Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
So erklären Wahlforscher die Rot-Grün-Pleite

Fragen und Antworten So erklären Wahlforscher die Rot-Grün-Pleite

Warum haben SPD und Grüne ihre Mehrheit verloren? Wo war die AfD besonders stark? Wer sind die Wahlgewinner? Wissenschaftler vom Sozialforschungszentrum Agis der Leibniz Universität haben die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Hannover analysiert.

Voriger Artikel
Wahlhelfer beklagen chaotische Arbeitszustände
Nächster Artikel
16-Jährige rettet Welpen aus ICE-Mülleimer

Wissenschaftler des Sozialforschungszentrums Agis der Leibniz Universität haben sich die Wahlergebnisse schon mal genauer angesehen. 

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Mit einer Vermutung räumt Martin Buitkamp vom Sozialforschungszentrum Agis der Leibniz Universität auf - das nämlich der Machtverlust von SPD und Grünen in Region und Stadt Hannover viel mit bundespolitischen Einflüssen zu tun haben könnte. „Die Parteien, die hier vor Ort in der Verantwortung standen, wurden kritisch beurteilt“, sagt Buitkamp.

Die Wissenschaftler von Agis haben sich noch in der Wahlnacht mit Datenexperten von Stadt und Region über die Kommunalwahlergebnisse gebeugt und sie analysiert. Ein wichtiger Erklärung-Baustein fehlt allerdings. „Wir können bei Kommunalwahlen keine Wählerwanderungen erfassen“, sagt Andreas Martin vom Bereich Wahlen und Statistik der Stadt. Dabei sei man auf Vermutungen angewiesen. Die aus den Wahlergebnissen gezogenen Schlussfolgerungen sind für Stadt und Region tendenziell deckungsgleich.

 

Wo war die AfD stark?

Generell in sozial schwachen Gebieten, darüber hinaus in der Stadt Hannover aber auch noch in einigen besser situierten Quartieren im Osten des Stadtgebiets. Auffällig ist auch, dass die AfD dort gute Resultate erzielte, wo viele Migranten und EU-Ausländer leben. „Wir glauben, dass es dort aber die Deutschen und teilweise Spätaussiedler waren, die die AfD gewählt haben“, sagt Buitkamp. Der Erfolg der AfD ist nicht zulasten der ebenfalls rechslastigen „Hannoveraner“ gegangen.

Warum verliert Rot-Grün die Mehrheiten?

Beide haben ihre Stammwählerschaft in ihren angestammten Hochburgen nicht ausreichend mobilisiert. Für die SPD liegen diese beispielsweise in Hannover in den ehemaligen Arbeiterquartieren im Westen der Stadt, für die Grünen in den Altbauquartieren rund um die Innenstadt. Bei den Grünen kommt hinzu, dass sie beim Wahlgang vor fünf Jahren wegen des sogenannten Fukushima-Effekts sehr stark zugelegt hatten. „Jetzt haben sie in demselben Ausmaß wieder verloren“, erklärt Buitkamp. Immerhin: In Linden-Nord, Linden-Mitte und der Nordstadt bleiben die Grünen stärkste politische Kraft.

Warum hat die CDU nicht profitiert?

Weil es in ihren angestammten Hochburgen teils einen merkbaren Anteil an AfD-Wählern gab und weil die FDP nicht zuletzt auf Kosten der CDU ihr katastrophales Resultat von 2011 wieder verbessern konnte.

Wer sind die Wahlgewinner?

Neben der AfD, die allerdings in Hannover ihr eigenes Wahlziel von 10 Prozent verfehlt hat, noch auf geringerem Niveau die FDP und die Linke. Die Linken konkurrieren laut Agis mit den Grünen um die Wählergruppe der modernen Trendsetter und haben dabei Erfolge verzeichnet.

Wer wählt eine Satirepartei?

„Die Partei“ hat ihre höchsten Stimmenanteile in Linden, der Calenberger Neustadt und der Nordstadt geholt - also dort, wo auch Linke und Grüne stark sind.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.