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Aus der Stadt Wasserturm-Gesellschaft meldet Insolvenz an
Hannover Aus der Stadt Wasserturm-Gesellschaft meldet Insolvenz an
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00:17 01.01.2017
Von Juliane Kaune
Gute Laune bei den Gästen der Crazy-Sense-Party im August - aber hinter den Kulissen des Wasserturms brodelt es. Quelle: Archivfoto: Kutter
Hannover

Es ist ein ganz spezieller Partyort für Großveranstaltungen - der Wasserturm an der Vahrenwalder Straße. So feierten dort im vergangenen August rund 4000 Menschen das Elektro-Festival Crazy Sense mit DJ-Größen wie Robin Schulz. Ausgelassen und gut gelaunt. Hinter den Kulissen aber lief es offenbar weit weniger harmonisch ab. Beim Ticketverkauf für das Festival sollen wegen Manipulationen hohe Verluste aufgelaufen sein. So hoch, dass Nadine Witte, Geschäftsführerin der Wasserturm Event GmbH, nun Insolvenz für ihr Unternehmen beantragen musste.

Zudem erhebt Witte massive Vorwürfe gegen den früheren leitenden Veranstaltungskaufmann, der das Szene-Festival nach ihren Worten federführend betreut hat. Er soll Tausende Tickets auf dem Schwarzmarkt verkauft und weitere Summen aus der Geschäftskasse veruntreut haben. Die Rede ist von „mehreren Hunderttausend Euro“.

„Wir haben viele Monate versucht, diesen Schritt zu verhindern“

Es habe keine Alternative zu dem Insolvenzantrag gegeben, erklärt Nadine Witte in einer Pressemitteilung: „Wir haben viele Monate versucht, diesen Schritt zu verhindern.“ Doch noch nicht ausgeglichene Verluste nach einer Brandstiftung im Wasserturm im Jahr 2015 und die nun aufgelaufenen hohen Fehlbeträge hätten schließlich zur Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens geführt.

Rückblick: Das Crazy Sense Festival 2016 am Wasserturm in Vahrenwald.

Schon kurz nach dem Crazy-Sense-Festival habe sie zunächst Anzeige gegen unbekannt erstattet, erklärt Witte weiter. An der Abendkasse seien zwar 3500 Tickets umgesetzt worden, aber nur einige Hundert seien in der Buchhaltung aufgetaucht. Zudem habe es bei der Ibiza-Lounge während des diesjährigen Maschseefestes plötzlich einen Umsatzrückgang von rund 30 Prozent gegeben. Auch dieser Freiluftpartybereich sei von dem ehemaligen Veranstaltungskaufmann der Wasserturm GmbH eigenständig betreut worden, erklärt die Geschäftsführerin. Nach ihrer Darstellung haben sich die Fakten schließlich so verdichtet, dass der Verdacht auf den früheren leitenden Mitarbeiter fiel, der seit rund anderthalb Jahren bei der GmbH angestellt gewesen sei. Mittlerweile hat Witte gegen diesen Strafanzeige gestellt.

Silvesterparty findet statt

Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe. Er habe schon allein deswegen keine Gelder veruntreuen können, weil er keinerlei leitende Position in der GmbH bekleidet habe. Er sei ein „normaler Mitarbeiter“ gewesen, Einblick in die Kassenbücher oder finanzielle Verantwortung habe er nicht gehabt.

Schon im September hat Nadine Wittes Ehemann Jan Witte die Geschäfte im Wasserturm übernommen. Mit einer neuen Betreibergesellschaft organisiert er dort nun federführend die Veranstaltungen. Bisher war er vor allem als Berater bei der Akquise von DJs und Musikern wie Marc Terenzi tätig, die im Wasserturm auftraten. Dort soll nach Wittes Worten trotz des Insolvenzantrages weiter gefeiert werden. „Die Silvesterparty geht wie angekündigt über die Bühne.“ Und auch eine Neuauflage des Crazy-Sense-Festivals im August 2017 sei schon geplant.

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