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Weihnachten endet im Schredder

Aha entsorgt Tannenbäume Weihnachten endet im Schredder

Ihren großen Auftritt haben sie gehabt. Nun steht ihnen ein unrühmliches Ende bevor: Die Weihnachtsbäume, die Hannoveraner zu den gut 200 Sammelplätzen im Stadtgebiet gebracht haben und dort geschreddert. Noch bis zum 31. Januar bietet Aha die Sammelstellen und den kostenlosen Abtransport der Bäume an.

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Andreas Schultz packt an: Er und sein Kollege transportieren die Bäume von den Sammelstellen zur Deponie, wo sie ausgeladen werden, in den Schredder wandern und dann klein gehäckselt zu Kompost weiterverarbeitet werden.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Ihren großen Auftritt haben sie gehabt. Nun steht ihnen ein unrühmliches Ende bevor: Die Weihnachtsbäume, die Hannoveraner zu den gut 200 Sammelplätzen im Stadtgebiet gebracht haben, werden dieser Tage von Müllwerkern gepackt, in Spezialfahrzeugen zusammengequetscht und dann zur letzten Station ihres vorbestimmten Lebenszyklus gebracht – zum Schredder auf der Zentraldeponie des Abfallwirtschaftsbetriebs Aha. Doch völlig verschwinden die Nordmanntannen, Blaufichten und Edeltannen genau genommen nicht: Im Kompost, den Aha aus den Bäumen und anderen Bioabfällen herstellt, sind sie auf andere Weise weiterhin vorhanden.

Andreas Schultz und Klaus Steingrube haben gut zu tun. Die Aha-Mitarbeiter und ihre Kollegen sind zurzeit in allen Stadtteilen unterwegs, um ausrangierte Weihnachtsbäume einzusammeln. Bis zu drei Touren täglich sind nötig, um alle kleineren und größeren Baumberge, die sich an den ausgewiesenen Ablagestellen türmen, bis zum Monatsende abzutragen. Normalerweise wird in den Fahrzeugen Sperrmüll abtransportiert, aktuell ist ein Großteil der Wagen im Tannenbaum-Einsatz. „Bei den Sperrmüllterminen gibt es im Januar darum etwas längere Wartezeiten“, sagt Unternehmenssprecher Stefan Altmeyer.

Dieser Tage ist es wieder so weit: Die Weihnachtsbäume, die die Hannoveraner auf einem der gut 200 Sammelplätze im Stadtgebiet gebracht haben, werden von Müllwerken gepackt, in Spezialfahrzeugen zusammengequetscht und zur Aha-Zentraldeponie gefahren. 

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In hohem Bogen schleudern die Müllwerker die Bäume in den Metallschlund des Wagens. Binnen Sekunden schrumpfen die teils mächtigen Stämme, Äste und Zweige bei einem Druck von 
120 bar in sich zusammen. Die gestrige Tannen-Tour endet an der Oldekopstraße und am Groß-Buchholzer Kirchweg in Bothfeld. Dann ist das Fahrzeug voll. 5,5 Tonnen Tannen sind im Inneren komprimiert. Die bringen Schultz und Steingrube auf die Deponie in Lahe.

Dort wartet Sebastian Griebe auf die Kollegen. Er koordiniert den weiteren Ablauf. Die nadelige Fracht landet auf einem der zu imposanten Hügeln angewachsenen Tannenhaufen. Dann rückt auch schon ein Radlader an, der mit seiner Schaufel mitten hineinfährt in das aufgeschichtete grüne Dickicht. Der Greifarm eines Baggers fischt nach allem, was nicht zu Kompost werden kann. Eigentlich, sagt Griebe, hielten sich die Leute daran, ihre Tannenbäume von Lametta oder anderen unverwüstlichen Utensilien zu befreien. „Es bleibt aber trotzdem immer wieder was hängen.“

Das Finale steht bevor – in einem gewaltigen Schredder, der mit 510 PS alles kurz und klein macht. Griebe ist zufrieden mit dem Ergebnis. Doch bis das Mischmasch, das die Maschine ausspuckt, zu Kompost in der gewünschten Qualität wird, dauert es noch eine ganze Zeit. Fünf bis sechs Monate brauchen die Mikroorganismen in der Kompostieranlage, um ganze Arbeit zu leisten.

Bis zum 31. Januar bietet Aha die Sammelstellen und den kostenfreien Abtransport der Weihnachtsbäume an. Bis dahin werden erfahrungsgemäß rund 500 Tonnen Tannen und Co. geschreddert sein. Hinzu kommen weitere 400 Tonnen Nadelbäume aus dem Umland. Die werden allerdings bei der turnusmäßigen Biomüllabfuhr mitgenommen.

Weitere Informationen gibt es hier.    

Vielseitige Nadelbäume: Leckerbissen und Laichhilfe

Bei einigen Tierarten im Zoo gelten Tannenbäume als Leckerbissen. Sie mögen den Geschmack der Nadeln und lassen sich gern von diesen kitzeln. Der Stamm ist beliebt zum Zerkauen oder Spielen. In der Vor- und Nachweihnachtszeit spendiert der Zoo Schimpansen, Hulman-Languren, Karibus, Lamas, Vikunjas und Elefanten (Bild) hin und wieder eine Tannenbaumration. Allerdings sind dies keine entsorgten Weihnachtsbäume, da die Tiere kein Lametta, Kerzenwachs, Sprühschnee öder Ähnliches fressen dürfen. Daher kann man seine Bäume nicht im Zoo abgeben. Die Tiere bekommen nur frische Bäume, die es nicht als Weihnachtsbaum geschafft haben.

Vor einigen Jahren landeten etliche Weihnachtsbäume im Maschsee. Rund 1000 Exemplare hatte der frühere Pächter des Sees auf den Grund geworfen, um Fischen eine Hilfe beim Laichen und Unterschlupf anzubieten. Grundsätzlich sei das biologisch sinnvoll, sagt Heinz Pyka, Chef des Fischereivereins. Jedoch dürften die Bäume nicht wahllos in dem Gewässer versenkt werden, wie auch die Stadt betont. Ein derartiges Projekt müsse von Experten begleitet und regelmäßig kontrolliert werden.

Nicht nur Tiere mögen die Tannen. Aus den Nadeln lässt sich auch Tee herstellen, der den Atemwegen hilft. Schwarzwälder kennen zudem ein spezielles Rezept für Tannennadel-Honig. jk     

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