Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° Schneeschauer

Navigation:
Warum Hannover keine neue Gedenkstätte braucht

Kommentar zur Erinnerungsort-Debatte Warum Hannover keine neue Gedenkstätte braucht

Die Stadt Hannover will in der früheren Volkshochschule einen Lernort zur NS-Zeit einrichten – aber ist das eigentlich nötig? Nein, meint HAZ-Redakteur Simon Benne. Denn es gibt längst einen solchen Ort.

Voriger Artikel
Beamte mit Maschinenpistolen sichern Karneval
Nächster Artikel
Masala-Vorverkauf hat begonnen

Ahlem: Zentrale Gedenkstätte der Region Hannover. c

Quelle: Behrens

Hannover. Keine Frage: Hannover braucht einen Lernort, an dem Schüler außerhalb des Klassenzimmers etwas über die NS-Zeit erfahren. Doch die Pläne, einen solchen Platz in der früheren VHS zu schaffen, sind absurd. Weil es diesen Lernort längst gibt. Technisch und pädagogisch ist die Gedenkstätte Ahlem auf dem neuesten Stand. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Stadt einen eigenen Lernort vor allem deshalb schaffen will, weil Ahlem in der Trägerschaft der Region ist. Das ist groteske Kirchturmspolitik. Die Stadt baut sich ja auch keinen eigenen Zoo, nur weil im schon existierenden Zoo der Regionspräsident den Hut aufhat.

Es gehört zum Credo deutscher Gedenkkultur, dass jeder an seinem Platz die Erinnerung an die NS-Zeit wachhalten muss. So gesehen ist es sogar verständlich, dass die Stadt ein eigenes Zeichen setzen will. Doch das darf nicht dazu führen, dass sich am Ende zwei ähnliche Einrichtungen Konkurrenz machen.

Zahlreiche Orte erinnern heute an die NS-Zeit. Eine Übersicht.

Zur Bildergalerie

Hannovers Erinnerungskultur ist von beeindruckender Vielfalt. Anderswo legen an Gedenktagen graue Honoratioren mit großer Routine Kränze nieder. In Hannover ist es dem städtischen Team Erinnerungskultur in den letzten Jahren mit viel Kreativität immer wieder gelungen, dabei Jugendliche ins Boot zu holen, die sich ernsthaft mit der NS-Zeit auseinandersetzen. Stadt und Region müssen beim Thema Gedenken zusammenarbeiten, auch mit Schulen und Religionsgemeinschaften. Nicht im maroden VHS-Gebäude, sondern an authentischen Orten wie Ahlem. Den Schülern ist egal, wer dort Hausherr ist.

Von Simon Benne

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Anfang Juli heiratete Ernst August Erbprinz von Hannover Ekaterina Malysheva. Auf unserer Themenseite finden Sie Bilder, Videos und Berichte zur Promi-Hochzeit des Jahres in Hannover.

Kostprobe bei Tee Seeger

Tee Seeger in der Karmaschstraße ist Deutschlands ältestes Teehaus.