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Aus der Stadt Volles Haus bei HAZ-Forum über Disziplin in Schulen
Hannover Aus der Stadt Volles Haus bei HAZ-Forum über Disziplin in Schulen
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21:39 09.03.2017
Quelle: Schaarschmidt
Hannover

Beim HAZ-Forum ging es am Donnerstag um disziplinlose Schüler, überforderte Eltern und hilflose Lehrer – und die Frage, wie alle Seiten wieder zu einem respektvolleren Miteinander kommen.

Auf dem Podium saßen:

  • Eva Busch, Kinder- und Jugendpsychologin und Leiterin des Winnicott-Instituts
  • der renommierte Erziehungswissenschaftler Professor Manfred Bönsch, der für Eltern-Kind-Verträge wirbt
  • der ehemalige Leiter der Goetheschule, Wilhelm Bredthauer
  • Andrea Kunkel, Leiterin der Grundschule in Langenhagen-Godshorn
  • Michael Balke, Mitglied im Stadtelternrat
  • Georg Hölting, besucht die 13. Klasse der Integrierten Gesamtschule Roderbruch

Moderiert wurde die Veranstaltung von HAZ-Bildungsredakteurin Saskia Döhner

Gewalt auf dem Pausenhof, respektloses Verhalten gegenüber den Lehrern: In Hannovers Schulen mangelt es zuweilen an Disziplin – vonseiten der Schüler, aber auch einiger Eltern. Warum ist das so? Darum ging es am Donnerstag beim HAZ Forum, der großen Diskussionsrunde im Pressehaus. 

Hier können Sie die Veranstaltung im Protokoll nachlesen:

  • 09.03.17 20:32
    Was können Eltern ändern? Michael Balke, Elternvertreter in Hannover, betont, dass Regeln in der Familie wichtig sind. Gemeinsames Essen und reden helfe dabei. "Wir sollten den Mut haben, uns unbeliebt zu machen. Unsere Kinder können nur so merken, dass sie vielleicht viel tun können, dass aber alles Konsequenzen hat."
  • 09.03.17 19:55
    Sind Lehrer schlecht erreichbar, wenn Eltern Probleme besprechen wollen? Eine Grundschullehrerin berichtet, die Eltern ihrer Klasse hätten alle ihre Telefonnummer und Mail-Adresse. "Aber wenn ein Kind sich ärgert, rufen die Eltern andere Eltern an, posten das Problem auf Whatsap, so dass alle halbinformiert sind." Die Lehrerin betont, sie würde dringend mit den Eltern reden wollen. "Aber diese Eltern verweigern das Gespräch. Ich fühle mich hilflos."
  • 09.03.17 19:42
    Diskussionen über Regeln seien sicher notwendig, argumentiert Kinder- und Jugendpsychologin Eva Busch. "Aber es ist genauso wichtig, dass ein Regelwerk irgendwann gilt und eingehalten wird." Bredthauer pflichtet bei. Die Zahl an Regeln sollte überschaubar sein. "Und vor allem müssen Eltern und Lehrer sich darüber einig sein." Dreh- und Angelpunkt sei dabei die Konsequenz, mit der die Erwachsenen die Einhaltung der Regeln einfordern.
  • 09.03.17 19:33
    Antje Dietrich, Leiterin einer Grundschule, fehlt in der Diskussion der Aspekt der kulturellen Unterschiede. "In unserer Schule führt das zu Verunsicherung." Ein Regelrahmen, dem sich alle anpassen, sei notwendig, betont Erziehungswissenschaftler Bönsch. "Jeder muss sich auf einen Mindestregelkanon einlassen, sonst funktioniert Schule nicht."
  • 09.03.17 19:16
    Die Kinder haben sich mit der Gesellschaft verändert, sagt der ehemalige Leiter der Goetheschule, Wilhelm Bredthauer. Vor 40 Jahren waren die Familien größer, oft blieb die Mutter zu Hause. Heute seien Eltern älter, in vielen Familien lebe nur noch ein Kind. "Wir haben es heute oft mit Prinzen und Prinzessinnen zu tun." Bei manchen Eltern gebe es das Gefühl, die Schule mache etwas mit den Kindern, das sie nicht kontrollieren könnten. "Dadurch resultiert ein erhöhter Gesprächsbedarf."
  • 09.03.17 19:03
    Die Situation in der Schule hat sich verändert, betont Andrea Kunkel, Leiterin der Grundschule in Langenhagen-Godshorn. "Wir müssen Höflichkeit einfordern." Bitte, danke, Entschuldigung zu sagen - das sei keine Selbstverständlichkeit mehr. Kinder überschreiten Grenzen, erlebt Kunkel. "Es ist für die Gemeinschaft wichtig, dass wir die Grenzen ziehen und insistieren."
  • 09.03.17 18:48
    "Erziehung ist vor allem die Pflicht der Eltern. Das steht sogar im Grundgesetz", sagt Erziehungswissenschaftler Manfred Bönsch. Doch was versteht man unter Erziehung? Lange Zeit sei die Frage der Disziplin ein Tabuthema gewesen. Er habe das nie verstanden. "Wir brauchen Disziplin zum Einhalten von Regeln." Autoritär wolle niemand erscheinen heutzutage. "Aber von allein wird nicht alles gut. Erziehung setzt Selbstdisziplin der Eltern voraus."
  • 09.03.17 18:37
    "Wir wollen keine Debatte aufmachen nach dem Motto früher war alles besser. Aber wir fragen, ob sich die Schulen verändert haben", erläutert Hannah Suppa, stellvertretende HAZ-Chefredakteurin, zum Start der Diskussion.
  • 09.03.17 14:47
    Auf dem Podium sitzen Eva Busch, Kinder- und Jugendpsychologin und Leiterin des Winnicott-Instituts, der renommierte Erziehungswissenschaftler Professor Manfred Bönsch, der für Eltern-Kind-Verträge wirbt, und der ehemalige Leiter der Goetheschule, Wilhelm Bredthauer, Andrea Kunkel, Leiterin der Grundschule in Langenhagen-Godshorn, Elternvertreter Michael Balke und Georg Hölting, der den 13. Jahrgang der Integrierten Gesamtschule Roderbruch besucht. Moderiert wird die Veranstaltung von HAZ-Bildungsredakteurin Saskia Döhner.


  • 09.03.17 14:45
    Herzlich willkommen beim HAZ-Forum zum Thema Disziplin in der Schule. In Hannovers Schulen mangelt es zuweilen an Respekt – so hört man es von Grundschulen genauso wie von weiterführenden Schulen. Warum? Ein Grund könnte sein, dass Erziehung, die eigentlich zu Hause passieren sollte, ins Klassenzimmer verlagert wird. Laut einer aktuellen Studie war jeder fünfte Pädagoge schon mal Oper von Gewalt. Viele Lehrer beklagen sich nicht nur über respektlose Schüler, sondern auch über ebensolche Eltern. Deshalb geht es bei der heutigen Diskussionsrunde um disziplinlose Schüler, überforderte Eltern und hilflose Lehrer – und die Frage, wie alle Seiten wieder zu einem respektvolleren Miteinander kommen.
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