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Arzthelferin rettet leblose Vierjährige in Freibad

Badenunfall in der List Arzthelferin rettet leblose Vierjährige in Freibad

Ein vierjähriges Mädchen musste am Sonnabendnachmittag im Lister Bad wiederbelebt werden. Eine Arzthelferin und der Bademeister konnten das Kind reanimieren, es wurde in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) gebracht. Die Vierjährige ist inzwischen auf dem Weg der Besserung.

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Dank des beherzten Eingreifens der Arzthelferin Canan Genc (23) konnte die Vierjährige gerettet werden.

Quelle: Symbolbild/privat

Hannover. Im Laufe des Sonntags wurden weitere Details zu dem Badeunfall bekannt. Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge soll sich eine Mutter mit ihrer vierjährigen Tochter gegen 17 Uhr im Babybecken des Lister Bads aufgehalten haben. Die Frau soll kurz weggegangen sein. Als sie wiederkam, wiesen Badegäste sie darauf hin, dass ihr Kind leblos am Boden des Beckens liegen würde, teilte ein Sprecher auf HAZ-Nachfrage mit. 

Augenzeugenberichten zufolge rannte daraufhin die Mutter schreiend mit ihrem bewusstlosen Kind im Arm über das Gelände. Mehrere Badegäste kamen zur Hilfe, während die Mutter sichtlich unter Schock gestanden habe. Eine 23-jährige Arzthelferin, die als Gast im Freibad war, begann mit der Herz-Lungen-Massage, der Bademeister übernahm die Mund-zu-Mund-Beatmung. Während des zweiten Durchlaufs habe das Mädchen gehustet, schildert Ersthelferin Canan Genc der HAZ im Nachhinein am Telefon.

Die Vierjährige wurde in die stabile Seitenlage gebracht, das Erbrochene aus ihrem Mund entfernt und das Mädchen daraufhin in eine Klinik auf Intensivstation gebracht.

"Es ist wie ein Wunder"

Canan Genc wirkt noch immer hörbar erleichtert, dass die Geschichte doch noch ein gutes Ende genommen hat. "Als ich gesehen habe, dass das Mädchen nicht mehr atmet, dachte ich sie sei tot", erzählt die Hannoveranerin. "Es ist wie ein Wunder."

Es ist nicht das erste Mal, dass Canan Genc, die in einer Augenarzt-Praxis in Hannover-Kleefeld arbeitet, in eine solche Lage geraten ist. Schon bei zwei anderen Menschen hat sie allein in diesem Jahr Erste Hilfe geleistet. "Vielleicht ist es Schicksal", sagt die junge Frau. Bei einem so kleinen Kind sei es jedoch das erste Mal gewesen.  Die Routine helfe aber dabei, in so einer Situation schnell und richtig zu reagieren. "Ich habe nur eine Millisekunde überlegt, was zu tun ist."

Der zum Unfallort gerufene Notarzt sagte, nur durch das schnelle Eingreifen der Ersthelfer konnte Schlimmeres verhindert werden. Das Kind soll inzwischen wieder auf dem Weg der Besserung sein.

Polizei ermittelt gegen die Mutter

Gegen die Mutter ermittelt die Polizei nun wegen fahrlässiger Körperverletzung, weil sie ihr Kind unbeaufsichtigt gelassen haben soll. Das ist in solchen Fällen Routine. "Die genauen Umstände, wie es zu dem Unfall kommen konnte, werden aber noch geprüft", sagt Polizeisprecher Sören Zimbal. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. 

Während das Mädchen im Freibad erfolgreich reanimiert wurde, sollen sich mehrere ältere Kinder selbst in Gefahr gebracht haben. Sie sollen von einer 20 Meter hohen Brücke in den Mittellandkanal gesprungen sein. Nach aktuellen Informationen blieben die Kinder unverletzt. Die Polizei hat sich bisher noch nicht ausführlicher zu dem Vorfall geäußert.

isc/jst/ewo

+++ Redaktioneller Hinweis: Der Artikel wurde im Laufe des Tages nach Hinweisen von Augenzeugen mehrfach aktualisiert. +++

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