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Aus der Stadt Wasserschaden legt Neubau lahm
Hannover Aus der Stadt Wasserschaden legt Neubau lahm
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00:23 28.08.2014
Von Bernd Haase
„Kein Zeithorizont“: Das geplante Bettenhaus am Klinikum Nordstadt. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

„Es gibt keinen Termin, wir können noch nicht einmal einen Zeithorizont nennen“, sagt Unternehmenssprecherin Petra Kesten-Kühne. Das Haus kostet 40 Millionen Euro und war zum Zeitpunkt des Schadens fast fertiggestellt. Das Verhängnis war Ende Januar bei einem nächtlichen Kontrollgang von Mitarbeitern eines Wachdienstes entdeckt worden. Fest steht, dass in einem Abstellraum im vierten Stock des Gebäudes ein Wasserhahn aufgedreht wurde.

Das Nass hatte sich über mehrere Stunden den Weg durch den gesamten Neubau bahnen können und dabei Fußböden, abgehängte Decken und Trockenbauwände durchweicht. Geräte wurden nicht beschädigt. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Sachbeschädigung angestellt und den Fall mittlerweile an die Staatsanwaltschaft übergeben. Das Verfahren läuft noch, ohne dass es einen konkreten Verdacht gegen mögliche Täter gibt. Nach dem Vorfall hatte das Klinikum die vorgesehene Inbetriebnahme um mehrere Monate verschoben und zunächst einen Termin in der zweiten Jahreshälfte genannt.

Das ist nun passé. „Uns sind die Hände gebunden, weil nach wie vor das Gutachterverfahren läuft“, sagt Kesten-Kühne. Im Haus sind zwei Teams unterwegs; eines hat die Versicherung beauftragt, das andere das Klinikum selbst. Bevor die entsprechenden Expertisen nicht vorliegen, können weder die Sanierungsarbeiten in vollem Umfang aufgenommen, noch genaue Angaben über die konkrete Schadenshöhe gemacht werden.

Immerhin: „Wir sind uns sicher, dass der Bau nicht bestandsgefährdet ist und abgerissen werden muss“, betont die Sprecherin. Der Sanierungsaufwand werde aber beträchtlich sein. Zum wirtschaftlichen Schaden, den voraussichtlich die Versicherung übernehmen dürfte, kommen die Beeinträchtigungen im Betrieb. Der Neubau des Bettenhauses, an dessen Kosten sich das Land mit 19 Millionen Euro beteiligt, war wegen ständig steigender Patientenzahlen erforderlich geworden.

Er ist direkt an das Zentralgebäude angedockt und soll ein Untersuchungszentrum, vier Operationssäle, eine gynäkologische Ambulanz sowie Patientenzimmer mit insgesamt rund 140 Betten beherbergen. Das 1895 gegründete Krankenhaus Nordstadt erwartet sich von der Immobilie unter anderem eine Verbesserung der Verhältnisse für Beschäftigte und Patienten – beispielsweise, indem Wege kürzer werden. „Dass wir jetzt warten müssen und die Dinge so ungewiss sind, ist für die Beteiligten keine schöne Situation“, sagt Kesten-Kühne.

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