15°/ 11° stark bewölkt

Navigation:
Abo bestellen HAZ-Shop HAZ Media Store AboPlus HAZ Service
Vorhang auf für das Schloss Herrenhausen
Mehr Aus der Stadt

Bauprojekte 2013 Vorhang auf für das Schloss Herrenhausen

Die wiedererrichtete Welfenresidenz in Herrenhausen öffnet im Januar ihre Türen. Auch über viele weitere wichtige Bauprojekte wird Hannover im nächsten Jahr reden.

Voriger Artikel
Die letzten Tage der Praxisgebühr
Nächster Artikel
Pavillon verabschiedet sich laut in die Zwangspause

Die Ästhetik der Schlossfassade wird nach und nach erkennbar – selbst wenn gestern noch Baumaterial unter Planen vor dem Zaun lagerte.

Quelle: Emine Akbaba

Hannover. Im neuen Jahr werden in Hannover gleich mehrere Bauvorhaben vollendet, von denen eines besonders hervorsticht. Am 18. Januar wird das wiedererrichtete Schloss Herrenhausen eröffnet. Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) und Ministerpräsident David McAllister (CDU), die zu diesem Zeitpunkt als Kontrahenten in der Schlussphase des Landtagswahlkampfes stehen, werden die feierliche Zeremonie gemeinsam vornehmen. Jahrzehnte wurde in Hannover debattiert, ob und wie die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Welfenresidenz wieder aufgebaut werden kann. Mehrere Entwürfe wurden diskutiert, 2009 entschied man sich für eine Fassade nach historischem Vorbild.

Die Volkswagenstiftung finanziert den Bau mit 20 Millionen Euro und wird das Schloss künftig als internationales Zentrum für wissenschaftliche Tagungen nutzen. Aber nicht nur Wissenschaftlern stehen die Türen offen, das Schloss kann auch für private Veranstaltungen gemietet werden. Betreiber der gesamten Anlage ist die Firma Hochtief Solutions. Einen Blick ins Innere dürfen einige ausgewählte Hannoveraner bereits am 3. Januar werfen. Die Stadt lädt dann zum Neujahrsempfang, der traditionell an ungewöhnlichen Orten stattfindet. Oberbürgermeister Weil war in diesem Zusammenhang vorgeworfen worden, er ziehe mit dem Neujahrsempfang die Schlosseröffnung gewissermaßen vor und instrumentalisiere das Schloss für Wahlkampfzwecke. Das Gebäude wird zu diesem Zeitpunkt aber noch den Charme einer Baustelle versprühen.

Die meisten Hannoveraner werden das neue Schloss ab Ostern 2013 gewissermaßen von der Seite kennenlernen. In den beiden Flügeln des Baus sowie in einem unterirdischen Verbindungstrakt richtet die Stadt Hannover ein historisches Museum ein. In der ersten Ausstellung geht es um den Fürstenstaat der Welfen im Barock, um die Barockkultur allgemein und die Herrenhäuser Gartengeschichte. Später soll ein Flügel für das Leben und Werk des Philosophen Leibniz reserviert werden.

Weitere Baustellen in Hannover befinden sich auf der Zielgeraden

Kröpcke-Center : Insgesamt wird die Kröpcke-Baustelle noch bis ins Jahr 2014 andauern - aber die Außenarbeiten am zentralen Gebäude sollen spätestens im Herbst 2013 abgeschlossen sein. Für Hannover gehen damit jahrelange Arbeiten an der Betonsünde von 1972 zu Ende. Das nach Plänen der Architekten gmp modernisierte Gebäude ist quasi bis auf die Grundmauern abgetragen und Stück für Stück wieder aufgebaut worden - eine enorme Belastung für die Anlieger und den City-Handel.

Netrada : Der Internetlogistiker, der für Firmen wie Esprit oder Benetton den Versandhandel abwickelt, hat mit dem Bau seiner neuen Riesenhalle nördlich vom Messegelände begonnen. Das Vorhaben, das ursprünglich für das internationale Unternehmen Amazon geplant wurde, war extrem umstritten. Ähnlich wie bei der Ansiedlung von Boehringer in Kirchrode hat die Stadtspitze aber auch bei Netrada bewiesen, dass sie handlungsfähig ist und sich trotz öffentlicher Kritik auf extrem breite Mehrheiten im Rat stützen kann. Die rund 50000 Quadratmeter große und 13 Meter hohe Halle soll im Mai fertig sein, dann beginnt der Innenausbau. Im Herbst werden Probeläufe im Inneren starten. Die komplette Inbetriebnahme ist aber erst für 2014 geplant.

Wissenschaft : Am Schneiderberg wird bis Ende 2013 das Zentrum für Biomolekulare Wirkstoffe entstehen, ein futuristischer Bau, in dem auf 2200 Quadratmetern Grundfläche interdisziplinäre Arbeitsgruppen klinische und anwendungsorientierte Forschung betreiben. Am Rande Hannovers wird das Land etwa 90 Millionen Euro in einen neuen Campus nahe des Produktionstechnischen Zentrums in Garbsen investieren. Dort werden Maschinenbauinstitute für etwa 5000 Studierende der Leibniz Universität angesiedelt. Die konkreten Planungen starten im kommenden Jahr, Baubeginn ist 2014. Auf dem Gelände nahe der MHH hat der Bau des Niedersächsischen Zentrums für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE) begonnen. Kosten: mehr als 60 Millionen Euro.

Schulen, Kitas, Krankenhäuser : Größtes Schulbauprojekt in Hannover ist der Neubau der Integrierten Gesamtschule Mühlenberg - er ist auf 63 Millionen Euro veranschlagt und während des laufenden Betriebs eine logistische Herausforderung. Der Abriss von Gebäudeteilen beginnt Ende Januar. Zeitgleich treibt Hannover sein Kita-Ausbauprogramm voran. Bis August wird es mehrere Krabbelgruppen-Eröffnungen geben. Schließlich geht der Multimillionenbau auf dem Gelände des Klinikums Siloah an der Stadionbrücke voran. Hier starten Testläufe noch 2013, die Eröffnung aber wird erst 2014 möglich sein.

Sprengel Museum : Der Grundstein für den Erweiterungsbau ist noch im alten Jahr gelegt worden, gleich nach der Winterpause sollen die Arbeiten am Ostufer des Maschsees sichtbar vorangehen. Wie auch beim Schlossmuseum kooperieren Land und Stadt bei der Finanzierung des ambitionierten Kulturbauwerks. Entlang dem Rudolf-von-Bennigsen-Ufer wächst auf dem ehemaligen Museumsparkplatz der dritte Bauabschnitt für das Museum. Die Gesamtkosten sollen 28,5 Millionen Euro betragen, private Spender und Sponsoren bringen davon rund fünf Millionen Euro auf. Im Inneren schafft der Entwurf der Schweizer Architekten Meili+Peter „tanzende Räume“ für die Kunst des 20. Jahrhunderts. Um die schwarze Betonfassade allerdings hatte es viele Irritationen gegeben. Jetzt heißt es abwarten, ob die teils polierte Oberfläche den ästhetischen Genuss bringt, den die Architekten der Stadt versprochen haben. Eröffnet wird das erweiterte Museum aber erst 2014.

Innenstadtbauten : An mehreren prägnanten Standorten der City wird neu gebaut. In der Osterstraße Ecke Röselerstraße wartet Projektentwickler Peter Bertram auf besseres Wetter, um in der tiefen Baugrube mit dem Neubau für die Deutsche Hypo (Architekt: Kleihues) beginnen zu können. Am Aegi ist der Abriss der alten VGH-Regionalverwaltung nahezu abgeschlossen, dort errichtet Quantum nach Plänen des hannoverschen Architekturbüros BKSP einen Neubau für den Wirtschaftsprüfer Deloitte. Und an der Berliner Allee steht der Abriss des alten IBM-Gebäudes bevor, dort baut ein Bremer Investor ein Hotel und rückwärtig Wohnungen.

Voriger Artikel Voriger Artikel
Nächster Artikel Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Barock-Ausstellung unter der Erde
Foto: Am 15. Mai öffnet das gesamte Schlossmuseum seine Türen für alle Besucher.

Der unterirdische Verbindungsgang zwischen den beiden Museumsflügeln im Schloss Herrenhausen ist nahezu eingerichtet. In der "Wunderkammer des Barock", so der Titel der Ausstellung in dem neuen Trakt, zeigt die Stadt eine Art zeittypisches Sammelsurium. Bereits zwei Wochen vor der Eröffung des Museums zeigt HAZ.de erste Bilder.

mehr
HAZ-Redakteur/in Conrad von Meding

Anzeige
Luftbilder: So schön ist Hannover von oben

HAZ-Fotochef Michael Thomas hat sich in die Luft begeben und Hannover von oben fotografiert.

Anzeige
Es war einmal in Hannover ... Aber wo?

Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.