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Aus der Stadt Von wegen Lisbeth begeistern Fans im Capitol
Hannover Aus der Stadt Von wegen Lisbeth begeistern Fans im Capitol
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13:14 20.10.2017
Von wegen Lisbeth im Capitol. Quelle: Christian Behrens
Hannover

 Ach die Abkürzung. Hätten sie gewusst, dass der Bandame Von wegen Lisbeth irgendwann mit den drei Buchstaben VWL abgekürzt werden würde, dann hätten sie es sich vielleicht anders überlegt, sagt Sänger Matthias Rohde – „so eine spießige Abkürzung“. Andererseits: Ob die Berliner Indie-Pop-Band als „Harry Hurtig“ (so hieß die Band eine kurze Zeit lang), auch so erfolgreich gewesen wäre, ist die Frage. Auch wenn VWL irgendwie spießig klingt - gefeiert wird die Abkürzung doch. Die drei Buchstaben hinten auf der Bühne sind aus Leuchtstoffröhren, sie leuchten in verschiedenen Farben, fächern sich auf, fügen sich zusammen, funkeln, blinken und tanzen. Das passt ganz gut.

 Die Indie-Pop-Band Von wegen Lisbeth begeistert die Fans im Capitol.

Noch ein paar andere Versatzstücke aus der Spießerwelt prägen die Bühne des Von-wegen-Lisbeth-Konzerts im Capitol: Philodendron und Gummibaum wie aus der Amt, mechanische Schmetterlinge, die um Mikrofonständer flattern, wie aus dem Schnickschnackladen. Was auch heißt: VWL ist ganz nah am Alltag der Leute und ein bisschen verspielt. 

„Da, wo der schönste Fluss voller Seife ist“

In den intelligenten, schön mäandernden Texten von Matthias Rohde geht jemand auf Socken in die Küche, es gibt eine Störung im Betriebsablauf und drüben bei Penny sind Träume im Träume im XXL-Sparpaket zu kaufen. Das ist Alltag in Berlin – „Da, wo der schönste Fluss voller Seife ist / Und von einem Spezialboot künstlich beatmet wird“. 

Es sind nicht die großen Themen, die die Band interessieren; die Befreiung scheint meist nur im Kleinen stattzufinden - aber das Kleine, Banale, Alltägliche hat dann eben doch immer wieder etwas mit dem Großen zu tun: mit der großen Liebe, mit dem Erwachsenwerden, mit der Frage, wie man sich so einrichten kann in einer merkwürdigen Welt und ob das alles wirklich so sein muss.

„Ich will dein Sushi gar nicht seh’n“

„Gespräche über guten Milchschaum haben keine Existenzberechtigung“ singt Rohde in einem der frühen Hits von Von wegen Lisbeth. Aber ganz genau! Oder: „Lina, ich will dein Sushi gar nicht seh’n“ – eine absolut richtige Ansage an all jene, die gern ihr Essen fotografieren und andere mit derartigen Bildern belästigen 

Die Musik, satter Indierock von dunkel bis verspielt mit einigen wunderlichen Experimentierphasen, gibt diesen kleinen Ermahnungen den richtigen Wumms. 1600 begeisterte Gäste tanzen, wippen, hüpfen im Capitol herum (wobei der Balkon heftig in Schwingung gerät). Im vergangenen Jahr hat Von wegen Lisbeth vor 200 Gästen im Lux gespielt. Im Februar waren es immerhin 500 Gäste im Musikzentrum. Wenn das so weitergeht …. Nein, eine Band für die großen Arenen ist Von wegen Lisbeth nicht. Das würde alles nicht passen. Außerdem singt Matthias Rohde in „Cherie“: „Schöner wird es nie“.

Von Ronald Meyer-Arlt

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