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Fünf Kliniken verursachen das Minus

Regionsklinikum Hannover Fünf Kliniken verursachen das Minus

Das Regionsklinikum steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Jetzt legt das Unternehmen erstmals eine Bilanz für jeden Standort vor – mit großen Unterschieden. Danach schreiben nur vier der neun Standorte schwarze Zahlen. Die stärksten Verluste verzeichnen das Nordstadt-Klinikum und das Siloah-Oststadt-Heidehaus.

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Verzeichnet starke Verluste: Das Klinikum Siloah-Oststadt-Heidehaus in Hannover.

Quelle: Michael Wallmüller

Hannover. Regionspräsident Hauke Jagau lenkt ein: Nach wochenlangen Drängen der CDU hat er nun eine Gewinn- und Verlustrechnung der neun Krankenhäuser unter dem Dach des Klinikums Region Hannover (KRH) vorgelegt. Danach schreiben gerade einmal vier der neun Standorte schwarze Zahlen.

Am besten schneidet das Klinikum Robert Koch in Gehrden ab, gefolgt vom Agnes Karll Krankenhaus in Laatzen und den Kliniken in Neustadt und Großburgwedel. Die stärksten Verluste verzeichnen die Geriatrie in Langenhagen und die beiden hannoverschen Häuser: das Nordstadtkrankenhaus und das Klinikum Siloah-Oststadt-Heidehaus.

Schlossarek kritisiert Informationspolitik 

CDU-Fraktionschef Bernward Schlossarek, der in mehreren Anfragen von der Regionsspitze konkrete Zahlen eingefordert hatte, begrüßte am Freitag die Veröffentlichung als ersten Schritt zu mehr Transparenz bei der anstehenden Umstrukturierung unter dem Titel „Medizinstrategie 2020“.

Der CDU-Politiker kritisierte erneut die Informationspolitik von Rot-Grün in den vergangenen Wochen. „Bei einem der wichtigsten Projekte in der Region muss es selbstverständlich sein, Fakten zu liefern und Politiker und Bürger über Hintergründe aufzuklären.“

Investitionsstau

Die KRH-Spitze bekräftigte am Freitag, dass sie die internen Zahlen über die wirtschaftlichen Erträge der einzelnen Kliniken lieber nicht veröffentlicht hätte. Geschäftsführer Matthias Bracht, der neue Mann neben Finanz-Geschäftsführerin Barbara Schulte, warnte eindringlich vor einer Fehlinterpretation der Daten.

Das Klinikum sei ein Unternehmen, das in der Regel nur einen und nicht neun Jahresabschlüsse vorlege. Für die Umstrukturierung sei die Ertragslage der einzelnen Häuser nachrangig. Entscheidend sei die starke Spezialisierung der Medizin, die nur über hohe Fallzahlen finanziert werden kann. Sie zwinge zu einen Umbau des Unternehmens. Es gehe nicht um Rendite, sagte Schulte. Aber für Investitionen müsse auch in einem kommunalen Unternehmen Geld da sein.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Bracht und Schulte bestätigten erneut, dass das Klinikum Springe noch in diesem Jahr geschlossen werden soll. Über die Zukunft der Kliniken in Großburgwedel und Lehrte sei noch nicht entschieden. Die Geburtshilfe am Nordstadt-Krankenhaus wird bereits zum 1. Mai ihren Betrieb einstellen - 22 Mitarbeiter sind betroffen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Am gleichen Tag ziehen auch das Brustkrebszentrum und die Gynäkologie aus der Nordstadt ins Klinikum Siloah-Oststadt-Heidehaus.

Logistische Probleme

Aus der Antwort der Region auf die CDU-Anfrage geht hervor, dass das Nordstadt-Krankenhaus 2014 ein Defizit von fast zehn Millionen Euro verzeichnete. Die Frauenklinik war mit 1,5 Million Euro in den Miesen. Ursachen seien unter anderem ein erheblicher Investitionsstau, hohe Auflagen des Denkmalschutzes und hohe Personalkosten. Das größte Problem sei der Betrieb der Frauenklinik an drei weit auseinander liegenden Standorten. Der Kreißsaal ist räumlich getrennt von der Bettenstation der Geburtshilfe.

Die gynäkologische Station mit dem Brustzentrum ist in der ehemaligen Landesfrauenklinik untergebracht und damit durch eine öffentliche Straße vom Klinikgelände getrennt. Dies bedeute zusätzlichen Kosten für Patiententransporte und eigene „Pforte“.

Korrektur

Das Klinikum der Stadt Lehrte hat seine Jahresbilanz von 2014 gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Nach einem Verlust von rund 1,5 Millionen Euro im Jahr 2013 stand die Bilanz im vergangenen Jahr nur noch etwas mehr als 600 000 Euro im Minus (in einem Teil unserer Ausgabe vom Sonnabend war irrtümlich ein Überschuss von 600.000 gegenüber dem geplanten Budget genannt worden). Das Klinikum Region Hannover hatte auf politischen Druck hin erstmals überhaupt eine nach Standorten aufgeschlüsselte Bilanz vorgelegt. Außer in Lehrte fallen auch im Klinikum Springe, in den Kliniken Nordstadt sowie Siloah-Oststadt-Heidehaus und in der Geriatrie Langenhagen Verluste an. Insgesamt betrug das Defizit des Regionsklinikums im Jahr 2014 rund 10 Millionen Euro.

lok

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