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Aus der Stadt Warum musste Schnauzer Maxi sterben?
Hannover Aus der Stadt Warum musste Schnauzer Maxi sterben?
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00:35 04.09.2015
Von Michael Zgoll
Schnauzer Maxi. Quelle: privat
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Hannover

Schnauzer Maxi ist tot. Die viereinhalbjährige Hündin starb im Dezember 2013 auf dem OP-Tisch einer Tierarztpraxis in Isernhagen-Süd. Doch war ihr Tod unabwendbar? Eigentlich ging es nur um einen Routineeingriff, eine Kastration. Die früheren Besitzer von Maxi, Ursula Serr-Tamme (61) und Tilo Tamme (59) aus Kleefeld, haben zwei Tierärzte aus der Praxis verklagt, fordern 2883 Euro für die Anschaffung eines neuen Hundes und die Erstattung von Folgekosten - etwa Hundetrainer-Stunden für die junge Schnauzerhündin Nelly, die in Maxis Fußstapfen getreten ist.

Anwalt Andreas Vogeler spricht von einer Verletzung der Sorgfaltspflicht seitens der Ärzte. Das Tier wurde kurz nach seinem Tod an der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) obduziert, es gibt mehrere Gutachten, und eine gütliche Einigung der Parteien scheint undenkbar.

Verhandlung über drei Stunden

Die Verhandlung bei Amtsrichterin Susanne Werfel dauerte mehr als drei Stunden. Ein Sachverständiger der TiHo bezweifelte die von den zwei Ärzten behauptete Version des Geschehens und warf ihnen Kunstfehler vor, die Beklagten wiesen die Feststellungen des Professors energisch zurück. Am 2. Oktober geht es weiter: Entweder wird die Richterin verkünden, dass sie die Beweisaufnahme fortsetzt - oder ein Urteil sprechen.

Das Herausoperieren der Eierstöcke von Maxi, darin sind sich alle Beteiligten einig, verlief noch ohne Komplikationen. Doch in der Aufwachphase registrierten die Tierärzte bei dem Hund rasenden Herzschlag und schnelle Atmung. Was dann geschah, ist unklar.

„Aus allen Knopflöchern geblutet“

Die zwei Tierärzte sagen, sie hätten viel Blut im Bauchraum entdeckt und notwendigerweise eine Not-OP eingeleitet; der Hund habe dabei „aus allen Knopflöchern geblutet“. Doch habe das Herz von Maxi kurz danach aufgehört zu schlagen, 15-minütige Wiederbelebungsversuche seien gescheitert. Ihrer Meinung nach habe der Hund irgendwann zuvor Rattengift gefressen, deshalb sei die Gerinnungsfähigkeit seines Blutes gehemmt gewesen.

Der Hochschulprofessor hielt dagegen, dass der pathologische Befund keine Hinweise auf eine Vergiftung ergeben habe, auch die behaupteten starken Blutungen des Schnauzers seien nicht belegt. Außerdem monierte der Gutachter, dass der Bauch des Hundes beim zweiten Mal ohne Neu-Narkotisierung aufgeschnitten wurde - dies habe seinen Schockzustand verstärkt, das Tier starb an Herz-Kreislauf-Versagen.

Das Ehepaar aus Kleefeld vermisst Maxi immer noch. Bei Ausstellungen habe die Hündin mit der Note „vorzüglich“ abgeschnitten, sie sei - so Tilo Tamme - „unser Kind“ gewesen. Dass die Prozesskosten den Streitwert bereits überschritten haben, interessiert die Hundeliebhaber nicht: „Wir wollen nur wissen, warum Maxi gestorben ist.“

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