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Aus der Stadt Vogelgrippe: Das müssen Sie wissen
Hannover Aus der Stadt Vogelgrippe: Das müssen Sie wissen
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14:29 30.11.2016
Quelle: dpa (Symbobild)
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Hannover

Die Vogelgrippe ist in der Region Hannover angekommen. Bei einer toten Reiherente habe sich der Verdacht auf Geflügelpest bestätigt, teilte die Region Hannover am Sonnabend mit. Das tote Tier war am Hufeisensee in Isernhagen gefunden worden. Vom kommenden Dienstag an werden in einem Radius von mindestens zehn Kilometern um den Fundort ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet eingerichtet.

Die Vogelgrippe ist in der Region Hannover angekommen. Bei einer toten Reiherente wurde das Virus H5N8 nachgewiesen.

In beiden Gebieten gelten besondere Auflagen. So dürfen Hunde und Katze grundsätzlich weder im Sperrbezirk noch im Beobachtungsgebiet frei herumlaufen. Für das Beobachtungsgebiet im Stadtgebiet von Hannover gibt es allerdings eine Ausnahmegenehmigung für Hunde- und Katzenhalter. In Bereichen, die mindestens 50 Meter von natürlichen und künstlichen Gewässern entfernt liegen, dürfen die Tiere frei laufen. Hier finden Sie die genaue Aufschlüsselung der Maßnahmen.

Michael Schimanski, Amtstierarzt der Region Hannover, und Annette Bendix vom Fachdienst Verbraucherschutz und Veterinärwesen, haben der HAZ die wichtigsten Fragen von Haustierhaltern beantwortet.

Können Hunde und Katzen sich anstecken? 

Bisher sind keine Fälle bekannt, bei denen Hunde oder Katzen durch das Geflügelpestvirus krank geworden sind. Hunde und Katzen können das Virus aber aufnehmen und weiterverbreiten, ohne selber zu erkranken. Damit können sie das Virus weitertragen und sollten daher von erkranktem Geflügel fern gehalten werden.

Kann ich meinen Hund oder meine Katze impfen lassen?

Eine Impfung gegen Geflügelpest ist nicht verfügbar und wäre durch die große Variabilität des Virus auch nur bedingt sinnvoll.

Worin besteht genau die Gefahr? 

Mit dem Freilaufverbot für Hunde und Katzen soll verhindert werden, dass sie tote Wildvögel finden und durch die Gegend schleppen, sodass sich das Virus H5N8 weiter ausbreitet. Manche Hunde fressen auch gern Aas. Erkrankte Tiere lassen sich zudem in der Regel einfacher jagen, sodass sie für Katzen zu einer leichten Beute werden.

Gilt das Freilaufverbot auch für Jagdhunde? 

Jäger dürfen ihre Hunde nur noch angeleint mit ins Revier nehmen. Auch alle anderen Hundehalter müssen ihre Tiere wie zur Brut- und Setzzeit wieder an der Leine führen – und das nicht nur in der freien Landschaft, sondern auch in den Ortschaften.

Was können Katzen- und Hundehalter tun, damit ihre Tiere sich auch mal im Freien tummeln können? 

Sie können bei der Region Hannover unter www.hannover.de/vogelgrippe einen Ausnahmeantrag stellen. Die Halter müssen genau begründen, warum sie für ihre Katze oder ihren Hund eine Ausnahmegenehmigung haben wollen und wie sie den Freilauf gestalten wollen. Gute Chancen, dass der Antrag genehmigt wird, haben beispielsweise Katzenhalter, die sich dazu verpflichten ,ihre Tiere nur unter Aufsicht frei laufen zu lassen. Man kann auch eine Katze an der Leine spazieren führen – wenn sie es sich gefallen lässt.

Haben Sie Tipps für Katzenhalter, deren Tiere an Freilauf gewöhnt sind?

Katzen, die an Freilauf gewöhnt sind, lassen sich nur schwer längerfristig in der Wohnung halten. Wichtig ist, die Tiere zu beschäftigen und sie auszulasten. Da Katzen das Virus übertragen können, ist es wichtig, Infektionsketten zu unterbrechen. Katzen sollten daher von den Nutzgeflügelbeständen ferngehalten werden. Sie sollten auf keinem Fall Zugang zu den Stallungen haben, oder dort als „Schädlingsbekämpfung“ gegen Mäuse oder Ratten eingesetzt werden.

Wie wichtig ist es, dass sich jeder an die Auflagen in der Beobachtungszone hält? 
Das ist sehr wichtig. Das gilt vor allem auch für private Geflügelhalter mit nur wenigen Tieren. Auch sie müssen ihre Hühner, Enten oder Gänse im Stall lassen und die Hygienevorschriften beachten. Würde ein Vogelgrippefall in solch einem Kleinbestand auftreten, hätte das große Auswirkungen auf die Geflügelbetriebe sowie Hunde- und Katzenhalter im weiten Umkreis.

Was sollte man tun, wenn man Tierhalter beobachtet, die sich nicht an die Auflagen halten? 
Die Region hat ein großes Interesse daran, dass sich alle daran halten und eventuelle Verstöße gemeldet werden.

Wie lange werden diese Auflagen gelten und wer entscheidet, wann die Beobachtungszone aufgehoben wird? 
Sie gelten 30 Tage, vorausgesetzt es werden keine weiteren an der Vogelgrippe verendeten Tiere entdeckt.

Die Fragen stellten Anette Wulf-Dettmer und Jutta Rinas.

Weitere Hinweise für Anwohner

Was sollen Bürger tun, die eine verendete Ente an einem See oder eine verendete Meise im Garten finden?

Singvögel und Tauben sind von der Vogelgrippe äußerst selten betroffen und müssen nicht gemeldet werden. Bei Wildvögeln können Wasservögel, Greifvögel, Eulen, Störche, Kraniche, Krähen, Elstern, Fasane und Rebhühner an der Geflügelpest sterben. Wer einen verendeten Vogel entdeckt, sollte ihn nicht berühren. Finder sollten in der Landeshauptstadt die Feuerwehr und im Umland die Veterinärbehörde der Region unter (05 11) 61 62 20 95 verständigen.

Welche Regeln sind bei der Winterfütterung von Vögeln im Garten zu beachten?

Singvögel tragen das Virus normalerweise nicht in sich. Derzeit finden die Gartenvögel ausreichend Nahrung ohne eine besondere Fütterung. Grundsätzlich empfiehlt die Veterinärbehörde der Region, Futterschalen regelmäßig zu reinigen – unabhängig von der Geflügelpest. Der beste Schutz vor Krankheitserregern ist es, sich regelmäßig und gründlich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen.

Was müssen Besitzer von Wellensittichen und Kanarienvögeln beachten?

Das Risiko für Wellensittiche und Kanarienvögel, sich mit der Vogelgrippe zu infizieren, ist gering, zumal die Tiere meist im Haus gehalten werden. Auch für Volieren im Außenbereich gibt es keine besonderen Vorschriften.

Gelten die verschärften Hygieneregeln wie das Desinfizieren nach Stallbesuchen auch für private Geflügelhalter, die vier Hühner oder zwei Enten haben?

Ja, die strengen Hygieneregeln gelten für alle Geflügelhalter.

Wie kontrollieren die Behörden die Einhaltung?

Die Region hat festgestellt, dass Nachbarn sehr aufmerksam verfolgen, wie Geflügelhalter mit den Tieren angesichts der Vogelgrippe umgehen, berichtet Sprecherin Christina Kreutz. Daher gebe es derzeit viele Hinweise auf Tiere, bei denen die Stallpflicht nicht eingehalten werde.

Welche Sanktionen drohen Geflügelhaltern, wenn sie gegen die Vorschriften verstoßen?

Möglich sind gebührenpflichtige Verwaltungsmaßnahmen und Ordnungswidrigkeitsverfahren von bis zu 30.000 Euro. Möglich wären auch privatrechtliche Haftungsforderungen von anderen Geflügelhaltern oder der Wirtschaft.

mak

Erster Fall von Vogelgrippe in der Region Hannover: Bei einer toten Reiherente, die am Hufeisensee in Isernhagen gefunden wurde, hat sich der Verdacht auf Geflügelpest bestätigt. Um den Fundort wird ab Dienstag ein Sperrbezirk gezogen. Hunde müssen von nun an die Leine, Katzen müssen im Haus bleiben.

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