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Aus der Stadt „Einfach mal auf den Putz hauen“
Hannover Aus der Stadt „Einfach mal auf den Putz hauen“
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19:22 04.12.2013
Von Stefanie Nickel
Wollen eine schöne Zeit bereiten: Ecki Stieg, Christoph Stein-Schneider, Lars Heins und Joachim König. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

„Alles vom Feinsten“, sagt Andrea Schwarz. So wollten sie und ihre Kollegin Kristin Heike es haben. Die Frauen vom Nordstädter Verein Krass Unartig organisieren eine Weihnachtsfeier der besonderen Art. An einer mit weißen Decken, Porzellan und Kristallgläsern gedeckten Tafel werden am dritten Adventssonntag Menschen Platz nehmen, die sonst selten im Zooviertel anzutreffen sind: Das Fest ist für Obdachlose und Bedürftige.

Die Servicekräfte, die in der Glashalle des Hannover Congress Centrums (HCC) auftischen, werden alle Hände voll zu tun haben. Über 570 Erwachsene und 270 Kinder haben sich für die Veranstaltung angemeldet, deren Schirmherr Ex-Fury Christof Stein-Schneider ist. Sie alle wollen gemeinsam feiern, Geschenke auszupacken und sich von Musikern und Comedians wie Gunther Gabriel sowie ehemaligen Mitgliedern von Fury in The Slaughterhouse unterhalten lassen. In diesem Jahr müssen sich die Gäste auch keine Sorgen um ihre vierbeinigen Begleiter machen: Zwei Tierärzte kümmern sich um die Hunde der Gäste, die etwa aus dem Männerwohnheim in der Büttnerstraße, dem Kontaktladen Mecki und dem Tagestreffpunkt DüK kommen.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Schwarz und Heike die Weihnachtsfeier organisiert. „Am Anfang hatten wir alle Respekt voreinander“, sagt Andrea Schwarz. Aber das habe sich gelegt. „Wir haben uns kennengelernt. Zum Schluss haben wir gemeinsam vor der Bühne getanzt.“
Die Idee für die Weihnachtsfeier für Obdachlose und Bedürftige hatte Comic-Verleger Manfred Ilsemann. Sein Vorbild: Der Berliner Frank Zander. Seit 19 Jahren lädt der Sänger zum Weihnachtsfest in das Berliner Hotel Estrel – mehr als 3000 Bedürftige kommen jährlich.

Den Organisatoren wird in Hannover allerdings nicht nur mit Wohlwollen begegnet. Bei der ersten Ausgabe der Weihnachtsfeier hatten soziale Einrichtungen bemängelt, dass Wohnungslose keine Almosen bräuchten und mit den finanziellen Mitteln lieber soziale Institutionen gestärkt werden sollten. Heike kann darüber nur den Kopf schütteln: „Überall wird in der Adventszeit zu Weihnachtsfeiern geladen“, sagt sie. „Warum sollen Obdachlose nicht auch einmal auf den Putz hauen dürfen?“

Es werden noch Geschenke gesucht: Am Freitag, 13. Dezember, werden auf der Lister Meile, Ecke Gretchenstraße, sowie um 18 Uhr auf dem Lindener Marktplatz Geschenke wie Handschuhe, Kleidung oder Schlafsäcke sowie Duschgel, Zahnbürsten, Dosenwurst oder Kaffee eingesammelt. Auch Fahrkarten für den Nahverkehr werden noch benötigt.

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