grund: Das Land hatte entschieden, dass Lehrer einen größeren Teil der Reisekosten erstattet bekommen als zuvor. Gleichzeitig steigt das Basisbudget, aus dem dies bezahlt werden muss, nicht im selben Umfang.

Bei einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Verbandes der Elternräte der Gymnasien gaben 84,6 Prozent der Gymnasien an, große Probleme bei der Durchführung von Klassenfahrten zu haben. „Die Ergebnisse spiegeln unsere schlimmsten Befürchtungen“, sagt der Verbandsvorsitzende Hartwig Jeschke, Elternvertreter an der Goetheschule. Den Gymnasien sei es nur durch tägliches Jonglieren mit dem viel zu knappen Budget überhaupt möglich, Fahrten zu machen. Fast ein Drittel der Schulen habe Fahrten gestrichen. Oft blieben dann nur noch die Eingangsfahrten in der fünften oder sechsten Klasse und die Studienfahrten in der Oberstufe, sagt Verbandsgeschäftsführerin Petra Wiedenroth. In der Mittelstufe dagegen, wo Fahrten zur Stärkung der Klassengemeinschaft wichtig seien, finde keine statt. Heinrich Frommeyer von der Bismarckschule sagt, man habe gerade ein neues Fahrtenkonzept verabschiedet, das Kosten verringere: Es sehe Landschulaufenthalte, ökologische Fahrten in der Mittelstufe wie einen Waldeinsatz sowie verstärkt deutsche Reiseziele für die Oberstufenfahrten vor.

Ein weiteres Drittel der Schulen greift laut Umfrage des Elternverbandes zurzeit auf Rücklagen aus den Vorjahren zurück. Dies werde bald aber nicht mehr möglich sein. Rund 15 Prozent gaben an, Mittel aus dem Ganztagsbetrieb für Schulfahrten umzuwidmen.

Schon 2015 habe die Hälfte der Schulen angegeben, Probleme mit der Klassenfahrtenfinanzieurng zu haben, sagt Wolfgang Schimpf, Chef der Direktorenvereinigung. Bei zwei Dritteln reiche das Basisbudget nicht aus, Mittel aus dem Ganztagsbetrieb dürften nicht dauerhaft für Klassenfahrten „zweckentfremdet“ werden.

Das Kultusministerium weist die Vorwürfe zurück. Die Schulbudgets seien sehr wohl erhöht worden - von 72 Millionen im Jahr 2010 auf jetzt 110 Millionen Euro. Auch das Basisbudget, aus dem die Lehrer-Reisekosten bezahlt werden, sei um 13,2 Prozent auf inzwischen 12 Millionen Euro gestiegen. Die Gymnasien erhielten in diesem Jahr zusätzlich zum Budget noch 4,1 Millionen Euro nicht verwendeter Haushaltsmittel.

Das Ministerium scheine nicht zu verstehen, dass es mit den Klassenfahrten ein Problem gebe, sagt Timo le Plat, Vorsitzender des Landesschülerrates: „Die politische Debatte dreht sich im Kreis. Wir kämpfen weiterhin für unsere Klassenfahrten, egal was es kostet“, so der Schülervertreter.

Björn Försterling, schulpolitischer Sprecher der FDP im Landtag, sagt: „Wir haben schon vor einem Jahr gewarnt, dass die Budgets der Schulen nicht ausreichen werden. Die Kultusministerin ist den Lehrern mit der Übernahme der Kosten entgegengekommen, hat aber den Schulen kein Geld dafür zur Verfügung gestellt. Heute kommt raus, wie scheinheilig die Versprechen der Ministerin gewesen sind.“ Kai Seefried (CDU) spricht von einem „ungedeckten Scheck der Ministerin“, die finanzielle Last müssten die Schulen jetzt alleine tragen.

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