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Warnung vor Blaualgen am Siebenmeterteich

Ricklinger Teiche Warnung vor Blaualgen am Siebenmeterteich

Achtung, Blaualgen: Das Gesundheitsamt der Region Hannover warnt vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen beim Baden am Siebenmeterteich in Ricklingen. Insbesondere Kinder sollen dort vorsichtig sein.

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Schilder warnen vor den Blaualgen.

Quelle: Archiv

Hannover. Der Sommer ist zurück – und mit ihm auch die Blaualgen. Gestern hat das Gesundheitsamt der Region Hannover eine Badewarnung für den Siebenmeterteich in der Ricklinger Masch ausgegeben. Vor allem Kleinkinder und Hunde sollten nicht in dem Gewässer baden.

Das Gesundheitsamt warnt vorm Baden am Siebenmeterteich.

Das Gesundheitsamt warnt vorm Baden am Siebenmeterteich.

Quelle: Von Ditfurth

Von den Blaualgen ließen sich die Besucher am Siebenmeterteich den Badespaß gestern nicht verderben. Bei hochsommerlichen Temperaturen war an dem Ufer reger Betrieb, etliche Badegäste nutzen den Sprung ins kühle Nass für eine Abkühlung. Allerdings gab es auch keine sichtbaren Hinweise am Badegewässer. Angesprochen auf das Blaualgenproblem waren viele Badegäste überrascht.

Sichttiefe unter zwei Metern

Am Dienstag hatten die Mitarbeiter des Gesundheitsamts an dem gerade bei FKK-Freunden beliebten Teich eine Wasserprobe genommen und festgestellt, dass das Wasser deutlich getrübt ist: Die Sichttiefe im Wasser betrug weniger als zwei Meter. Vorsorglich sprach die Behörde daher am Mittwoch die Badewarnung aus. „Welche Blaualgen sich dort vermehren, können wir noch nicht sagen, da sich die Wasserproben im Labor befinden“, sagt Regionssprecherin Christina Kreutz. „Je nach Laborergebnis und Wetterentwicklung kann sich die Situation jederzeit wieder ändern.“

Vor dem Betreten eines Badegewässers solle man prüfen, ob das Wasser getrübt ist und sich Schlieren gebildet haben, sagt Constanze Wasmus, Teamchefin im Gesundheitsamt der Region. „Diese Bereiche sollten dann gemieden werden, besonders Kinder sollten beaufsichtigt werden“, empfiehlt Wasmus.

Denn nicht nur trübes Wasser und übler Geruch beeinträchtigen den Badespaß an Stellen mit erhöhtem Blaualgenvorkommen. Es kann zudem zu Übelkeit, Erbrechen und Atemnot kommen, wenn Wasser verschluckt wird. Bei Hautkontakt mit den Algen sind Reizungen möglich. Manche Algenarten scheiden gesundheitsschädliche Stoffwechselprodukte aus, die zu allergischen oder toxisch bedingten Gesundheitsstörungen führen können.

Langanhaltende Sonneneinstrahlung, erhöhte Wassertemperaturen und wenig Wasserbewegung sind die perfekten Bedingungen für die massenhafte Vermehrung von Blaualgen.

Der Siebenmeterteich ist als EU-Badegewässer ausgewiesen. Alle vier Wochen nimmt das Gesundheitsamt dort daher Wasserproben. Das passiert auch anderen Badeseen – und bei Hinweisen auf Algenbildung durchaus öfter. Für die anderen Badeseen in der Region gibt es nach Angaben der Region aktuell keine Badewarnungen. Je nach Wetterentwicklung könne sich das aber ganz schnell ändern.  

  

Für den Hemminger Michael Butkay allerdings, der seit Jahren zu Deutschlands Experten im Mikroskopieren von Phytoplankton zählt, sind die Kleinstbewohner des Steinhuder Meers ein Geschenk: „Blaualge hört sich zwar abschreckend an, doch zeigen sie auch eine gewisse Schönheit.“

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Bakterien lieben Sonne und Wärme

Der Name Blaualge ist eigentlich falsch. Tatsächlich handelt es sich um bakterienähnliche Wasserblüten, die in der Lage sind Fotosynthese durchzuführen und damit Sauerstoff zu bilden. Sie werden in der Fachsprache deshalb Cyanobakterien genannt. Derzeit gibt es weltweit circa 2000 verschiedene Cyanobakterien mit unterschiedlichen Zellfärbungen: von blaugrün über grasgrün bis rot und dunkelbraun. Verbeitet sind Cynobakterien in Süß- und Salzwasser. Dort sind sie als Büschel rot, blau oder grün gefärbter Wasserblüten zu erkennen. Auch im Boden sind sie überall verbreitet. Allerdings sind sie erst als Ansammlung für das bloße Auge sichtbar. Bei starker Sonneneinstrahlung und warmen Wasser betreiben die Bakterien vermehrt Fotosynthese und vermehren sich stark.

Von Julia Polley

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