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Aus der Stadt Warum Hannover keine neue Gedenkstätte braucht
Hannover Aus der Stadt Warum Hannover keine neue Gedenkstätte braucht
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00:15 25.02.2017
Von Simon Benne
Ahlem: Zentrale Gedenkstätte der Region Hannover. c Quelle: Behrens
Hannover

Keine Frage: Hannover braucht einen Lernort, an dem Schüler außerhalb des Klassenzimmers etwas über die NS-Zeit erfahren. Doch die Pläne, einen solchen Platz in der früheren VHS zu schaffen, sind absurd. Weil es diesen Lernort längst gibt. Technisch und pädagogisch ist die Gedenkstätte Ahlem auf dem neuesten Stand. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Stadt einen eigenen Lernort vor allem deshalb schaffen will, weil Ahlem in der Trägerschaft der Region ist. Das ist groteske Kirchturmspolitik. Die Stadt baut sich ja auch keinen eigenen Zoo, nur weil im schon existierenden Zoo der Regionspräsident den Hut aufhat.

Es gehört zum Credo deutscher Gedenkkultur, dass jeder an seinem Platz die Erinnerung an die NS-Zeit wachhalten muss. So gesehen ist es sogar verständlich, dass die Stadt ein eigenes Zeichen setzen will. Doch das darf nicht dazu führen, dass sich am Ende zwei ähnliche Einrichtungen Konkurrenz machen.

Zahlreiche Orte erinnern heute an die NS-Zeit. Eine Übersicht.

Hannovers Erinnerungskultur ist von beeindruckender Vielfalt. Anderswo legen an Gedenktagen graue Honoratioren mit großer Routine Kränze nieder. In Hannover ist es dem städtischen Team Erinnerungskultur in den letzten Jahren mit viel Kreativität immer wieder gelungen, dabei Jugendliche ins Boot zu holen, die sich ernsthaft mit der NS-Zeit auseinandersetzen. Stadt und Region müssen beim Thema Gedenken zusammenarbeiten, auch mit Schulen und Religionsgemeinschaften. Nicht im maroden VHS-Gebäude, sondern an authentischen Orten wie Ahlem. Den Schülern ist egal, wer dort Hausherr ist.

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