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Aus der Stadt Was soll aus dem Misburger Bad werden?
Hannover Aus der Stadt Was soll aus dem Misburger Bad werden?
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00:17 12.08.2016
Von Andreas Schinkel
Muss man jetzt die Reißleine ziehen? Der Bund der Steuerzahler fordert, das Hallenbad aufzugeben und nur das Freibad weiter zu betreiben. Quelle: Eberstein
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Hannover

Grüne und CDU tendieren zu Abriss und Neubau, was voraussichtlich mit 20,2 Millionen Euro zu Buche schlägt. Die SPD will zunächst den Vorschlag der Verwaltung abwarten. „Die Entscheidung ist schwierig“, sagt SPD-Sportpolitikerin Peggy Keller. Die Stadt will nach der Kommunalwahl am 11. September ein Konzept vorlegen und sich für eine Variante entscheiden.

Welche Lösung auch immer die Stadt bevorzugt, finanziert wird das Vorhaben nicht aus dem Topf für Bädersanierungen, sondern aus dem Investitionsprogramm der Stadt. Ansonsten bliebe wenig Geld übrig, um den Sanierungsstau in Hannovers Bädern abzuarbeiten. Auch der Zeitplan für die anstehenden Reparaturen in den übrigen Bädern soll beibehalten werden.

Nach Informationen der HAZ tendiert man im Rathaus zur günstigeren Sanierung des Bades (16,5 Millionen Euro). Doch dabei bleibt es nicht: Für die Sanierungsarbeiten im Jahr 2007 durch den damaligen privaten Betreiber s.a.b. muss die Stadt noch für zwei Jahrzehnte einen Kredit über 13,5 Millionen Euro abzahlen. Es ist dabei durchaus bemerkenswert, dass die massiven Schäden an den tragenden Konstruktionen, die jetzt mit viel Geld behoben werden müssen, ausgerechnet während der damaligen Bauarbeiten entstanden.

Der Bund der Steuerzahler plädiert dafür, die Reißleine zu ziehen und das Hallenbad aufzugeben. Der Freibadbereich des Misburger Bads könne mit niedrigerem Kostenaufwand erhalten werden, meint der Bund der Steuerzahler. Zudem stünden mit dem Nord-Ost-Bad und dem Anderter Bad genügend städtische Hallenbäder im Osten Hannovers zur Verfügung. Nach dem „finanziellen Desaster“ beim Misburger Bad könne man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. „Die Stadt muss erklären, warum sie die schweren Schäden an der Gebäudesubstanz und -technik nicht schon damals während der Bauarbeiten oder spätestens bei der Übergabe durch eigene Fachleute festgestellt hatte“, sagt Bernhard Zentgraf, Landesvorsitzender des Steuerzahlerbundes.

Auch bei der CDU fragt man sich, wie es so weit kommen konnte, und fordert Konsequenzen. Die Stadt solle nicht nur versuchen, den damaligen Generalunternehmer, die holländische Firma Pelikaan, in Regress zu nehmen, sondern sie müsse einen Schritt weiter gehen. „Die Stadt sollte Strafantrag stellen“, sagt CDU-Sportpolitiker Thomas Klapproth. Millionen Euro habe die Verwaltung an den privaten Badbetreiber s.a.b. und seinen späteren Nachfolger Optisport überwiesen. „Aber wo ist das Geld geblieben?“, fragt Klapproth. In die bauliche Unterhaltung der Immobilie könne das Geld nicht geflossen sein. Der Verdacht der Veruntreuung liege nahe.

Die Grünen hingegen wollen den Neubau des Misburger Bads mit der Erneuerung des maroden Fössebads verbinden. „Wir schlagen vor, zwei baugleiche Bäder in Linden und Misburg zu errichten“, sagt Sportpolitiker Mark Bindert. Damit könnten beide Standorte barrierefrei werden, die Planungskosten blieben niedrig, und die Stadt hätte es mit nur einem Bauträger zu tun.

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