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Dieser Ü-50-Kurs gibt Nachhilfe im Flirten

Volkshochschule Dieser Ü-50-Kurs gibt Nachhilfe im Flirten

Der Flirtkurs 50+ der Volkshochschule will älteren Menschen Tipps bei der Partnersuche geben. In mehreren Sitzungen lernen die Teilnehmer Kontaktaufnahme und Smalltalk. Die Kursleiter wollen vermitteln, dass Flirten keine Frage des Alters ist.

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Die Kursleiter wollen den flirtenden Teilnehmer auch vermitteln, „dass Alter nichts mit grauen Mäusen sondern eher mit Leben für Fortgeschrittene zu tun hat.“

Quelle: Christian Behrens

Hannover. Der grüne Lidschatten von Hannelore ist ein Traum. Der Rock von Christa ein echter Hingucker. Und das verschmitzte Lächeln von Heribert sowieso. Der Flirtkurs 50+ startet mit einer spontanen Vergabe von Komplimenten. „Das ist schon ein komisches Gefühl, wildfremden Menschen etwas Positives zu sagen - und ebenso viel zurückzubekommen“, sagt Marion, mit 54 Jahren die Jüngste im Flirtkurs der Volkshochschule.

Der Flirtkurs 50+ der Volkshochschule will älteren Menschen Tipps bei der Partnersuche geben. In mehreren Sitzungen lernen die Teilnehmer Kontaktaufnahme und Smalltalk. Die Kursleiter wollen vermitteln, dass Flirten keine Frage des Alters ist.

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Drei Termine sind angesetzt, um Menschen im fortgeschrittenen Alter Kontaktaufnahme und Kommunikation zu erleichtern. „In meinem Alter ist es gar nicht so einfach, ungezwungen neue Leute kennen zulernen - und schon gar nicht auf dem Dorf“, sagt die 62-jährige Hilde. Ihren Kindern hat sie vorsichtshalber nichts von dem Kursbesuch erzählt. Christa und Barbara können das nicht verstehen. „Das ist doch völlig harmlos , die Kinder haben sich sehr gefreut.“

Drei Termine haben die Kursleiter Conny Anhelm-Dieng, Silke Wendland und Körpertrainer Loek Grobben angesetzt, um den Teilnehmern, die es von der Warteliste in die VHS geschafft haben, Kommunikation, Offenheit und Selbstbewusstsein zu vermitteln. Beim ersten Treffen geht es vor allem ums Kennenlernen. „Das war völlig unkompliziert, wir waren schnell eine eingespielte Truppe“, erzählt Birgit, die gleich eine Whats­app-Gruppe eingerichtet hat - „mit dem Versprechen, dass wir uns keine albernen Videos schicken“. Der zweite Termin steht unter dem Motto Farb- und Stilberatung. „Viele wissen zwar was ihnen steht, aber nicht welche Signale sie mit ihrem Äußeren aussenden“, sagt Anhelm-Dieng. Beim letzten Treffen schließlich geht es um Körpersprache und Berührungen. Die Teilnehmer spielen Kennenlern-Szenen nach, spiegeln sich Hand gegen Hand, tanzen, üben Rollenspiele und den offenen Blick. „Es hat mich sehr überrascht, wie schnell das mit der Lockerheit und Offenheit geklappt hat“, sagt Christa. Man sei ja schon reichlich aus der Übung.

"Leben für Fortgeschrittene"

Die Kursleiter wollen den flirtenden Teilnehmer auch vermitteln, „dass Alter nichts mit grauen Mäusen sondern eher mit Leben für Fortgeschrittene zu tun hat“ meint Grobben. Die Männer sind in dieser Runde in der Minderzahl, aber nicht weniger offen für neue Erfahrungen. „Es ist etwas ganz anderes hier als etwa beim Speed-Dating“, sagt Matthias. Den Flirtkurs betrachtet er eher als Selbsterfahrung denn als Partnerbörse. Auch Heribert betont, dass er an der VHS nicht auf Frauensuche ist. „Ich möchte mich besser kennenlernen in der Kommunikation mit anderen und auf Gleichgesinnte stoßen.“ In Christa hat er bereits jemanden gefunden, sie wollen nach Kursabschluss mal zusammen Golfen gehen.

Barbara und die anderen sind vor allem begeistert davon, wie offen die Gruppe ist. „Aber wer einen Flirtkurs bucht, sollte bereit für neue Herausforderungen sein“, meint Birgit. Nicht nur im Kurs: „Es spricht ja nichts gegen ein lockeres Gespräch an der Supermarkt-Kasse“, meint Heribert. Für so eine unverbindliche Kommunikation fühle er sich nun viel aufgeschlossener. Loek Grobben sagt, er habe am Nachmittag viele Flirts gesehen. „Offenbar flirten viele schnell ganz von selbst.“ Jemanden anzusprechen, so der Trainer, koste immer Überwindung. „Durchs Flirten wird man auch verletzlich.“ Aber Nähe zuzulassen sei ein tolles Gefühl, schwärmt Christa.

Auch wenn der Kurs offiziell vorbei ist, die Gruppe bleibt in Verbindung. Und eine Fortsetzung ist bereits geplant. „Mal sehen, wer von uns dann schon die VHS-Theorie in die Praxis umgesetzt hat“, sagt Marianne. Die Komplimente jedenfalls wirken ordentlich nach.

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