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Vorgesetzter muss für Schwitzkasten bezahlen

Streit eskalierte Vorgesetzter muss für Schwitzkasten bezahlen

Im Streit hat ein Firmenchef seinen Mitarbeiter in den Schwitzkasten genommen und ihn zu Boden gedrückt. Dafür muss der Vorgesetzte 300 Euro Schmerzensgeld zahlen. Den Mitarbeiter kostet der Streit 50 Euro - er hatte dem Chef zuvor vor die Füße gespuckt.

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Quelle: Symbolbild

Hannover. Gewöhnlich sind die Waffen, mit denen Vorgesetzte gegen unliebsame Mitarbeiter kämpfen, die Ermahnung, Abmahnung und Kündigung. Dass Auseinandersetzungen auch merklich rustikaler geführt werden können, hat der Disponent einer kleinen Krankentransportfirma aus der Region bewiesen. Im Streit nahm er einen Mitarbeiter in den Schwitzkasten, drückte ihn zu Boden und ließ ihn zappeln.

Dafür, so entschied das Arbeitsgericht Hannover, muss der Vorgesetzte nun zahlen: 300 Euro Schmerzensgeld. Doch auch der Fahrer kam nicht ungeschoren davon - er muss seinerseits 50 Euro zahlen, weil er seinem Chef unmittelbar vor der Schwitzkastenattacke vor die Füße spuckte.

Entzündet hatte sich der Streit auf dem Firmengelände bei der Personaleinteilung. Der Fahrer - ein schmächtiges Bürschchen - schätzte es, gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin im Führerhaus zu sitzen. Doch an jenem Tag mochte ihm der Disponent den Wunsch nicht erfüllen. Es kam zum Wortwechsel, die Tonlage wurde schrill, schließlich spuckte der Mitarbeiter aus. Darauf vergaß der Disponent gute Kinderstube und wurde handgreiflich.

Der Mitarbeiter fürchtete um seine Hörgeräte, kam gegen den kräftigeren Vorgesetzten aber nicht an. Wie lange der Disponent den widerspenstigen Mitarbeiter festhielt und ob er rittlings auf ihm hockte, ist bis heute strittig.

Wenig später verklagte der Fahrer seinen Vorgesetzten, forderte 1000 Euro Schmerzensgeld für eine angebliche Schädel- und eine Brustkorbprellung. Doch schon in einem vorherigen Strafverfahren wegen Körperverletzung wurden diese Vorwürfe in Zweifel gezogen. Das Verfahren endete mit einer Einstellung gegen Geldauflage, der Disponent zahlte 200 Euro.

Zivilrechtlich musste sich nun die 7. Arbeitsgerichtskammer unter Vorsitz von Axel von der Straten kümmern. Das Gericht ließ ein halbes Dutzend Zeugen aufmarschieren. Doch diese widersprachen sich oder wiesen Erinnerungslücken auf. Das ging so weit, dass der Vorsitzende Richter Zweifel anklingen ließ: „Schulhofprügeleien vergisst man doch auch nicht.“ Der Fahrer, immerhin, hat sich für sein Ausspucken entschuldigt.

Inzwischen ist der junge Mann anderwärtig unterwegs, hat der Krankentransportfirma Ade gesagt. Der Disponent ist noch an Bord - und versucht die Einteilung seiner Fahrer so ruhig wie möglich über die Bühne zu bringen.

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