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Von Wildseide bis Spitze: Die Mode der Hochzeit

Welfenhochzeit Von Wildseide bis Spitze: Die Mode der Hochzeit

Die Welfen laden zur Hochzeit, die Braut ist Modedesignerin - klar, dass der Griff in die Roben ein ausgewählter sein muss. Und die Trends sind klar: Mut zu knalligen Rot-, Orange- und Pinktönen, Materialmix, florale Muster und natürlich: das klassische Kostüm in Wildseide passend behutet. Und überhaupt - was trug eigentlich die Braut?

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Montage

Quelle: Körner/Derlin/Schaarschmidt

Hannover. Bei derart illustren Kreisen, die zur großen Welfenhochzeit geladen sind, darf man schon einiges erwarten. Die Kleiderordnung war per Einladung bereits gegeben: Für die Herren galt ein dunkler Anzug oder Cutaway, die Damen mochten eine formelle Tagesgarderobe wahlweise mit Hut wählen.

Zunächst: die Herren der Gesellschaft

Und so ward es dann auch: Das Gros der Männer kam im klassischen Cut, also einer schwarz-grau gestreiften Stresemann-Hose mit einem Gehrock, vereinzelt spielten auch die Herren mit der Mode, indem sie farbige Westen (gesehen: passend orange zur Brille) oder Krawatte (mutig frisch: pink) wählten. Bei strahlendem Sonnenschein wurde die Sonnenbrille zum wichtigsten Accessoire. 

Von Mausgrau bis schreiend Pink

Das galt auch bei den Damen, bei denen vorzugsweise gerne Brille mit modischem Doppelsteg gewählt wurde, den unter anderem Dior bereits vor zwei Jahren auf den Markt gebracht hat. Nicht wenige weibliche Gäste sind vermutlich aus Bekanntschaft zur Braut heraus aus dem Modebereich und wagten deshalb mutig Material- und Farbenmix zu Haaren im undone-Look (wenn eben nicht behutet) - so wie beispielsweise Beatrice Casiraghi.

"Die farberprobte Gesellschaft hatte ersichtlich Spaß im Umgang mit Farben und Mustern", erklärt Elise Wormenor, die an der Hochschule Hannover Modedesign studiert hat. "Orange und Pink und ein großes Repertoire an Grüntönen von Olive bis smaragdgrün hat man bei den Frauen gesehen", beschreibt die Modeexpertin. So trug Mafalda Prinzessin von Hessen, die seit fünf Jahren selbst als Designerin tätig ist, einen selbst kreierten olivfarbenen Jumpsuit mit einem leichten, korallfarbenen Mantel. 

Bunte Kleider, hohe Schuhe, ausgefallene Hüte: Das Tragen die Gäste der Welfenhochzeit zur Trauung von Ernst August und Ekaterina in der Marktkirche.

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Am häufigsten wählten die weiblichen Herrschaften florale Ornamente und große Blumenprints. "Es waren besonders viele ländlich inspirierte Hortensien aus der aktuellen Dolce&Gabbana-Kollektion zu sehen", sagt Wormenor. Beatrice von Knigge trug frische Hortensien im Haar gepaart mit einem floralgemusterten Kleid von Steffen Schraut.

Aber auch bodenlange Bohokleider und -röcke sowie Materialmixe wie Spitze kombiniert mit Taft oder Brokat mit zarter Seide begegnen bei den eintreffenden Gästen, so beispielsweise bei Olympia von Griechenland.

Ebenfalls auffällig häufig wählten die Frauen Volants und modische Glockenärmel. Und auch auf den roten Teppichen in Adelskreisen dürfte das gleiche Outfit zu - hoffentlich nur kurzzeitigem - Unmut führen. Immerhin: Man liegt mit Sonnengelb und Glockenärmel sehr im Trend!

"Zusammenfassend kann man sagen, dass uns heute hier in Hannover durchaus viele modische Highlights begegnet sind", fasst Wormenor zusammen.

Welfenhaft: Die Braut in einem Traum aus Spitze und Stickereien

Reich an Spitzen, Stickereien und Perlen - so hatte die Braut Ekaterina von Hannover ihr Kleid, dass die befreundete libanesische Designerin Sandra Mansour fertigte, bereits angekündigt. Aber wie viel prachtvoller war es dann in der Realität! Ein weit ausladender mehrlagiger Rock aus Chiffon und vermutlich Tüll, eine Schleppe, die von dem ebenfalls reich verzierten langen Schleier noch überragt wird, leicht gepuffte Chiffonärmel und über und über mit feiner Chantilly-Spitze, Stickereien und aufgesetzten Perlen.

Klassisch in Weiß, mit viel Spitze: Das trägt Ekaterina zur Hochzeit in der Marktkirche. Auch ihr Bräutigam Ernst August kann sich sehen lassen.

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Dreieinhalb Monate Arbeit sollen in dieser Robe stecken. Und es ist so reich an Verzierungen, dass die Braut keinen Schmuck gewählt hat - bis auf das prunkvolle Diadem. 

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Egal ob Lady Di, Mette Marit oder Grace Kelly: Adlige Hochzeiten sind vor allem modisch immer ein Highlight.

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Das Diadem von Ekaterina

Und Ekaterina trägt tatsächlich ein Diadem aus dem Hause der Welfen aus dem 19. Jahrhundert. Es ist nicht eindeutig, ob es Viktoria Luise, Prinzessin von Preußen und Tochter des letzten deutschen Kaisers, bei ihrer Hochzeit mit Ernst August, dem letzten regierenden Herzog Braunschweigs und Urgroßvater des Bräutigams, 1913 in die Ehe brachte.

Das Diadem ziert ein blühendes Geissblatt umrankt von Knospen und weiteren Blüten.

Prinz Ernst August (1914–1987) und Ortrud, Prinzessin von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, gingen 1951 den Bund der Ehe ein. Tausende säumten die Straßen und den Weg des Brautpaares von der Marktkirche durch die Lindenallee nach Herrenhausen.

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Das Blüten-Diadem trug bereits Chantal Hochuli als auch Caroline von Hannover. Es ist in dieser Hinsicht also bei all den Gerüchten zum familiären Zwist ein besonderes, ein zuversichtliches Symbol.

Die Abendgarderobe

So schön war die Abendgarderobe an der Welfenhochzeit vor der Feier in der Marienburg.

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Von Katharina Derlin

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