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Aus der Stadt Entsetzen über Anteile der AfD
Hannover Aus der Stadt Entsetzen über Anteile der AfD
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00:16 14.09.2016
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Hannover

"Das Ergebnis für die AfD drückt ganz schön auf die Stimmung", sagt die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Regionsfraktion, Petra Rudzuck. Zwar sei sie im Wahlkampf häufig auf eine angebliche Islamisierung des Landes angesprochen worden. "Aber ich habe nicht damit gerechnet, dass die AfD so viele Stimmen erhält", betont sie. Auf den großen Leinwänden im Regionshaus sind fast ausschließlich Ergebnisse aus einzelnen Wahllokalen zu sehen, bei denen die AfD Werte von über zen Prozent erhält, manchmal melden Wahllokale sogar einen Stimmanteil von bis zu 20 Prozent für die umstrittene Partei.

"Ich hätte mit fünf Prozent für die AfD gerechnet", sagt Rudzuck. Das derzeitige Ergebnis schockiere sie ein bisschen, meint die stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Entsprechend schlecht und gedämpft ist die Stimmung an dem Tisch, an dem sich Politiker von SPD und Grünen vopr den Leinwänden versammelt haben. Eine SPD-Frau spricht dort aus, was andere nur denken: "Vielleicht war unsere Politik schlecht, oder die Kommunikation über unsere Politik", sagt sie.

Rudzuck hofft zu diesem Zeitpunkt auf eine Fortsetzung der rot-grünen Zusammenarbeit in der künftigen Regionsversammlung. "Wenn sich die Tendenz so bestätigt, wird es aber eine große Unsicherheit geben", sagt sie. Gespräche mit der AfD über eine künftige Zusammenarbeit schließe sie allerdings aus.

Auch CDU-Fraktionschef Bernward Schlossarek hat das gute Abschneiden der AfD überrascht. Er forderte schon am frühen Abend eine harte inhaltliche Auseinandersetzung mit der Partei. "Wir dürfen nicht den Fehler machen, die Leute auszugrenzen", sagte er. Man müsse die AfD entzaubern, und das funktioniere nur, wenn sich die Politik mit dieser Partei auch auseinandersetze und ihr "die Maske vom Gesicht ziehe".

Auch Schlossarek sah am frühen Abend wie ein Wahlsieger aus, seine Fraktion könnte in der neuen Regionsversammlung die meisten Stimmen erhalten. "Es wäre schön, wenn wir nach 15 Jahren die rot-grüne Mehrheit in der Regionsversammlung brechen könnten", sagte er. Schlossarek warf Regionspräsident Hauke Jagau vor, mit seiner Politik der vergangenen Jahre einen Scherbvenhaufen hinterlassen zu haben.

Über mögliche Koalitionen wollte Schlossarek gestern Abend noch nicht reden. Aber auch seine Partei werde mit der AfD nicht über eine Zusammenarbeit reden. "Die AfD ist eine Partei, die mit Außenpolitik und Flüchtlingen aus Stimmenfang geht", betonte er. Kommunalpolitisch sei sie bisher noch nicht in Entscheidung getreten. "Wir brauchen aber Kümmerer."

Die CDU sei bereit in der neuen Regionsversammlung Verantwortung zu übernehmen. Bei der Entscheidung über die Krankenhäuser im Nordosten habe die CDU bereits mit der SPD und auch mit den Grünen zusammengearbeitet.

Den Grünen im Regionshaus war die Enttäuschung deutlich anzusehen. Zwar hatten selbst die größten Optimisten nicht mehr mit einem Stimmanteil von 18,9 Prozent gerechnet. Aber bei den Werten am frühen Abend blieb die Partei meist unter zehn Prozent.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Brigitte Nieße berichtete, dass sie im Wahlkampf Aufklärungsarbeit über die Region leisten musste. "Viele Wähler in Hannover wussten einfach nicht, was die Region Hannover macht", sagte sie.

Von Mathias Klein

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