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Aus der Stadt So stressig wird es vor Weihnachten am Einpacktisch
Hannover Aus der Stadt So stressig wird es vor Weihnachten am Einpacktisch
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18:27 22.12.2016
Gerät in der Vorweihnachtszeit zum Stress: Die Arbeit am Einpacktisch. HAZ-Volontärin Julia Polley (dritte von links) ist mittendrin. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Ich stehe hinterm Packtisch, die Kundenschlange davor ist lang. Die Kundschaft wartet auf ihre fertig verpackten Geschenke. Die Klarsichtfolie habe ich schon geschafft, fehlt nur noch die Schleife. Geschenkband abgeschnitten, einmal um das Geschenk gewickelt, Knoten drauf und schnell eine Schleife gebunden. Fertig. Denke ich. „Die Schleife ist ja nur einfach“, sagt Emilie Buchner. „Wir machen eine etwas andere.“ Also muss ich meine Schleife wohl oder übel wieder aufmachen.

Beim Porzellangeschäft Weitz ist der Kundenandrang drei Tage vor Weihnachten besonders groß: Geschenke-Endspurt. Die meisten lassen ihre Geschenke direkt vor Ort verpacken - viele freuen sich über die Zeitersparnis und natürlich den geringeren Stress. Und gerade Teller oder Gläser sind ja auch schwer einzupacken.

Ich beschäftige mich immer noch mit der Schleife für das Päckchen. Die 15-jährige Emilie zeigt mir, wie es geht. Sie ist Fachfrau im Geschenkeverpacken. Zum zweiten Mal hilft sie vor Weihnachten bei Weitz am Packtisch. Die Zahl der täglich zu verpackenden Geschenke kann sie nicht nennen. „Aber es sind sehr viele.“

Vor Weihnachten muss es schnell gehen. Wie anstrengend der Einpackservice im Einzelhandel sein kann, durfte Volontärin Julia Polley am eigenen Leib erfahren.

Während ich weiter mit meiner Doppelschleife kämpfe, wartet die Kundin geduldig - aber in der Zwischenzeit wächst der Geschenkestapel beständig weiter. Die Situation ist unangenehm: Alle wartenden Kunden stehen vor dem Tisch und schauen genau zu, was wir tun. Was sollen sie auch anderes machen? „Manche haben dann auch was auszusetzen“, sagt die 17-jährige Chiara Di Silvestro, während sie das nächste Stück Geschenkpapier von der Rolle abreißt.

Ich kenne die Situation noch von meinem Nebenjob im Buchladen. Dort habe ich drei Jahre immer in der Weihnachtszeit nichts anderes gemacht, als täglich stundenlang Geschenke zu verpacken. Und irgendwie habe ich es auch noch nicht ganz verlernt - nur, dass Bücher einpacktechnisch eine simplere Materie sind als Geschirr. Nur die Handgriffe der Schleife wollen noch nicht flutschen. Aber die ist eben wichtig. „Mit der Schleife wird jedes Geschenk schön“, sagt Chiara. „Es gibt nichts, was wir nicht verpacken“, sagt Filialleiterin Surya Weitz. „Viele Kunden nehmen diesen Service gerne an.“

Beim zweiten Mal geht es schon schneller

Inzwischen habe ich es auch geschafft, das zweite Band so festzubinden, dass es einer Schleife ähnelt. Zum Abschluss noch schnell die goldene Weitz-Krone draufgeklebt. Fertig! „Für das erste Mal sieht das doch richtig gut aus“, lobt mich Emilie. Die Kundin bedankt sich für meine Mühe.

Eine kurze Verschnaufpause wäre jetzt gut, aber schon wartet das nächste Geschenk. Also wieder von vorne: Prüfen, ob der Artikel heile ist, Preisschilder abmachen und Geschenk erst in Wellpappe und dann in Papier einwickeln. Mit Tesafilm befestigen und dann wieder die Schleife binden. Beim zweiten Mal klappt es schon etwas schneller. Aber weiterhin lange nicht so schnell wie bei den Profis am Tisch.

Nächstes Paket. „Das sind ja Gläser im Karton, also Schwierigkeitsstufe eins“, flüstert mir Chiara zu. Der Kunde ist froh, dass er es nicht selber machen muss. „Ich kann es auch einfach nicht“, sagt er lachend. „Oder ich will es nicht können.“

Von Julia Polley

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