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VHS startet ohne Haupteingang

Baustellen kommen sich in die Quere VHS startet ohne Haupteingang

Das neue VHS-Gebäude am Hohen Ufer steht offenbar unter keinem guten Stern. Nachdem die Modernisierung des früheren Schulhauses bereits wegen erheblicher Mehrkosten in Millionenhöhe für Kritik sorgte, werden die Bauarbeiten jetzt auch noch deutlich länger dauern als zunächst geplant.

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Quelle: Kutter

Hannover . Damit die neue Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule neben dem Historischen Museum trotzdem zum Wintersemester an den Start gehen kann, wird das Gebäude zunächst einen provisorischen Eingang haben.

An der Verzögerung ist laut Angaben der Stadt die Baustelle auf dem Nachbargrundstück verantwortlich. Dort errichtet die Firma Helma derzeit zwei Wohnhäuser mit Gastronomie und Geschäften im Erdgeschoss sowie ein Restaurant mit Leineblick. Beide Baustellen kommen sich offenbar in die Quere, weshalb der VHS-Haupteingang über den Platz an der Burgstraße erst einmal unvollendet bleibt. „Die komplette Außentreppen- und Rampenanlage kann zunächst nicht gebaut werden“, sagt Rathaussprecherin Anja Menge. Laut den aktuellen Planungen wird der Haupteingang erst Ende November fertiggestellt werden.

Für die Besucher und Mitarbeiter der Einrichtung bedeutet das, dass sie bis dahin nur über eine Interimslösung ins Gebäude kommen: Der Zugang erfolgt über den Nebeneingang Am Hohen Ufer, der bereits besteht. Der ist zwar etwas unauffälliger als der geplante Haupteingang, wurde aber ebenfalls behindertengerecht angelegt.

Anna Leine bietet Kaffee, Kuchen und Currywurst

Im Erdgeschoss der VHS eröffnet am 1. Oktober das Kaffeehaus Anna Leine. Der exklusive Gastronomiestandort am Altstadtufer wird von der Behinderteneinrichtung Hannoversche Werkstätten (HW) betrieben. Das Café ist das erste derartige HW-Projekt im öffentlichen Raum. Bislang kochen die 180 Gastro-Mitarbeiter nur für Betriebskantinen – unter anderem für die im Haus der Region.

Morgen werden die frisch renovierten Räume an die HW übergeben. Dann haben die Handwerker noch sechs Wochen Zeit, um die Innenausstattung herzurichten. Die anvisierte „Wohlfühl-Atmosphäre“ lässt sich die Behinderteneinrichtung rund 250 000 Euro kosten. „Das Geld muss Anna Leine natürlich wieder als Gewinn einspielen“, sagt Werkstätten-Geschäftsführerin Vera Neugebauer. Der Pachtvertrag mit der Stadt Hannover läuft zunächst für fünf Jahre, beinhalte aber verschiedene Verlängerungsoptionen.

Das gastronomische Angebot besteht aus Kuchen und Kaffeespezialitäten, die in Zusammenarbeit mit der Hannoverschen Kaffeemanufaktur entstehen. Die Küche wird außerdem Frühstück, Suppen, Salate, Tagesgerichte und Zwischenmahlzeiten wie etwa die Anna-Leine-Spezial-Currywurst anbieten.

Das Café wird im Innenraum insgesamt 62 Sitzplätze anbieten. Eine ähnlich große Außenbestuhlung ist angedacht. Sie soll aber frühestens im kommenden Jahr dazukommen, wenn das Außengelände der VHS keine Baustelle mehr ist.
Im komplett barrierefreien Kaffeehaus Anna Leine sollen insgesamt 28 Jobs entstehen. Bei den meisten Beschäftigten wird es sich um Werkstattmitarbeiter handeln, die für den Arbeitsmarkt qualifiziert oder rehabilitiert werden. Das Café soll zunächst montags bis freitags von 7.30 bis 22 Uhr geöffnet werden, sonnabends von 7 bis 18 Uhr. Eine Sonntagsöffnung ist frühestens 2016 geplant. cli

Der bereits laufende Umzug der VHS aus dem alten Gebäude am Theodor-Lessing-Platz wird durch die Verzögerung nicht beeinträchtigt. „Der Umzug wird bis zum 1. September abgeschlossen sein“, bestätigt die Stadtspecherin. Die vollständige Inbetriebnahme der gesamten Einrichtung inklusive Cafeteria soll bei der feierlichen Eröffnung am 1. Oktober geschehen. 

Laut VHS-Chef Michael Guttmann wird der Umzug zwar bis Mitte Oktober die Mitarbeiter auf Trab halten. Auf das Kurs- und Vortragsprogramm der Volkshochschule hat der Umzug aber zunächst keine Auswirkungen. Alle Veranstaltungen werden wie geplant stattfinden.

Die Baukosten werden sich durch die unerwarteten Probleme wohl nicht erhöhen. „Die beauftragten Leistungen liegen bisher im genehmigten Kostenrahmen“, sagt Rathaussprecherin Menge. Der Finanzausschuss des Rates hatte im Juni zähneknirschend den zwischenzeitlich angestiegenen Baukosten in Höhe von 11,5 Millionen Euro zugestimmt – ursprünglich sollte das Projekt nur 9,2 Millionen Euro kosten.

Laut Stadt habe ein nachträgliches Prüfungsverfahren für die Auftragsvergabe der Abbrucharbeiten einen Termindruck erzeugt, den sich die Baufirmen teuer bezahlen ließen. Zudem sei eine Firma pleitegegangen und im Winter habe es auch noch witterungsbedingte Verzögerungen gegeben. Das gesprengte Budget nahmen Ratspolitiker von CDU und FPD damals zum Anlass für harsche Kritik an der Verwaltung, deren Kostenplanung „fahrlässig und nicht nachvollziehbar“ sei.

Von Christian Link

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