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Das erwartet Hannover 2016

Wahl, Obama, Leibniz-Jahr Das erwartet Hannover 2016

Die Feiertage sind um – jetzt gilt es, das neue Jahr anzupacken. 2016 verspricht, ein spannendes Jahr für Hannover zu werden.
 Eine Übersicht über das, was den Hannoveranern in den kommenden zwölf Monaten ins Haus steht.

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Quelle: dpa/HAZ/Montage

Die großen Baustellen

Auch im neuen Jahr liegt das Hauptaugenmerk der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr auf der A 2. Ab April sollen die Sanierungsarbeiten auch auf dem Abschnitt, der durch die Region Hannover führt, wieder aufgenommen werden und dann bis voraussichtlich Ende Oktober dauern. „Natürlich können sich die Bauzeiten noch etwas verschieben“, sagt Julia Fundheller, Leiterin des hannoverschen Fachbereichs Planung. So will die Behörde im Sommer beispielsweise auf der A 7 zwischen Anderten und dem Autobahndreieck Hannover-Nord Betonplatten sanieren und an der A 37 am Autobahnkreuz Kirchhorst eine Verkehrszeichenbrücke ersetzen. Ein weiteres Großprojekt, das weiter zu Behinderungen führen wird, ist der vierstreifige Ausbau der B 65 in Richtung Ahlten. Auch an der B 3 wird gebaut: Die Arbeiten zur Verstärkung der Südschnellwegbrücke laufen bereits. Zudem soll der Neubau der Ortsumgehung Hemmingen bis Silvester 2016 dauern.

Die Bauprojekte

Hannover wird sein Gesicht weiter durch Neubauten verändern – aber das wohl prominenteste Bauprojekt wird auch 2016 immer noch nicht mit einer Eröffnungsfeier glänzen: der Landtag. Wenn alles gut geht, s oll im Frühsommer 2017 die Wiedereröffnung des Plenargebäudes sein. Was wird fertig? Die Großbaustelle auf dem Klagesmarkt nimmt Formen an, bis Jahresende entstehen dort rund 100 Wohnungen mit einer Kita, außerdem sollen die 160 Mitarbeiter der städtischen Wohnungsfirma GBH ihre neue Zentrale beziehen. Bereits im Frühjahr wird in der Fußgängerzone der Neubau für das polnische Modelabel Reserved bezogen. Am Hohen Ufer sollen zwischen dem neuen VHS-Standort und dem Historischen Museum beide Wohnhäuser fertig werden – dann kann auch die Ufergastronomie am Altstadtufer bezogen werden. Starten wird 2016 der Bau von zwei großen Gebäuden am Marstall, sie sollen Gastronomie, Büros und Wohnräume beherbergen.

Kommunalwahl

Rats- und Regionspolitik stehen 2016 im Zeichen der Kommunalwahl. Im September sind mehr als eine Million Einwohner in Hannover und den Umlandkommunen aufgefordert, über die Zusammensetzung der Stadtparlamente und der Regionsversammlung zu entscheiden. Schon jetzt bereiten sich die Parteien auf das Großereignis vor. Der Kampf um die besten Listenplätze wird besonders heftig in Parteien geführt, die befürchten müssen, weniger Sitze zu bekommen, etwa die Grünen. Zuletzt hatten beide 2011 außerordentlich hohe Zuwächse verzeichnet, bedingt durch die Atomkatastrophe in Japan vor der Wahl, die den Grünen enormen Auftrieb gab. Sorgen macht sich auch die CDU. Sie wird voraussichtlich Stimmen an die rechtspopulistische AfD verlieren. Das gilt auch für rechtskonservative Gruppen wie die „Hannoveraner“. Am Ende wird sich zeigen, ob es in Rat und Regionsversammlung ein weiteres Mal für eine rot-grüne Mehrheit reicht. Im Rat könnte es funktionieren, möglicherweise gemeinsam mit der FDP. Im Regionsparlament wird es wohl noch enger.    

Schulentwicklung

Im Sommer 2016 startet in Hannover eine neue Schulform. Offiziell trägt diese den komplizierten Titel „Integrierte Stadtteilschule in der Rechtsform einer Oberschule“, de facto sind dies frühere Haupt- oder Haupt- und Realschulen, die verstärkt integrativ unterrichten wollen, teilgebundene Ganztagsschulen sind, also Pflichtunterricht an zwei bis drei Nachmittagen in der Woche haben, und so auch leistungsstärkere Schülern ansprechen wollen. Die Pestalozzischule in Anderten und die Peter-Ustinov-Schule in Oberricklingen, bisher die beiden letzten reinen Hauptschulen im Stadtgebiet, aber auch die Haupt- und Realschule Heisterbergschule in Ahlem werden jetzt Oberschule. Manche Ratspolitiker, gerade von SPD und Grünen, sehen diese Umwandlung nur als Zwischenschritt auf dem Weg zu einer echten IGS. Gleichzeitig wird aber immer wieder betont, dass keine Schule in eine ungeliebte Form gezwungen werde. Noch zwei Neustarts gibt es: Das Gymnasium Limmer nimmt seinen Betrieb auf, will nach reformpädagogischen Grundsätzen unterrichten und erhält in den nächsten Jahren ausgelagerte Klassen von der Goetheschule, die umgebaut wird, als Nachbarn auf Zeit. Zudem startet das Oberstufenzentrum an der IGS Büssingweg, das auch Oberschufenschüler der IGS List und der IGS Vahrenheide/Sahlkamp aufnehmen soll. Schulderzentin Rita Maria Rzyski, die erst seit Anfang November im Job ist, hat in diesem Jahr also einige große Aufgaben zu bewältigen, dazu gehören zweifellos der Ausbau der Gymnasien wieder hin zum Abitur nach 13 Jahren und der Start des digitalen Lernens an zunächst sechs Pilotschulen.

Conti sucht Standort, VWN feiert Geburtstag

In Hannovers Wirtschaft tut sich im kommenden Jahr einiges. Continental plant erstmals seit Jahrzehnten eine neue Hauptverwaltung in Hannover. Spätestens im Jahr 2021 soll der neue Konzernsitz bezogen werden, 2016 wird sich entscheiden, wo genau. 1250 Conti-Beschäftigte sollen in der Konzernzentrale unterkommen. Ein anderer Konzernriese, Volkswagennutzfahrzeuge (VWN), feiert 2016 das 60-jährige Bestehen seines Werks in Stöcken. Etlichen Leiharbeitern dürfte nicht der Sinn nach Festivitäten stehen: 300 von ihnen müssen Ende Januar gehen. Wie die Zukunft für weitere 600 Kollegen aussieht, bleibt unklar. Im Februar wird die Industrie- und Handelskammer (IHK) einen neuen Präsidenten bekommen. Das wird wohl der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Talanx-Konzerns, Christian Hinsch, werden. Bisher wurde die Kammer von Prof. Hannes Rehm geleitet, der nicht erneut gewählt werden darf. Mit Skepsis blickt die IHK auf die Erhöhung der Gewerbesteuer. Die IHK befürchtet, dass Unternehmen in die Peripherie abwandern.     

Die großen Sportereignisse 

Das Sportjahr beginnt mit dem ersten Training von Hannover 96 mit dem neuen Coach Thomas Schaaf – und geht am 10. Januar mit Männerhandball prominent weiter. Island kommt zum Länderspiel in die Tui-Arena und bringt seine besten Söhne mit, darunter aus dem aktuellen Kader Gunnarsson, Gunnarsson und Gunnarsson. Einer ist schon da: Dagur Sigurdsson, der Trainer der Deutschen. Zwei Monate später, vom 4. bis 6. März, schlagen Tschechiens Tennisspieler im Davis-Cup in der Tui-Arena gegen Deutschland auf – der erste Länderkampf eines deutschen Teams in Hannover seit 35 Jahren. Pflichttermin am 7. Mai, 15.30 Uhr: letztes Heimspiel von Hannover 96. Mit Sicherheit das letzte in dieser Saison – doch das letzte für längere Zeit, sollte es dem neuen Trainer Thomas Schaaf nicht gelingen, 96 vorm Abstieg zu retten. Gegner ist Hoffenheim – es könnte wieder ein Abstiegsfinale werden. Vom 6. bis 10. Juni richtet die Stadt die Special Olympics aus, die nationalen Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung. Am 26. Juli kommen Radprofis zum Friedrichswall. „Die neue Nacht von Hannover“ – das Comeback des Rundkurs-Rennens.     

Kultur und Konzerte

Die Kunstszene blickt 2016 auf die Kestnergesellschaft, die in diesem Jahr 100 Jahre alt wird. Und das Wilhelm-Busch-Museum verneigt sich mit der Ausstellung „Hurzlmeier spezial“ vor dem 2015 verstorbenen Harry Rowohlt. Für Tanzfreunde gibt es Anfang September in Hannover das Tanztheater International – und vom 16. bis 19. Juni einen internationalen Tanzkongress. Deutlich lauter wird es da sicherlich beim Plaza-Fest am 27./28.Mai. Dort spielen unter anderem Rea Garvey und Culcha Candela, auf der Parkbühne gastiert Unheilig am 3. Juni, im August folgen etwa Cro (Bild), Pur und die Deutschrapper von Fettes Brot. Das Fährmannsfest geht von 5. bis 7. August in Linden über die Bühne. Ein Klassikereignis erster Güte verspricht Verdis „La Traviata“ am 23. Juli hinter dem Rathaus zu werden – und ist deshalb auch bereits ausverkauft. Aber Gratishörplätze auf der Picknickdecke im Maschpark gibt es genug.   

Das Leibniz-Jahr

Salopp gesagt feiert Hannover im Jahr 2016, dass Leibniz seit 300 Jahren tot ist. Dazu stehen Dutzende von Veranstaltungen auf dem Programm – und weil Museen und Stiftungen ebenso wie Stadt, Land, Leibniz-Bibliothek und Leibniz-Universität ihre eigenen Events geplant haben, erwartet die Stadt ein Flickenteppich aus unterschiedlichen Vorträgen und Konzerten, Ausstellungen und Kunstaktionen. Vielleicht passt das sogar ganz gut zu dem Universalgelehrten, der ja überzeugt war, dass es eine Einheit in der Vielheit gebe.  Festlich eröffnet wird das Leibniz-Jahr am 19. Januar im Schloss Herrenhausen. Um 19 Uhr beginnt dort eine Talkrunde der Volkswagen-Stiftung zum Thema „Leibniz heute in Politik und Wissenschaft“. Das Wilhelm-Busch-Museum zeigt vom 10. Juli an Leibniz-Comics, die Stadtbibliothek lädt zu Leibniz-Lesungen für Kinder, und in der Neustädter Kirche gibt es Konzerte am Leibniz-Grab. Wissenschaftliches Highlight des Veranstaltungsreigens dürfte der Internationale Leibniz-Kongress werden, der am 19. Juli beginnt. Dazu versammelt Leibniz-Professor Wenchao Li Experten aus aller Welt in Hannover.

Obama kommt

Zum ersten Mal wird ein amerikanischer Präsident Hannover besuchen. Barack Obama kommt am 24. und 25. April zum Auftakt der Hannover Messe, bei der die USA in diesem Jahr Partnerland sind. Dass Otto-Normal-Hannoveraner ihn leibhaftig zu Gesicht bekommen kann, ist eher unwahrscheinlich. Trotzdem wird seine Anwesenheit spürbar sein – allein schon wegen der außergewöhnlichen Sicherheitsvorkehrungen, die getroffen werden müssen.

Hannover feiert Stadtgeburtstag

Am 26. Juni feiert die Stadt Hannover ihren 775. Geburtstag. Urkundlich erwähnt wurde sie als Marktflecken zwar schon knapp 100 Jahre früher, aber der 26. Juni 1241 war der Tag, an dem sie das Stadtrecht erhielt (Bild: Show „Maschseetraum“ zur 750-Jahr-Feier von 1991). Das Programm steht noch nicht fest, möglicherweise gibt es eine Feier im Maschpark. OB Stefan Schostok will das Jubiläum aber schon am 7. Januar beim Neujahrsempfang im Rathaus zum Thema machen.

jki/asl/se/uj/be/gum

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