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Aus der Stadt Tiefbohren für neue Schnellwegbrücken
Hannover Aus der Stadt Tiefbohren für neue Schnellwegbrücken
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00:16 13.01.2017
Von Conrad von Meding
Mit schwerem Gerät: Die Landfahrzeuge haben zum Teil Ketten-Zusatzantrieb. Quelle: Zgoll
Hannover

Die Brückenbauwerke über Kiesteiche und Leine sowie Schützenallee und Hildesheimer Straße sollen ab 2023 abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden – zum Teil wahrscheinlich als Tunnel. Bis zu 30 Meter tief werden sich die Bohrgeräte ins Erdreich graben. Sie entnehmen Bodenproben, deren Analysen Aussagen über die Festigkeit der Bodenschichten zulassen sollen. Dabei werden auch Grundwassermessstellen angelegt. Besondere Schwierigkeit: Zum Teil liegen die Orte der Tiefenbohrungen am Untergrund von Gewässern wie dem Großen Ricklinger Teich. Deshalb ist ein Ponton zu Wasser gelassen worden, von dem aus das Bohrgerät gesteuert werden muss.

„Bis März müssen die Arbeiten abgeschlossen sein“, sagt Jens Hahnel, bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zuständiger Projektgruppenleiter für den Ausbau des Schnellwegs. „Ab März beginnt die Vegetationsperiode“, sagt er: Dann dürfen in der Ricklinger Masch keine schweren Arbeiten mehr vorgenommen werden.

Im Dezember hat die Behörde den Auftrag vergeben. Drei Firmen unter Federführung des Brunnenbauspezialisten Wöltjen aus Nienburg haben den Zuschlag erhalten. Sie sind mit schwerem Gerät angereist, alle Fahrzeuge sind geländegängig und zum Teil mit zusätzlichem Kettenantrieb ausgestattet. „Die Messpunkte wurden nicht nach bequemer Erreichbarkeit ausgesucht, sondern nach geologischen Erfordernissen, wo die schwierigsten Bodenaufschlüsse zu erwarten sind“, sagt Projektleiter Hahnel: „Sie liegen vielfach querfeldein und sind nicht über Straßen oder Radwege zu erreichen.“

Auch wenn in der öffentlichen Diskussion über die Brückenarbeiten am Südschnellweg meist die Überführung der Hildesheimer Straße im Fokus ist: Insgesamt vier Brückenbauwerke des Südschnellwegs zwischen dem Landwehrkreisel und dem Seelhorster Kreuz gelten als baufällig und müssen ab 2023 erneuert werden. Sie sind in den Fünfzigerjahren errichtet worden, seitdem hat sich nicht nur der Verkehr vervielfacht, sondern auch die Gewichte des Lastkraftverkehrs haben erheblich zugenommen.

Die vier Bauwerke – dabei auch die lange Überführung über den Großen Ricklinger Teich – sollen möglichst zeitgleich erneuert werden, um die Belastung für Autofahrer gering zu halten: Eine begrenzte Bauphase mit massiven Problemen scheint den Planern sinnvoller als ein sich lange hinziehender Stau-Schrecken.

Insgesamt kostet das Schnellweg-Erneuerungsprojekt einen deutlich dreistelligen Millionenbetrag, gilt aber als unvermeidbar. Wie genau aber die Abriss- und Neubauphasen vonstatten gehen sollen, daran wird derzeit noch gefeilt. Letztlich dienen auch die Tiefenbohrungen dazu, herauszufinden, welches die besten Baumethoden für die neuen Brücken im südlichen Schnellwegsystem sein könnten.

Tunnel, Trog oder Brücke? Es gibt sieben Varianten

Unter Planern gilt als relativ sicher, dass die Schnellwegquerungen über den Großen Ricklinger Teich und die Leine wieder als Brücken ausgeführt werden. Bei der komplizierten Querung der Hildesheimer Straße hingegen sind noch alle Möglichkeiten offen. Sieben Varianten sind es, von Brücken bis hin zum Tunnel. Der Landesstraßenbaubehörde gilt der Tunnel als beste Lösung. „Aber es ist ein offenes Geheimnis, dass er erheblich teurer ist“, sagt Projektleiter Jens Hahnel.

Der Tunnel sei „Favorit und Ziel“, sagt Hahnel. Mit dem Bund, der wesentliche Teile finanziert, gebe es daher derzeit intensive Gespräche. Gemeinsam mit Vertretern von Bund, Land und Stadt sei man zudem dabei, die sieben Varianten auf zwei Alternativen „abzuschichten“, über die dann bis zum Sommer entschieden werden soll. Anschließend beginnt das formelle Planfeststellungsverfahren. Die Landesbehörde lässt das Gesamtprojekt von einem Planungsdialog begleiten, in dem Bürger, Geschäftsleute, Vereinsvertreter und Politiker mitdiskutieren.

Im Frühjahr soll es wieder eine Ausstellung geben, bei der die Planer den Stand der Planung öffentlich vorzeigen.

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