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Aus der Stadt Die ersten Luftbilder von Hannover
Hannover Aus der Stadt Die ersten Luftbilder von Hannover
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00:15 15.10.2014
Von Simon Benne
Stadthalle und Zooviertel vor knapp 100 Jahren und heute: Kuppelsaal (Mitte) und der U-förmige Bau der Oberpostdirektion sind gut zu erkennen. Inzwischen sind Freiflächen bebaut - und das Eilenriedestadion der „Roten“ ist dazugekommen. Quelle: Historisches Museum
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Hannover

Seltsam vertraut wirken viele der Bilder. Die Stadthalle ist zu sehen, die Fontäne im Großen Garten, das heutige Landesmuseum, damals noch mit Kuppel. Fast ist es, als würde die große räumliche Entfernung zu den Gebäuden die zeitliche Distanz relativieren, die zwischen uns und diesen historischen Aufnahmen liegt. Dabei sind diese Fotos fast 100 Jahre alt: „Dies sind wohl die frühesten Serien von Luftbildern aus Hannover“, sagt Andreas Fahl vom Historischen Museum.

Die aktuelle Ausstellung „Heimatfront Hannover“ zeigt dort derzeit, wie der Erste Weltkrieg den Alltag in der Stadt veränderte. Diese Fotos, die lange unbeobachtet in alten Alben schlummerten, gehören zu den bemerkenswerten Dokumenten, die Kurator Fahl für die Schau wiederentdeckt hat. Auf einige der Aufnahmen ist er im Nachlass eines früheren Offiziers gestoßen.

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Vor 100 Jahren entstanden erste Luftbilder Hannovers – jetzt hat das Historische Museum sie wiederentdeckt.

Ohne den Krieg wären die Luftaufnahmen wohl kaum entstanden: Auf der Vahrenwalder Heide, wo schon Luftpionier Karl Jatho seine Flugversuche gewagt hatte, war im Ersten Weltkrieg die Flieger-Ersatzabteilung 5 (FEA 5) stationiert. Dort wurden unter anderem Luftaufklärer ausgebildet. Zu Beginn des Krieges hatten die Aufklärer eigene Beobachtungen, die sie aus der Luft machen, einfach an ihre Vorgesetzten gemeldet. Je länger der Krieg andauerte, desto besser tarnten allerdings die Bodentruppen ihre Stellungen. Die Flieger mussten nun möglichst exakte Fotografien anfertigen, die dann am Boden ausgewertet wurden. Wie man solche Fotos macht, lernten sie am Himmel über Hannover: „Bei Übungsflügen kam es ihnen darauf an, insbesondere markante Gebäude oder Bahnlinien zu fotografieren“, sagt Historiker Fahl, der die Geschichte der FEA 5 erforscht hat.

Die Stadt hatte sich 1912 in geheimen Verhandlungen mit der Armee verpflichtet, den Bau einer Kaserne für die Fliegerstation zu finanzieren. Militärobjekte hoben damals das Prestige einer Stadt ungemein. Gleichwohl gab es Kritik an dem Bau. Die sozialdemokratische Zeitung „Volkswille“ monierte, dass die Bekämpfung der Wohnungsnot dringlicher gewesen sei: „Warum wendet die Stadt dazu nicht die gleichen Summen auf, die sie für militärische Zwecke opfert?“ Stoppen konnten die Kritiker den Bau jedoch nicht. Und je länger der Krieg andauerte, desto mehr Maschinen und Besatzungen wurden auf der Vahrenwalder Heide stationiert: Ende 1915 umfasste das fliegende Personal der FEA 5 allein 130 Offiziere.

Die Excelsior-Werke in Limmer, der Waterlooplatz, das Neue Rathaus, das seinen Namen damals noch völlig zu Recht trug - in Hannover fanden die Luftbeobachter seinerzeit zahlreiche Motive. Bei genauem Hinsehen erkennt man auf ihren Fotos, dass der Ernst-August-Platz vorm Hauptbahnhof damals noch wie ein kleiner Park angelegt war. Die Bilder verlieren allerdings viel von ihrer pittoresken Unschuld, weil klar ist, dass sie letztlich im Dienste des Krieges entstanden - und dass die Aufnahmen zahlreiche Todesopfer forderten.

„Der Flugplatz selbst war nicht sehr groß und hatte auf sandigem Boden eine lockere Grasnarbe mit manchen Löchern“, berichtete ein Zeitzeuge, der in den letzten Monaten des Krieges als Flugschüler zur FEA 5 kam: „Diese wurden bei längerer Trockenheit durch den Propellerwind der Starts zunehmend tiefer. Ein Grund für manche Bruchlandung.“ Dutzende von Fliegern kamen bei den Übungsflügen ums Leben. Ihre genaue Zahl ist nicht bekannt.

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