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Virologe sieht höhere Gefahr für Mensch und Umwelt

Boehringer Tierimpfstoffzentrum Virologe sieht höhere Gefahr für Mensch und Umwelt

Vom umstrittenen Tierimpfstoffzentrum der Firma Boehringer in Kirchrode gehen für die Menschen nach Ansicht eines renommierten Virologen weitaus höhere Gefahren aus als bisher bekannt.

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Proteste gegen das Tierimpfstoffzentrum Boehringer in Hannover.

Quelle: dpa

Hannover. Der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle, Prof. Alexander S. Kekulé, hat im Auftrag der „Bürgerinitiative gegen Massentierversuche in Wohngebieten“ ein Gutachten erstellt, das höhere Sicherheitsstandards einfordert.

Neue Erkenntnisse zur Entstehung und Verbreitung der Schweinegrippe seien in der bisherigen Sicherheitsbewertung nicht veröffentlicht worden, schreibt der Wissenschaftler. Die Übertragung des Schweinegrippevirus auf den Menschen sei nicht ausgeschlossen, denn das Virus könne relativ einfach mutieren. Die möglichen Abwandlungen des Virus seien vom Gewerbeaufsichtsamt in der gentechnischen Genehmigung nicht berücksichtigt worden. Und da das genetische Material von Schwein und Mensch ähnlich sei, sei eine Übertragung möglich. Das mache eine völlig neue Bewertung der Anlage nötig, heißt es in dem Gutachten, das am heutigen Mittwoch veröffentlicht werden soll.

Die Einstufung des Bauvorhabens in Sicherheitsstufe 2 sei nicht gerechtfertigt, schreibt Kekulé nach HAZ-Informationen in dem 45-seitigen Papier. Nach Ansicht des Virologen müsste für das Tierimpfstoffzentrum mindestens die nächsthöhere Sicherheitsstufe 3 gelten. Für Boehringer würde eine höhere Sicherheitsstufe auch einen erheblichen Mehraufwand bedeuten. Allerdings hat sich das Unternehmen in einem Vertrag mit der Landeshauptstadt nur dazu verpflichtet, die Anlage mit der niedrigeren Sicherheitsstufe 2 zu betreiben.

Das Arzneimittelunternehmen aus dem rheinland-pfälzischen Ingelheim baut die Anlage derzeit für rund 40 Millionen Euro. Ein Team von Wissenschaftlern soll dort bis zu 1000 Schweine infizieren, um Impfstoffe zu entwickeln und zu testen. Bei Bedarf sollen die Forschungen auch auf Rinder ausgeweitet werden. Die Fertigstellung des Baus ist für Ende des Jahres geplant.

Im Frühjahr waren die Boehringer-Gegner mit einer Klage gegen die Baugenehmigung durch die Stadt gescheitert. Derzeit läuft vor dem Verwaltungsgericht Hannover noch eine Klage gegen die gentechnische Genehmigung, in diesem Rahmen wurde das jüngste Gutachten in Auftrag gegeben.

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