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Unterschriftensammlung

Volksbegehren soll Landtagsbau in Hannover retten

Von Conrad von Meding

Gegen den geplanten Abriss des Plenarsaals am Landtag läuft jetzt ein Volksbegehren. Die Landeswahlleitung hat Montag bestätigt, dass der niedersächsische Zusammenschluss Freier Wählergemeinschaften das Prozedere beantragt hat.
Am Sonnabend warben die Aktivisten für ihr Anliegen.

Am Sonnabend warben die Aktivisten für ihr Anliegen.

© med

Die Bürgervertreter fordern, die für Abriss und Neubau veranschlagten 45 Millionen Euro besser in Kitas, Schulen und Straßen zu investieren. Im Landtag reiche eine preiswertere Reparatur der Schäden. Vertreter der hannoverschen Initiative „Bürgerbeteiligung Landtag“ haben den Vorstoß mit Skepsis aufgenommen. „Wer meint, beim Volksbegehren unterschreiben zu müssen, kann das tun – es beißt sich nicht mit unseren Zielen“, sagt Initiativensprecher Sid Auffarth. Man selbst wolle aber nicht mit den Wählergemeinschaften verwechselt werden. Sie träten „eher rechthaberisch auf“, auch gebe es bis auf die Kernforderung wenig Schnittmengen in der Argumentation.

Nach eigenen Angaben vertritt der landesweite Zusammenschluss Freier Wählergruppen „etwa 100 bis 120“ örtliche Initiativen – ganz genau kann das auch im Sprecherkreis niemand sagen. In Hannover ist die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) von Manfred Neugebauer in dem Bündnis vertreten, die zeitweilig mit der Pauli-Partei geliebäugelt hatte, dann aber doch lieber unabhängig blieb. Auch in anderen Regionsstädten wie Barsinghausen, Pattensen oder Lehrte gibt es Freie Wählergruppen.

Bei einer ersten Unterschriftensammlung auf dem Opernplatz sollen rund 1000 Unterschriften zusammengekommen sein. Nun beginnt auch in anderen Landesteilen die Stimmensammlung. Der geplante Abriss sei mitnichten nur in Hannover Thema, sagt Hans-Wolfgang Levy aus Vienenburg im Raum Goslar, Generalsekretär der Freien Wähler Niedersachsens. „Die Leute ärgern sich im ganzen Land über diese Geldverschwendung“, bestätigt auch die stellvertretende Landesvorsitzende Renate Bitz aus Hann-Münden: „Die Abgeordneten sind im Monat nur drei Tage im Plenargebäude und wollen einen Neubau – aber meine Enkel werden täglich in maroden Schulen unterrichtet.“ Man sei zuversichtlich, die notwendige Zahl von 608.730 Unterschriften zu erhalten, sagt Levy.

Hannovers Initiative „Bürgerbeteiligung Landtag“, in der zahlreiche Organisationen vom Heimatbund bis zur Architektenvereinigung mitarbeiten, hat nach eigenen Angaben schon 7000 Unterschriften gesammelt und 18.000 Aufkleber für den Erhalt des denkmalgeschützten Plenargebäudes verteilt. Für den 7. Juni ist eine große Kundgebung an der Oper angemeldet. Der Termin hängt nicht nur mit der letzten Landtagssitzung vor der Sommerpause zusammen, sondern ist zugleich Jahrestag der hannoverschen Rote-Punkt-Aktion gegen die Erhöhung von Straßenbahnpreisen. „Das war eine vorbildliche Demonstration von Bürgerwillen“, sagt Auffarth.

Inzwischen hat die Initiative auch zahlreiche prominente Unterstützer gewinnen können. Die einstige Landesministerin Heidi Merk, der ehemalige Landtagspräsident Rolf Wernstedt, der einstige Verfassungsrichter Ernst-Gottfried Mahrenholz, Kabarettist Dietrich Kittner und der ehemalige Stadtsuperintendent Hans-Werner Dannowski sprechen sich gegen den Abriss aus. Auch der langjährige Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg kritisiert den Abriss. Er steht dabei zwar im Kontrast zu seinem Nachfolger Stephan Weil, betont aber, dass es sich um kein kommunales, sondern ein Landesthema handele – sonst würde er sich nicht äußern.

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  • Volksbegehren Arnulf Neumann – 21.04.10
    ein Volksbegehren ist schon deshalb richtig, um zu ermitteln, um wieviele Lichtjahre sich die sich so nennenden "Volksvertreter" des Niedersächsischen Landtages - denkmalrechtlich und im Umgang mit den ihnen anvertrauten öffentlichen Geldern - von "ihrem" Volk entfernt haben.
  • Volksbegehren soll Landtagsbau in Hannover retten Conrad v. Meding – 21.04.10
    Liebe Leute,

    Hannover wird dereinst Hauptstadt des neuen Nordstaates ein, das aus den Ländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gebildet wird.

    Dazu braucht es eines adäquaten Landtagsgebäudes.

    Und das neu aufgebaute Schloss Herrenhausen dient dann der Nordstaatsregierung als repräsentatives Domizil für offiziöse, für kulturelle und nicht zuletzt für festliche Zwecke.

    Man muss die Sache perspektivisch sehen! Kapiert?

    Hans J. Mundt, Hannover
  • Landtagsneubau F.J.John – 20.04.10
    Was soll dieser Unfug? Unsere Politiker sollten sich ein Beispiel an England nehmen. Wer das dortige Unterhaus kennt, findet dsen derzeitigen Bau in Hannover als puren Luxus. Wir brauch keine pompösen Luxusbauten für wenige Leute und wenige Tage. Wir brauchen statt dessen dringend ordentliche Schulen.
    Den Unsinn, den unsere "Politiker" verzapfen, können sie auch in weniger repräsentativen Gebäuden anstellen und äußern. Aber dieses derzeitige "Großmannsgehabe ist wirklich unverantwortlich. Allen Abgeordneten, die für diese extreme Gelverschendung gestimmt haben, gilt eine vielfaches "Pfui Teufel". Warum beteiligt man diese Abgeordneten nicht an den finanziellen Schäden, die sie selbst anrichten?
  • @DA LJA – 19.04.10
    Diesen Flügel gab es leider nicht. Das Leineschloss war niemals ein komplett symmetrisches Gebäude. Etwa auf dem Platz der Göttinger Sieben stand früher einmal die Hof-Oper.
  • Denkmalschutz Achim – 19.04.10
    Alle, die keine Ahnung von Denkmalschutz haben, sollten ihre Klappe halten.
  • wie in Lehrte ? Fürst R. – 19.04.10
    Volksbegehren in Niedersachsen lohnt nicht, wie in Lehrte gegen den Baumarkt neben dem Stadtpark. Nachdem genug Stimmen eingereicht wurden, galten diese irgendwie nicht mehr oder so ähnlich.
  • Neubau Plenarsaal L. Paritidis – 19.04.10
    Ein Neubau würde sicher prächtig aussehen, aber wo soll denn das Geld herkommen. Alle, natürlich auch Politiker..reden von leeren Kassen, kein Geld für neue Straßen,
    Arbeitslose, Infrastruktur, sozialen Wohnungsbau. Könnte es nicht ein kostengünstige Lösung geben ?
  • @Medly DA – 19.04.10
    ICh sehe das genauso wie Sie, dass der jetzige Landtagsanbau völlig hässlich ist, aber der Neue ist da auch nicht besser als gesichtsloser Glaskasten in der ALTstadt. Ich würde es am liebsten haben, dass der Laves-Flügel gebaut werden würde. Das würde optiosch optimal passen, aber bleibt wohl ein Traum... schade..
  • Igitt!!! Medley – 19.04.10
    Weg mit der tumpen, hässlichen Schachtel. Grade in den ersten Nachkriegsjahrzehnten wurden, um es prolemisch überspitzt auszudrücken, doch eigentlich nur drittklassige Notbaracken, die oft auf viertklassige Art die Bauhausarchitektur der 20ziger Jahre nachäfften, billig hochgezogen. Dieser ganze geschmacklose Schr... hat nicht die geringste Berechtigung als Denkmal anerkannt zu werden. Das wäre sozusagen ja direkt eine Verhöhnung nachfolgender Generationen.
  • @ DA Hacki2 – 19.04.10
    Stimmt genau. Hier geht es ja nicht um eine Gesetzesvorlage oder Dergleichen. Festzustellen wäre, ob der Beschluss des Landtages einen Verstoß gegen §6 und §7 des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes darstellt.
  • Fraglich DA – 19.04.10
    Ein Volksbegehren darf ausschließlich den Gegenstand eines Gesetzes haben.
    Ich habe große Bedenken, dass das hier eingreift und ein Volksbegehren gegen einen Landtagsbeschluss überhaupt zulässig ist.

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