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Aus der Stadt Wahlhelfer beklagen chaotische Arbeitszustände
Hannover Aus der Stadt Wahlhelfer beklagen chaotische Arbeitszustände
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00:16 15.09.2016
Von Mathias Klein
Qual bei der Wahl: Die Auszählung im Rathaus lief nicht reibungslos. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Wahlhelfer haben über teils chaotische Zustände bei der Auszählung der Briefwahlstimmen im hannoverschen Rathaus geklagt. So wurde den einzelnen Teams kleine Büros zugewiesen, auf denen die Schreibtische durch die persönlichen Gegenstände der Rathausmitarbeiter blockiert waren. Wahlvorstände zählten aus Platzgründen die Stimmen auf den Fluren des Rathauses auf dem Boden hockend aus. Andere Wahlhelfer saßen mit vielen anderen in einem Sitzungssaal, dort war es so eng, dass jeder Stimmzettel direkt nach dem Zählen wieder zusammengefaltet werden musste.

Die Wahlhelfer beklagen sich auch über fehlende Arbeitsmaterialien. „Wir haben weder einen Ablaufplan, noch einen Taschenrechner und noch nicht einmal eine Telefonliste erhalten, das mussten wir uns alles selbst zusammensuchen“, berichtet eine Wahlvorsteherin. Bei der Schulung habe man den Helfern auch falsche Zeitangaben gemacht. „Uns wurde gesagt, wir seien gegen 20 Uhr fertig“, berichtet die Wahlvorsteherin. Tatsächlich sei sie erst um 22.30 Uhr aus dem Rathaus gekommen, andere benötigten noch über eine Stunde länger. Manche Wahlhelfer hätten um vier Uhr wieder aufstehen müssen, berichtet die Wahlvorsteherin.

Die Stadt müsse einfach wertschätzender mit den Ehrenamtlichen umgehen, hieß es am Montag. Kritik gab es auch an der Verpflegung im Rathaus. Es habe nur Getränke und Kuchen gegeben, wer richtigen Hunger hatte musste hungrig bleiben. Zudem habe der Verkaufstresen bereits um 19.30 Uhr geschlossen, beklagten Wahlhelfer.

Dabei habe es sich um ein Missverständnis gehandelt, sagte der städtische Wahlleiter Carsten Köller. Der Verkaufstresen im Rathaus habe am Wahlabend tatsächlich um 19.30 Uhr zunächst geschlossen, sei dann aber wieder geöffnet worden. Köller gestand ein, dass die Auszählung der Briefwahlstimmen nicht einfach sei, weil das Rathaus an Wahlabenden sehr beengt sei. Die großen Säle seien durch die Fraktionen besetzt gewesen. Zudem sei die Briefwahlbeteiligung besonders hoch gewesen.

Neue, elektronischen Formen des Wählens wie über das Internet oder per Wahlautomat seien aus Datenschutzgründen derzeit nicht durchsetzbar, berichtete Köller.

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