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Warum stinkt es in Hannover?

Unangenehmer Geruch Warum stinkt es in Hannover?

Gülle auf Feldern, fauliges Wasser in der Leinemasch oder stinkende Kanäle? Für die Geruchsbelästigung gibt es unterschiedliche Erklärungen. Experten sind geteilter Meinung.

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„Das riecht wie Blumenwasser, das zwei Wochen in einer Vase steht“: Faulschlamm an der Leine in Herrenhausen.

Quelle: Clemens Heidrich

Hannover. Es stinkt in der Südstadt, in Döhren, Ricklingen, List, aber auch in der City, in Limmer und in Laatzen. Das berichten HAZ-Leser in den sozialen Medien und rätseln, woher die Geruchsbelästigung rührt. Ist es Gülle, die Bauern über Felder kippen, oder kommt der Geruch aus der Kanalisation? Die HAZ-Leser sind sich uneins, einige wollen Gülle gerochen haben, andere sprechen von Kloaken-Gestank. Fest steht nur: In den vergangenen Tagen breitete sich in Hannover eine übel riechende Wolke aus, vor allem in den südlichen Stadtteilen.

Seit Tagen stinkt es in Hannover. Eine Ursache könnte der Faulschlamm an der Leine in Herrenhausen sein.

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Auch die Experten sind geteilter Meinung. Bei der hannoverschen Stadtentwässerung glaubt man nicht, dass der Gestank aus den Gullis emporsteigt. „Wenn die Bauern Gülle ausbringen und der Wind ungünstig steht, dann riecht ganz Hannover nach Fäkalien“, sagt der Sprecher des Betriebs, Helmut Lemke. Das habe er schon häufig erlebt. Lemke geht nicht davon aus, dass die Abwasserkanäle verantwortlich sind, geschweige denn das Hochwasser, das noch immer auf manchen Wiesen nahe der Leine steht.

Heinz Pyka, oberster Jäger Hannovers und Vorsitzender des Fische­reivereins, ist anderer Ansicht. „In der südlichen Leinemasch steht das Wasser und fault vor sich hin“, sagt er. Täglich bewege er sich in dem Gebiet und müsse noch immer Gummistiefel tragen. Teilweise habe sich Faulschlamm gebildet, und der sondere einen äußerst unangenehmen Geruch ab. „Man muss sich den Gestank wie Wasser in einer Blumenvase vorstellen, das zwei Wochen lang steht“, sagt Pyka. Wenn der Wind dann aus einer ungünstigen Richtung wehe, werde der Geruch über das Stadtgebiet verteilt.

Nicht mit offenen Fenster schlafen

„Die Anwohner der Döhrener Wiehbergstraße können kaum noch mit offenen Fenstern schlafen“, erzählt Pyka. Nicht nur wegen des Gestanks, sondern auch wegen der Mückenplage. Die vielen Pfützen entlang der Leinewiesen sind derzeit eine ideale Brutstätte für die lästigen Insekten. „Wir bräuchten jetzt ein paar kalte, trockene Tage. Dann fließt das Wasser ab“, sagt Pyka.

Die Umweltexperten vom BUND sind der Ansicht, dass der Gestank doch aus den Gullis kommt. „Wenn es in verschiedenen Stadtteilen nach Fäkalien riecht, dann liegt das meist daran, dass das Wasser zu lange in den Abwasserkanälen steht“, sagt Gerd Wach, Vorsitzender des BUND Hannover. Tatsächlich ist die Fließgeschwindigkeit des Schmutzwassers in den großen Kanälen oft zu gering. Das liegt daran, dass der Wasserverbrauch deutlich zurückgegangen ist, etwa wegen sparsameren WC-Spülungen. Bewegt sich das Abwasser zu wenig in den Kanälen und gelangt zu wenig Sauerstoff hinein, beginnt das Wasser zu faulen - und unangenehme Gerüche entstehen.

Am Ende dürfte der Gestank in den vergangenen Tagen mehrere Ursachen haben. Klar ist auch, dass meist fauliges Wasser im Spiel ist, sei es unter der Erde oder auf den Maschwiesen.

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