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"Da kommen schnell mal 170 Euro zusammen"

Was kostet der Start ins neue Schuljahr? "Da kommen schnell mal 170 Euro zusammen"

In den Schreibwarengeschäften, Buchhandlungen und Fachabteilungen der Kaufhäuser sind derzeit viele Eltern mit Listen auf dem Handy oder als Zettel in der Hand unterwegs. Sie kaufen Schulutensilien. Doch was brauchen die Kinder wirklich? Und was kostet das alles?

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Schulstart mit neuem Tuschkasten: Melissa Marjani (11) sucht mit ihrer Mutter Parisa Nilchiani bei Kaufhof nach Utensilien.

Quelle: Kuttner

Hannover. „Meistens sind es Mütter, aber auch immer mal wieder Väter oder Jugendliche, die alleine kommen“, sagt Claudia Knieriem, Verkäuferin in der Schreibwarenabteilung in der Kaufhof-Filiale an der Seilwinderstraße.

„Schulteam“ steht in großen weißen Lettern auf dem Rücken ihres grünen Polohemdes. Knieriem und ihre Kollegen helfen, wenn Eltern den Überblick verlieren zwischen Stehordnern, Sammelmappen, HB-Bleistiften, Wachsmalern, Borstenpinseln namens 613 F und Haarpinseln der Größe 8. „Manche Eltern geben uns einfach ihre Liste, und wir stellen alles für sie zusammen“, sagt Knierims Kollegin Angela Sieg. Die Beratung macht dem „Schulteam“ sichtlich Spaß. Kaum hat Sieg eine Frage zu Füllerfedergrößen beantwortet, hilft sie einer Mutter beim Finden des richtigen Hausaufgabenheftes.

Am wenigsten Arbeit machen noch die Bücher. Die Lernmittelfreiheit war in Niedersachsen 2004 von der damals schwarz-gelben Landesregierung abgeschafft worden. Drei von vier Familien entscheiden sich nach Angaben des Kultusministeriums, diese von der Schule auszuleihen und dafür zwischen 70 und 80 Euro zu bezahlen. Gekauft werden müssen aber auf jeden Fall die Arbeits- und Übungshefte, in die die Schüler hineinschreiben, oft allein ein Kostenfaktor von 60 Euro oder mehr pro Schüler. Familien mit mehr als zwei Kindern müssen weniger Ausleihgebühren bezahlen, komplett befreit sind Hartz-IV-Empfänger und Asylbewerber sowie Heim- und Pflegekinder. Für Familien, die mehrere Kinder an einer Schule haben und die Bücher zwei- oder dreimal nutzen können, lohnt sich mitunter auch das Selbstkaufen. Buchhandlungen und Schreibenwarenläden nehmen die Bücherlisten entgegen und Eltern können ihre Bestellung oft schon am nächsten Tag abholen. Manchmal bestünden die Kinder einfach partout auf neue Bücher und wollten nicht die gebrauchten Exemplare aus der Schule, erzählen einige Eltern hinter vorgehaltener Hand.

Arbeitsmaterial 
Klasse 5

Beispiel aus der 
Ricarda-Huch-Schule

  • 1 Schreibblock DIN A 4, blanko, 
gelocht, mit Linienblatt
  • 1 Schreibblock DIN A 4, liniert, 
gelocht, perforiert
  • 2 Schreibhefte DIN A 4, liniert, 
mit Rand, nicht perforiert (Nr. 27)
  • 1 Schreibheft DIN A 4, liniert, 
mit breitem weißen Rand (Nr. 25)
  • 1 Rechenheft DIN A4 kariert, mit 
kariertem Rand, nicht perforiert 
(Nr. 28)
  • 1 Rechenheft DIN A 4 kariert, 
mit weißem Rand, nicht perforiert (Nr. 26)
  • Schutzumschläge für DIN-A 4-Hefte: rot für Deutsch, weiß für Mathe
  • 10 Schnellhefter (für Arbeitsblätter)
  • rot für Deutsch
  • weiß für Mathe
  • blau für Englisch
  • grün für Bio
  • grau für Physik
  • lila für Religion/Werte und Normen
  • braun für Erdkunde
  • orange für Geschichte
  • schwarz für Musik
  • gelb für Kunst
  • 1 Lineal (30 cm), 1 Geodreieck
  • 1 Druckbleistift 0,5 mm, Härtegrad HB
  • 1 vollständig ausgestattetes Etui
mit Füller, Bleistift (HB), Buntstiften, Folienstiften in blau/rot/grün (nicht permanent), Radiergummi, Anspitzer mit Gehäuse, Schere, Klebestift
  • 1 Fineliner (rot/grün)
  • 1 Notenheft DIN A4

Da kommen schnell mal 170 Euro zusammen

Hinzu kommen dann noch andere Schulsachen wie Füller, Geodreieck, Zirkel, Sammelmappen, Ordner, Hefter, Tuschkästen, Kunstblöcke oder Buntstifte. Lilli Meister aus der Südstadt ist mit ihrer Tochter Jara unterwegs. Die Achtjährige, die in die Kestnerschule geht, muss bei der Frage nach Trends in diesem Sommer nicht lange überlegen: „Dreilagige Federmappen, in die richtig viele Stifte passen.“ Die Motive sind – je nach Zielgruppe – mal Pferd und Fee oder Star Wars und Autos. „In der Stadt bekomme ich alles, was ich brauche“, sagt die Mutter. Für Bücher und Schulmaterial kämen schnell mal 170 Euro zusammen, überschlägt sie.

Auf eine ähnliche Summe kommt Parisa Nilchiani (35) aus Laatzen, deren Tochter in die 6. Klasse des Erich-Kästner-Gymnasiums kommt. „Ich brauche jedes Jahr einen neuen Schulranzen“, sagt sie, „am Ende des Schuljahres sieht der Ranzen einfach schäbig aus.“ Ihre Mutter hat damit kein Problem: „Wir kaufen einfach gute Ranzen, nicht die ganz teuren.“
Julia Hammerschmied aus der List hat dieses Jahr erstmals Hefte im Dreier- oder Fünferpack beim Discounter gekauft. „Den Tipp hatte ich von einer Freundin.“

Stella Hohls (29) macht an diesem Tag keine echte Mittagspause, sondern will in einer halben Stunde schnell die noch fehlenden Sachen für den Schulstart ihrer Tochter Ria Zoé kaufen. „Mit der Schulliste ist das ganz einfach“, sagt sie.

Die Zwei- oder Dreifachmappe: Besonders viele Stifte lassen sich in diesen Etuis unterbringen. Mit Bunt- und Filzstiften und Lineal gefüllt kosten sie aber rund 30 Euro und nehmen im Ranzen ganz schön viel Platz weg. Pferde gehen als Motiv immer.

Der schlanke Schlamper: Die klassische Rolle, in der alle Stifte durcheinanderpurzeln, ist out. Gefragt ist jetzt die besondere Form, etwa im Schmetterlingsdesign. Für Fußballfans gibt es das Ganze in Vereinsfarben – hier allerdings als Rolle.

Der Zauberstift: Mit den Frixion-Stiften braucht man keinen Tintenkiller mehr. Sie haben ein Radiergummi, das Geschriebene lässt sich jederzeit wieder wegreiben. Es gibt sie in diversen Farben, als Tintenroller, Textmarker oder Kugelschreiber.

170 Schultüten für Bedürftige

Galeria Kaufhof und die HAZ haben die Hannoveraner zu Spenden aufgerufen – und die Resonanz war großartig. 170 Erstklässler aus bedürftigen Familien erhalten in der nächsten Woche eine Schultüte überreicht, damit sie am Einschulungstag nicht ohne das wichtige Utensil zur Schule gehen müssen. Tuschkasten, Zirkel, Schreibutensilien befinden sich in den sogenannten Benefiz-Schultüten – und natürlich auch etwas zum Naschen.

Weil für viele sozial schwache Familien der Schulstart finanziell eine enorme zusätzliche Belastung bedeutet, hat Kaufhof in Hannover in diesem Sommer erstmalig die Benefiz-Schultüten angeboten. Die mit Schulbedarf reichlich gefüllten Schultüten müssten inklusive Inhalt eigentlich 26 Euro kosten, die spendenwilligen Kunden haben aber nur 15 Euro dafür bezahlt. Den Restbetrag stockte Kaufhof als Sachspende auf. Die vom Kunden gekaufte Schultüte konnte im Geschäft an einer Sammelstelle abgegeben werden – und wird nun vor Schulbeginn über die HAZ-Redaktion an bedürftige Kinder in der Region Hannover verteilt. HAZ-Redakteur Jan Sedelies übernimmt die Verteilung – und darf Anfang nächster Woche 170 angehende Erstklässler glücklich machen.

lok

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